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20.04.2009

Sportfreunde Stiller über Klinsi und Bon Jovi

»Mehr Metal im Fußball!«

Interview: Benjamin Apitius, Andreas Bock  Bild: Imago

Vor 13 Jahren spielten sie noch vor 50 Leuten und zwei Hunden. Die WM 2006 katapultierte sie in unwirkliche Sphären: 500.000 Fans feierten die Sportfreunde Stiller in Berlin. Ein Gespräch über die Sorge, zum Deppen zu werden.

Sportfreunde Stiller über Klinsi und Bon Jovi - »Mehr Metal im Fußball!«


Flo, Du bist 1860-Fan. Ist diese Saison des FC Bayern eine Genugtuung für Dich?

Flo (lacht): Ich bin mittlerweile nicht mehr so streng mit dem FC Bayern. Ich habe denen einmal Tod und Hass geschworen – aber gegen Wolfsburg und Barcelona haben sie mir schon Leid getan, da sind sie ja wie die Hühnchen auseinander genommen worden. Auf diesem Wege möchte ich dem Grafite auch zum Tor des Jahres gratulieren. Aber ich bin mir fast sicher: In dieser Form hätte ich einen Lell und einen Ottl auch alt aussehen lassen, die waren ja so etwas von gar nicht da in dieser Situation.

Peter: Die ganze zweite Hälfte war demütigend! Und so dumm! Wie der verletzte Lucio da noch zu dieser Ecke humpelt und denkt, er müsse das jetzt alleine machen – und kommt dann nicht zurück. Und der van Bommel! Der muss doch nur aggressiver drauf gehen! Macht er aber nicht! Dieses Getrabe kotzt mich wirklich an!

Flo: Ich möchte keinem zu nahe treten… (überlegt) Aber kann es sein, dass der Lucio so leicht dumm ist? Ich will echt nicht, dass der mich jetzt verklagt…

Er mag Pferde.

Flo: Er mag Pferde? Ja, das ist doch schon mal ein Indiz (lacht). Die Bayern müssen auf dieser Position unbedingt handeln. Lucio agiert in den letzten Monate einfach sehr unclever. Er kommt mir vor wie ein kleines Kind, das mit dem Kopf durch die Wand will…

Peter: …was natürlich auch geile Momente hervorbringt…

Flo: …für den Gegner!

Ist Jürgen Klinsmann der richtige Mann in München?

Flo: Seine Stärke liegt sicherlich in der Motivation, da ist er mit Christoph Daum vergleichbar. Aber taktisch? Der Jogi fehlt ihm schon, das merkt man natürlich. Wie heißt sein Co-Trainer jetzt?

Peter: Vasquez.

Flo: Genau. Ich weiß auch nicht, ob es so clever ist, sich in der Bundesliga einen Mexikaner an die Seite zu stellen. Aber ganz ehrlich, man muss dem Klinsmann auch die Zeit geben. Jetzt zu sagen, er sei der falsche Mann, finde ich ein bisschen unfair. Die Meisterschaft ist noch lange nicht entschieden.

Doch auch seine Motivationskünste scheinen in München nicht richtig zu fruchten. Kennt Ihr das als Band auch, wenn man mal nicht so richtig Lust hat, aber auf die Bühne muss? Gebt Ihr immer hundert Prozent?

Peter: Manchmal geht es einfach nicht, keine Frage, und dann geht ein Konzert auch schon mal daneben.

Flo: Sobald wir anfangen zu spielen, entsteht ja auch ein gewisser Lärmpegel, der uns wachrüttelt. Bei uns kommt es ja auch nicht in dem Sinne auf Leistung an wie bei Profifußballern. Wir können uns ja gegenseitig noch im Spaß mitreißen. Aber wenn jetzt der Podolski auf dem Platz anfängt, Witze zu reißen…

Peter: …naja, man kann zumindest die Leute ansprechen und heiß machen. Das bekomme ich bei den Bayern aber auch nicht mit.

