Die 10 größten Momente des Kahn
„Eier, wir brauchen Eier“
Text: oliver zeyen Bild: Imago
Für das neue 11FREUNDE-Heft baten wir Oliver Kahn, die Bilanz seiner Karriere zu ziehen. Begleitend zum so entstandenen Interview rufen wir Euch hier noch einmal die größten Momente des Mannes in Erinnerung, der sich selbst Titan nennt.
13. Spieltag 90/91: Karlsruher SC – VfL Bochum 3:1 (10. 11. 1990)
Famullas Fehler: Der Beginn der Ära Kahn
10. November 1990, Wildparkstadion Karlsruhe
KSC-Trainer Winfried Schäfer springt im Dreieck. Sein Team liegt nach zwei Patzern eines übernervösen Alexander Famulla mit 1:2 zurück. In der Halbzeit degradiert Schäfer die Nummer eins und ersetzt ihn durch einen unbekannten Blondschopf aus der Amateurmannschaft. Der 21 Jahre alte Oliver Kahn spielt eine starke Halbzeit, rettet mehrfach gegen die anstürmenden Bochumer. Am Ende gewinnt Karlsruhe mit 3:2. Auf die Frage, wie es sich anfühle vom Fehler eines Kollegen zu profitieren, antwortet Karlsruhes neue Nummer eins kamerascheu ins Leere blickend: „Tja...äh...wir sind zwar alles Kollegen, aber... so ist das Geschäft nun mal.“ Ein ARD-Reporter will wissen, ob er nicht gestern mit dem Einsatz im Amateurteam gerechnet habe. Kahn versteht nicht: „Ich weiß gar nicht, wie die Amateure gespielt haben!“ Mit Kahn im Tor verliert der KSC bis zum Saisonende kein Heimspiel mehr. Zwei Jahre später steht Karlsruhe im Halbfinale des UEFA-Cups, und Kahn wechselt für die Rekordsumme von 4,6 Millionen DM zum FC Bayern - damals der teuerste Torwarttransfer der Bundesligageschichte.

28. Spieltag 95/96: VfB Stuttgart – FC Bayern 0:1 (13. 4. 1996)
Olli vs. Andi Herzog: Die Erfindung des »Ur-Kahn«
13. April 1996, Gottlieb-Daimler-Stadion Stuttgart
Kahns erste Zeit in München verläuft holprig. Zu oft eckt der unerfahrene Torhüter mit seinem egozentrischen Auftreten bei den Verantwortlichen an. Gegen den VfB Stuttgart pariert Kahn glänzend, verhindert ein um das andere Mal die Stuttgarter Führung. Nachlässigkeiten und persönliche Verfehlungen hasst der Verfechter von unnachgiebiger Akribie wie die Pest, und davon produzieren seine Vorderleute an diesem Tage eine ganze Menge. Als Bayerns Andreas Herzog ein weiteres Mal geistesabwesend durch den Strafraum torkelt, schmoren unter Kahns Baseballkappe die Sicherungen durch. In diskothekenreifer Türstehermanier stürzt der Keeper aus seinem Kasten und beginnt, den Österreicher zu würgen. Herzog versteht die Welt nicht mehr, blickt im Straucheln zurück zu Kahn und würdigt die Szenerie mit verständnislosem Kopfschütteln. In der 78. Minute reagiert Bayern-Coach Rehhagel und nimmt den Österreicher vom Platz. Die Bayern gewinnen mit 1:0, und die Bundesliga hat ein neues Feindbild: „King Kahn“, den „Gorilla“ im Bayern-Tor.
Ergänzung zu Heft #66 05 / 2007
---
News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Karlsruher SC








