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11FREUNDE-Saisonrückblick

Fußball ist Ding, Dang, Dong

Text: 11FREUNDE  Bild: Imago

Fußball ist Ding, Dang, Dong

Tim Jürgens, Redakteur von 11FREUNDE

1. Das beste Spiel der Saison
Die atemberaubenden Auswärtssiege des SV Werder beim VfL Bochum (0:6), beim FSV Mainz 05 (1:6) und bei Eintracht Frankfurt (2:6), weil die Grünweißen dabei eindrucksvoll bewiesen, dass erfolgreicher Fußball nicht zwangsläufig rein ergebnisorientiert ablaufen muss.

2. Das schönste Tor der Saison
Rafael Van der Vaarts Fernschuss in der Rückrunde gegen den FC Bayern. Weil er damit nicht nur zur Jagd des HSV auf den UI-Cup-Platz blies, sondern auch, weil sich Oliver Kahn überhaupt nicht die Mühe machte zu reagieren, was wiederum die Aussichtslosigkeit der Situation widerspiegelt, in der sich der Rekordmeister im weiteren Verlauf dieser Saison befand.

3. Die imposanteste Mannschaftsleistung
Mit überschaubaren Finanzmitteln und einem äußerst dürftigem Vertrauen seitens der Klub-Führung einen Kader von Früh-Zwanzigern zur Deutschen Meisterschaft zu führen, negiert die vermeintlichen Gesetze des modernen Fußballs. Armin Veh und Horst Heldt verleihen dem biederen Image des VfB Stuttgart Glanz und veranlassen selbst Nicht-Schwaben, mit dem Verein zu sympathisieren.

4. Der unbesungene Held der Saison
Petrik Sander. Weil er als Trainer der grauesten Maus der Liga vor im Durchschnitt 15 000 Zuschauern im heimischen Stadion ansprechenden Fußball spielen lässt, der fast alle Meisterschaftsaspiranten ins Straucheln brachte und Cottbus als einzigen Ostklub in der Bundesliga etablierte – und ihm trotz des Dauerstresses in Interviews immer noch der Schalk im Nacken sitzt.

5. Der komischste Moment der Saison
Als Uli Hoeneß nach seinem Referat, wer beim FC Bayern über Transfers informiert ist ("Höpfner, Rummenigge, ich"), gefragt wurde, ob nicht auch Präsident Beckenbauer eingeweiht sei, patzig antwortete: "Der weiß auch nichts."
Und als FC-Heiland Christoph Daum kurz nach seiner Inthronisierung seinen maroden Söldner-Kader aufforderte, den Schlager „100 Mann und ein Befehl“ von Freddy Quinn vor dem Gang an die 16 Stationen des Zirkeltrainings zu singen. Daum hatte den Refrain umgedichtet in: „30 Mann und nur ein Ziel. Und ein Weg, den jeder will. Fern von zu Haus‘ ist uns einerlei, denn ich bin bei den 30 Mann dabei.“

6. Die Saison in sechs Wörtern
Das Faszinierende am Fußball: seine Unberechenbarkeit!

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Ayla Kiran, freie Mitarbeiterin von 11FREUNDE


1. Das beste Spiel der Saison
17. Spieltag: Alemannia Aachen - HSV. Der letzte Spieltag vor der Winterpause hat viele Helden - der HSV hat in seinen Reihen heute keine. Weit abgeschlagen auf einem Abstiegsrang und mit nur einem Sieg aus 16 Spielen gerät die Offensivschlacht zwischen zwei Abstiegskandidaten für den HSV vor allem zu einer verzweifelten Demonstration, Thomas Doll den Rücken zu stärken. Nur 2 Minuten nach Ljubojas scheinbarer Entscheidung zum 3:1 gelingt der Alemannia der Anschlußtreffer. Löblich von Altmeister Bastian Reinhardt, in der 90. Minute noch einmal den Kopf für die Mannschaft hinzuhalten. Sein Eigentor zum 3:3-Endstand markiert das Finale Furioso einer Hinrunde, die für den HSV zum Schrecken ohne Ende wurde.

2. Das schönste Tor der Saison
13. Spieltag: Jan Schlaudraff umtanzt Naldo, Fritz und Mertesacker und lupft aus unmöglichem Winkel aus 14 Metern über Tim Wiese zum zwischenzeitlichen 2:1.

3. Die imposanteste Mannschaftsleistung

1. FSV Mainz 05. Sicher, in dieser Saison waren alle mal Tabellenzehnter. Aber die fulminante Aufholjagd nach der Winterpause, wo man sich vom letzten Platz vorbei an allen Konkurrenten schob, war noch unwahrscheinlicher als die Rettung des HSV. Nach einem Sieg gegen Dortmund, einem 4:1 gegen Cottbus, einem 2:1 in Berlin und einem 2:1 gegen Nürnberg war Mainz zu Beginn die beste und konstanteste Mannschaft der Rückrunde. Zidans Anteil in allen Ehren: Mainz blieb lange durch immer wieder berauschende Auftritte eines der großen Fragezeichen im Abstiegskampf. Und als der Abstieg besiegelt war, da spielte man seine Aufgabe würdevoll zu Ende.

4. Der unbesungene Held der Saison
Die Waschfee von Energie Cottbus. Erst demonstrierte sie höchst einleuchtend in der Sportschau, warum Grasflecken meist zwei Waschgänge erforderten, dann "vergaß" sie ein ums andere Mal die rot-weißen Trikots. Die neonfarbenen Kugelblitze aus den Kaparten mögen zwar so machen Fernsehzuschauer an den Rand des Grauen Stars gebracht haben, die Signalfarben zeigten jedoch Wirkung beim Gegner. Werder Bremen wurde diese Saison wohl am schmerzhaftesten bestätigt: Bei Rot kein Durchkommen.

5. Der komischste Moment der Saison

Oliver Kahn nach Voronins Billardtor am 29.Spieltag. Spitzer Winkel, Latte, rechter Pfosten, Tor - und der Titan sitzt auf dem Boden und schaut, als hätte jemand eine Ladung Piepmanscher neben seinem Ohr losgelassen.

6. Die Saison in sechs Wörtern

Fußball IST Ding Dang Dong. Danke!!!


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