Schüchtert vielleicht die Kulisse doch mehr ein als es die Spieler zugeben wollen?

Peter: Ich kann mir das schon vorstellen, wenn du im gegnerischen Stadion spielst und dir da eine ordentliche Wand entgegen brüllt. Aber in Wolfsburg?

Flo: Ich denke, es kann dich ganz schön antreiben, wenn dich die eigenen Fans nach vorne peitschen – und einschüchtern, wenn die gegnerischen Fans in der Übermacht sind.

Wurdet Ihr von eurem Publikum schon einmal eingeschüchtert? Wie war beispielsweise euer Auftritt mit der Nationalmannschaft am Brandenburger Tor vor über 500.000 Menschen?

Peter: Das war so eine riesige Masse, soweit wir gucken konnten, ein Meer von Köpfen. Da haben wir ja aber auch nur das eine Lied gespielt, es war Euphorie pur, ein krasser Adrenalinschub – und dann war es ja auch schon wieder vorbei (schnipst).

Flo: Es ist auch für uns wichtig, wie das Publikum reagiert. Wenn die Menschen von Anfang an tanzen und mitsingen, ist das für uns schon die halbe Miete. Sobald wir aber merken, dass das Publikum ein wenig zurückhaltend ist, kommt man auch schnell auf falsche Gedanken. Der Rüdiger ist sehr abhängig vom Publikum und kommt dann nicht so richtig rein, wenn es nicht von Anfang an funzt.

Wie hoch geht es bandintern her, wenn die Löwen gegen die Bayern spielen?

Flo: Wir sind uns diesbezüglich noch nie in die Quere gekommen. Als 1860 noch in der Bundesliga gespielt hat, haben wir natürlich versucht, die Derbys zusammen zu schauen, dann gab es natürlich Sticheleien… Aber ich denke, das gehört dazu.

Rüdiger (betritt den Raum): Noch nie in die Quere gekommen? (lacht) Als wir 1999 zusammen das Champions League-Finale geschaut haben und du nach dem Abpfiff lachend durch die weinenden Bayern-Fans gestapft bist…

Peter: …das habe ich bis heute nicht verstanden! Wie man das feiern kann, wenn etwas so Krasses passiert!

Aber es gibt doch auch sicherlich immer wieder Streitpunkte. Uli Hoeneß, zum Beispiel, muss doch eine Hassfigur für dich sein, Flo.

Flo:
In einem Büchlein, das ich mal geschrieben habe, ist »Hoeneß« als das schlimmste Schimpfwort deklariert, das es gibt. Mittlerweile habe ich meine Ansicht aber ein wenig geändert. Ich habe viele Bayern-Spieler kennen gelernt, die gesagt haben, er sei ein guter Typ. Denen schenke ich jetzt meinen Glauben, denn sozial engagierte Menschen gibt es eindeutig zu wenig.

Peter: Ich war auch so scheiße (schlägt die Hände über dem Kopf zusammen). Auf der Filmpremiere von »Freigespielt«, dem Film von Mehmet Scholl, hatte ich die Chance, Uli Hoeneß die Hand zu schütteln und mich vorzustellen. Und dann gehe ich auf ihn zu und plötzlich vergeht mir der Mut und ich war einfach zu schüchtern.

Flo: Was hast du gemacht?

Peter: Ich bin einfach vorbeigegangen…

Flo: …und hast gesungen: »Uli Hoeneß – homosexuell« (lacht)?

Peter: (niedergeschlagen) Ich habe mich nicht getraut, ihn anzusprechen.

Wird Mehmet Scholl sein Nachfolger als Manager bei den Bayern?

Flo: Das habe ich auch gelesen. Der Mehmet soll lieber eine Band aufmachen!

Peter: Mit Tanne am Bass!

