25 Dinge über...
Telefone im Profifußball
Text: Robert Mucha Bild: Imago

Werner Lorant reagierte schwer allergisch auf klingelnde Spieler-Handys in seiner Umgebung. Im Mannschaftsbus herrschte striktes Handyverbot. Lorant drohte, künftige Übeltäter bei Zuwiderhandlungen am nächsten Rastplatz auszusetzen wie einen Hund zu Ferienbeginn. Seine lapidare Begründung: „Der hat ja ein Handy und kann sich ein Taxi rufen.“
Dienst ist Dienst und Urlaub ist Urlaub. Weil ManU-Coach Alex Ferguson seiner Frau versprochen hatte, während des Urlaubs in der Ferienanlage nicht soviel zu telefonieren, verzog sich Ferguson des Öfteren heimlich nach draußen, um Transfers telefonisch in die Wege zu leiten.
Der ehemalige Nationaltrainer Englands, Sven-Göran Eriksson, wurde während seiner Amtszeit Opfer eines Undercover-Reporters, der sich als reicher und darüber hinaus fußballinteressierter Scheich vorstellte. Der Reporter offerierte dem Schweden in einem Telefonat einen lukrativen Trainerjob in Dubai und entlockte Eriksson nicht nur die Bereitschaft, vor seinem Vertragsende in den mittleren Osten umzusiedeln, sondern weitere Kommentare über englische Nationalspieler (Beckham, Owen) und Verbandsfunktionäre. Diese Arschbombe ins Fettnäpfchen beförderte die vorzeitige Demission Erikssons vor dem eigentlichen Vertragsende 2008.
Noch ein Telefonstreich: Lothar Matthäus wähnte sich als Coach von Rapid Wien reif fürs Ministeramt. Der deutsche Rekordnationalspieler sagte geschmeichelt zu, als ihm ein Mitarbeiter der Bayerischen Staatskanzlei den Job des Sportministers im nächsten Kabinett von Edmund Stoiber anbot. Leider war der Anrufer nur Bernhard Ziegler, Spaßtelefonist bei Radio Bayern 1. Matthäus, ganz Profi, startete unvermittelt eine Charmeoffensive am Telefon: „Erstens ist das natürlich eine große Ehre für mich, zweitens bin ich ein ganz großer Fan vom Ministerpräsidenten – nicht nur auf Grund seiner Politik, sondern auch auf Grund seiner Menschlichkeit.“ Erst einmal drin im Bewerbungsgespräch, fuhr er fort: „Das würde ich gerne machen, das wäre eine tolle Auszeichnung.“ Um seine Eignung zu unterstreichen, wies Lothar auf seine Zusatzqualifikationen hin: die bayerischen Sportarten Fingerhakeln und Bierkrugstemmen.
Franz Beckenbauer durfte sich als Werbepartner eines großen Mobilfunkunternehmens seine Wunschnummer auswählen und entschied sich für die 0176/666666. Einfach zu merken, in der Tat. Dumm nur: Bei Franz klingelten fortan zahllose Herren auf der Suche nach einem erotischen Plausch durch. Bis der Kaiser die Nummer wechselte.
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Aus Heft #61 12 / 2006










