Bernhard Peters im Interview
„Mich schmeißt man nicht raus“
Interview: Christoph Ries Bild: Imago

Herr Peters, wann erleben wir die TSG Hoffenheim in der 1. Bundesliga?
Wir haben mit dem Aufstieg in die zweite Liga einen guten Schritt gemacht und müssen uns dort in einem extrem schwierigen Feld etablieren. Sicher, wir haben ehrgeizige Ziele, auch bis in die erste Liga. Aber bis dahin müssen wir step-by-step vorgehen, uns weiter stabilisieren.
Können Sie in Hoffenheim das verwirklichen, was Ihnen beim DFB verwehrt wurde?
Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Der DFB ist ein Verband, Hoffenheim ein Verein. Ich bin sehr glücklich, bei der TSG gelandet zu sein. Wir hier können hier auf kurzem Dienstweg sehr viel bewegen, weil der Kreis von Entscheidungsträgern sehr klein ist. Wenn hier eine Idee entwickelt wird, wird diese mit Vehemenz verfolgt. Dies geschieht weitaus angenehmer und weniger politisch als bei einem großen Verband.
Ist die TSG Hoffenheim das Vorzeige-Modell eines perfekten Profiklubs?
Ein perfekter Profiklub zu sein ist nicht unser Anspruch, dementsprechend ungern werden wir als solcher deklariert. Unser Ziel ist es, eine gute, qualitätvolle Arbeit abzuliefern und nicht nach links und nach rechts zu schauen. Wir sind von diesem Weg überzeugt und gehen ihn ziemlich selbstbewusst.
Welche Rolle spielt Dietmar Hopp dabei?
Dietmar Hopp hat für alle hier eine grundsätzliche Bedeutung. Er ist eine Symbolfigur, eine Art Supervisor für die Ziele unserer Jugendarbeit. Die Förderung der Profimannschaft wird durch ihn erst sinnvoll, weil er den Jugendlichen eine interessante Ausrichtung auf die Zukunft bietet. Das Engagement im Jugendbereich ist für Hopp eine soziale Verpflichtung.
Er scheint ihnen jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Arbeiten Sie in Hoffenheim in einer Art Fußball-Paradies?
Ich weiß nicht, ob er mir schon einen Wunsch von den Lippen abgelesen hat. Er ist von unserer Arbeit überzeugt und kann sehr gut einordnen, was wir hier machen. Im Gegenzug dürfen wir uns sicher sein, ein optimales Arbeitsumfeld geboten zu bekommen.
Die Fans der anderen Vereine scheinen der TSG Hoffenheim nicht viele Sympathien entgegen zu bringen. Gefallen Sie sich in ihrer Rolle als Neidobjekt der Liga?
Ich glaube, diese Einstufung ist oberflächlich und populistisch. Wir haben als kleiner Verein wohl kaum bessere Möglichkeiten als zehn andere Klubs der Liga. Für mich ist das eine ziemliche Vereinfachung der Sachlage, die man unkommentiert so stehen lassen sollte.
Sie konnten ihren Erfolg als Hockey-Trainer stets an Titeln messen. Fehlt ihnen diese Perspektive in Hoffenheim nicht?
Keineswegs. Ich habe diese berufliche Weiterentwicklung ja bewusst gewählt. Meine neue Rolle erlaubt es mir, den gesamten Prozess der Leistungsentwicklung zu moderieren. So kann ich viele verschiedenen Expertenmeinungen zu einem guten Ganzen zusammen bringen. Das ist exakt die Aufgabe, die ich mir nach zwanzig Jahren als Trainer im Leistungsbereich gewünscht habe.
Nehmen wir mal an, Sie stellen demnächst fest, dass in Hoffenheim nicht mehr als Zweitligafußball möglich ist. Könnten Sie sich auch mit einem Mittelfeldplatz in der 2.Liga anfreunden?
Nein.
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