Flo: Ich würde dem FCB raten, einen sehr kompetenten Mann zu holen. Es kursiert ja auch immer wieder Oliver Kahn als möglicher Kandidat, der wäre für mich ebenso wie Scholl ein nicht kompetenter Nachfolger. Du kannst da eigentlich nur einen geschulten Wirtschaftsmann hinsetzen.

Dann hätte Mehmet Scholl endlich Zeit, mit Euch auf Tour zu gehen.

Flo: Eigentlich dachten wir, er würde uns 2007 auf unserer Tour mal besuchen, aber das hat dann aus verschiedenen Gründen nicht geklappt.

Peter: Kegeln?! (lacht)

Was ist Euer Ausgeichssport?

Flo: Der Peter reitet ganz gerne (lacht).

Peter: Du lachst – aber ich würde echt gerne reiten können.


weiterlesen [1] [2] [3]



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Kommentare

  • User
  • 17.04.2009 14:53:18 wrdlbrmft

    mir würde es ja schon reichen, wenn die stadionmusikauswähler etwas mehr geschmack hätten. wenn ich nicht mehr mit tina turner, ac/dc, styx, status quo, kirmestechnomusikanten und ähnlichem rotz vor dem spiel gequält werden würde. das wäre mir viel lieber, als fussballer mit pixies, ramones, kaizer chiefs oder blumfeld im mp3-player. ...

  • User
  • 17.04.2009 15:53:05 Atatenango

    Schönes Interview finde ich! Die Jungs sind durchaus kompentent und ich gönne denen auch den Erfolg mit ihrem WM-Hit, auch wenn es wesentlich bessere Lieder von denen gibt.

    Die meiste Musik ist im Stadion allerdings wirklich scheiße! Gibt es eigentlich einen einzigen vernünftigen Fansong? Ich hab neulich mal zufällig den vom FSV Frankfurt gehört. Wenn Ihr kotzen wollt, dann hört/guckt hier mal rein: http://www.youtube.com/watch?v=S2PqhZHsv5A

  • User
  • 17.04.2009 16:00:30 wrdlbrmft

    der "zebra-twist" vom msv duisburg ist lässig ... und auch "ssv 05" vom ssv reutlingen, gesungen von den sumpfpäpsten ...

  • User
  • 17.04.2009 16:54:58 boecko

    @wrdlbrmft

    Wenn Frank Rijkaard bei den Bayern wäre, könnte es zumindest einen neuen Musikstil geben ;)

    http://www.11freunde.de/international/118838

  • User
  • 17.04.2009 17:18:05 Teuton1c

    Klar Leute, Heavy Metal passt natürlich super zum Fußball. So einen Quatsch behaupte ja nichtmal ich.

    Black Metal ist Krieg

  • User
  • 17.04.2009 17:27:31 El Buitre

    ..und rechtslastige Scheiße wie Darkthrone, wa?

  • User
  • 17.04.2009 17:37:08 Teuton1c

    Erspar mir diesen Schwachsinn

  • User
  • 17.04.2009 18:02:31 Wer

    Black metal ist krieg.
    Duschen ist Krieg.
    Black Metal ist Duschen.
    Soviel mal dazu.

    Abner mal im ernst, die SPORTFREUNDE STILLER erklären, man müsse sich mehr mit Musik auseinadersetzen??? Wie um alles in der Welt kommt eine dieser 08/15 lari-fari Garagenbands auf den Gedanken, Ahnung voin musik zu haben? Die haben diesen einen fußball Song gemacht, der war auch wirklich toll und ließ sich gut singen im Rahmen der WM. Aber sonst? Metal? Klar^^
    Wenn einer von denen mir ne fundierte Meinung zu mindestens drei der folgenden Bands: Samsas Traum, ASP, Lacrimosa, Adversus, Angizia, nennen kann, dann kauf ich mir ne Konzertkarte, stell mich in die erste reihe und halte das ganze Konzert über ein Pappschild mit der Aufschrift "Verzeihung" hoch. Bis dahin müpssen sich die Jungs aber echt nicht über mangelnde musikalische Qualität beschweren, auch wenn ich eher noch für Metal in den Stadien wäre, als jetzt da läuft. Die Masse hat kmeinen Geschmack mehr. Warum wird nicht wenigstens ordentlich Klassik gespielt? Oder sowas wie die 10th anniversary Version von One Day more?
    Mein Gott, Duisburg spielt ja nichtmal Klaus Lage ...

  • User
  • 17.04.2009 18:28:32 El Buitre

    "Warum wird nicht wenigstens ordentlich Klassik gespielt?"
    Keine klassische Musik im Stadion?? Halt ich fürn Gerücht.

    Und der eine von den Deppen hat keine Ahnung vom mexikanischen Fußball, der in vielen Bereichen dem deutschen gleicht, schließlich von Europäern gegründet wurde, vor ein paar Jahren in der Fifa-Rangliste noch vor dem deutschen stand und sollte sich mal fragen, warum er also die Defizite Klinsmanns Vasquez anrechnen will. Ein Team mit solch großen Ambitionen wie die Bayern sie haben, soll sich einen Cheftrainer ohne taktische Kompetenzen leisten, der selbst in seinem Hauptgebiet der Motivation versagt und dann den Co austauschen?
    Da wäre der Hebel am falschen Platze angesetzt, mindestens so beknackt wie Darkthrone wäre das.

  • User
  • 17.04.2009 18:46:19 Wer

    Mein gott, das sind zwei durchschnittliche Fußballfans ohne viel Ahnung. Sie dürfen ihren Allerweltsquatsch halt in nem Interview von sich geben, weil aus irgend einem Grund viel leute ihre Musik gut finden. das amcht sie eben kompetenter als uns Normalsterbliche.

  • User
  • 17.04.2009 18:59:09 Teuton1c

    Wenn man den Spruch "Black Metal ist Krieg" versteht, weiß man auch, warum ich das für Fußball so unpassend finde.

    Aber weil Darkthrone es el buitre so angetan hat, schlage ich 'Raised on Rock' als Stadionlied vor.

  • User
  • 18.04.2009 12:25:43 monssolis

    Die Masse hat kmeinen Geschmack finde ich super als Formulierung. Sicher ein Versehen, aber es impliziert doch den Inhalt Die Masse hat k/meinen Geschmack. Großer Wortsport!

  • User
  • 18.04.2009 13:32:37 MarcRamone

    Grundsätzlich finde ich das Interview sehr sympathisch und ich glaube die Band sieht sich selbst auch nicht als Alleskönner oder Musikprofessoren, sondern als lockerleichte Hitgaranten. Die Technik macht keine Hits. Die RAMONES waren auch keine guten Musiker, aber hatten Gespür für wahre Songs!

    Das Thema Stadionmusik ist allerdings absolut streitenswert bzw. gehört auf die Agenda der noch zu erledingenden Dinge!!!
    Es gibt ja schon gute Fussballsongs wie z.B. "Football is coming home" oder "Auswärtsspiel" (geht beim Heimpsielvorprogramm natürlich nicht:-) von den TOTEN HOSEN und ähliche Lieder, die textlich halt anderes zum Thema haben, aber trotzdem auch wunderbar funktionieren würden. THE WHITE STRIPES bei der EM war so ein gutes Beispiel. Heavy Metal oder alle Subgenres würde ich nicht vor einem Spiel bringen, auch wenn es meine bevorzugte Richtung wäre. Es sind zu viele verschiedene Generationen vor Ort und da die richtige Mischung zu finden von lässig bis rockig hätte schon was.

    Ich hatte zuletzt mal bei einem Spiel vom Bonner SC einen klasse Song vor dem Spiel gehört, kam aber nicht drauf wie der hieß. Das war ein Krimi bzw. Thriller Song aus den Siebzigern (ähnlich wie das Straßen von San Francisco oder Dirty Harry Theme) und der passte total! Hätte ich nie gedacht.

    Einfach mal experimenterieren und nicht zu soft und nicht zu hart, da nun mal Kind bis Oma und Opa da sind.

    Die Vereinslieder hingegen sind ein Extrathema, da einige aus einer ganz anderen Zeit stammen. Die dürfen auch gerne mal wie eine olle Kamelle mit Rummskapelle klingen. Als S04 Fan habe ich da noch Glück, mir gefällt das Vereinslied. Andere haben auch Glück wie z.B. mit dem Zebra Twist. Aber das wäre ja auch nur ein Lied, hier ist ja die Rede von mind. ener halben Stunde vor Anstoß, da gehts um mehr als nur ein Song zur Einstimmung.

  • User
  • 19.04.2009 05:00:01 El Buitre

    Vikernes wird sich sicher über deinen Vorschlag freuen, teutonic, du Vollidiot.

  • User
  • 19.04.2009 09:05:30 Teuton1c

    Danke für den Vollidioten.

    Halbwissen, Suff ... und die Vorstellung vom SCP gestern ... ich verstehe dich ja. Aber stell mich mit deinem zusammengereimten Schwachsinn nicht als Rechten hin.

    "Darkthrone is certainly not a nazi-band nor a political band, those of you who still might think so, you can lick mother mary's asshole in eternity." (1995)

  • User
  • 19.04.2009 17:11:32 Wer

    Ach so einer bist du ...
    "Scheißegal das Varg ein Nazi ist, seine Musik ist ja nicht politisch."
    Wann werden so Trottel wie du endlich verstehen, das manchmal die Person hinter der ... "Kunst" nicht mehr zu ignorieren ist?!
    "Ja, klar, der Adolf war schon nicht so pralle aber hey, von Schäferhund-Zucht hatte der echt Ahnung!"

  • User
  • 19.04.2009 19:03:22 Teuton1c

    Mensch, ihr beiden werdet ja immer sympathischer!

    Wer, du täuschst dich. Im Moment läuft die Sache hier eher so: "So so, Sie mögen also Schäferhunde? Hitler hatte auch einen Schäferhund!". Naja, ich steh da drüber. Ihr dürft jetzt nochmal nachtreten und dann beenden wir das hier.

  • User
  • 19.04.2009 20:35:40 Wer

    ^^ Jaja, genau. Das Äquivalent zu "So so, Sie mögen also Schäferhunde? Hitler hatte auch einen Schäferhund!" wäre nur leider "So, sie hören also Metal? Nun, es gibt einen Nazi der macht auch Metal-Musik!". Nicht zu verwechseln mit "Ich höre gerne Musik von Vark Vikerness, der ist nur blöderweise ein Nazi."
    Red dich aus deiner Rückratlosigkeit nur schön raus und hör deine unpolitische Nazimucke.

  • User
  • 19.04.2009 21:34:55 betze_diaspora

    black metal ist krieg... stammt das nicht von dieser oberleuchte kanwulf alias nargaroth alias rené wagner, der sich so lautstark darüber freute, dass die mörderbande absurd wieder auf freiem fusse wandeln darf?

    mach hier mal nicht so ein fass auf, teutonic. für nen echten black metaller muss es doch ein inneres stabkirchenabfackeln sein, verachtet zu werden.

  • User
  • 20.04.2009 07:32:07 unionchemiker

    klaus schlappner ist black metal....

  • User
  • 20.04.2009 15:45:17 Atatenango

    Wer zum Teufel ist Vark, und was hat das alles mit dem Interview von den Sportfreunden Stiller zu tun?

  • User
  • 20.04.2009 15:55:26 El Buitre

    Vielleicht liest du es mal..

    Und Teutonic, abgesehen von der Frage, ob Darkthrone blöde Nazis sind oder nicht, die arische (sic!) Band kokettiert wie so viele im Black Metal Bereich mit germanischer Symbolik und nimmt sich einen Nazi zum Texteschreiben und da wundern sie sich in diese Ecke gestellt zu werden? V.a. wenn darauf angesprochen noch entsprechende Sätze gesagt werden? Ist das vielleicht blöde oder was? Sind Darkthrone also blöde? Bist du blöde so ne blöde Band anzuhören? Und ist es blöd so etwas blöd zu finden?
    Blödsinn.

  • User
  • 20.04.2009 16:00:07 Atatenango

    ich kann gar nicht lesen...

  • User
  • 20.04.2009 16:05:11 El Buitre

    Ist keiner in der Nähe, der es dir vorlesen könnte?

  • User
  • 20.04.2009 16:14:20 Atatenango

    Ich frag mal rum...vielleicht erklärt er mir das dann ja auch gleich noch inhaltlich...

  • User
  • 20.04.2009 17:58:55 Teuton1c

    OK, dann sag ich also doch nochwas dazu und versuche es (ernsthaft) ganz sachlich.

    Darkthrone hat im Jahr 1993 ein Album namens Transylvanian Hunger rausgebracht und darauf 8 Liedtexte von einem damaligen Freund der Band, einem durchgeknallten Rassisten names Varg Vikernes, schreiben lassen. Der saß bis jetzt wegen Mordes, Brandstiftung an Kirchen und Waffenbesitz im Knast. Und er ist eben randvoll mit brauner Scheiße. Diesen Texten auf dem besagten Album merkt man das nicht an und die Musik von Darkthrone ist kein NSBM - ganz andere Themen. Das Album zählt aus anderen Gründen als Klassiker des BlackMetal, weswegen es eigentlich ein MustHave in einer BlackMetal-Sammlung ist. Die Sache mit dem Autor ist leider nur einer der äußerst negativen Aspekte. Auf einer australisischen Veröffentlichung des Albums stand im Booklet "Norsk Arisk Black Metal", wobei unklar ist, wieso da dieser Müll stand. Darkthrone hat sich in einem Interview mit Rock Hard zu allem Überfluss noch "kontrovers" zu dem Thema geäußert, wie es aller Orten heißt. Weil es damals schick war, offen zu provozieren, eben auch mit blöden Mitteln, wie el buitre zurecht sagen würde. Das Interview habe ich selbst nie gelesen, aber es hat immerhin zu einem vorübergehenden Boykott der Band geführt. Der Autor des Interviews hat später allerdings zugegeben, es "nachgewürzt" zu haben um die Wirkung zu verstärken. Darkthrone hat sich dann 1995 gezwungen gesehen, sich zu distanzieren und hat das mit dem weiter oben von mir aufgeführten Spruch auf dem Nachfolgealbum getan (Kurz: Darkthrone sei weder Nazi-Band, noch politisch).

    Der Spruch "Black Metal ist Krieg" war von Kanwulf (andere Band). Er sagt dazu "Viele deuteten diesen Ausspruch naiv, im Sinne eines konventionellen Krieges oder konventioneller Gewalt. Das meinte es aber nicht. Ich meinte den täglichen Krieg im Kopf. Die täglichen Widersprüche, ausgelöst durch die inneren Ideale des Black Metals und den alltäglichen Anforderungen in der realen Welt." Das Interview hier forderte ja mehr Metal im Fußball und ich habe diesen Satz scherzhaft angeführt, um deutlich zu machen, wie wenig das zu Fußball passt. So ist es aber leider nicht verstanden worden. Hinzu kommt, dass dieser Kanwulf offenbar auch Dreck am stecken hat, was ich aber nicht wusste.

    Ich habe das AlbumCover von Transylvanian Hunger als Avatar hier bei 11freunde. Nicht weil es für mich eine großartige Message transportiert, sondern weil es einfach nach BlackMetal aussieht. Auf dem Booklet von meiner CD steht "True Norwegian Black Metal", sonst hätte ich es wohl auch nicht. Varg Vikernes ist kein Mitglied von Darkthrone und sie verwenden keine Texte mehr von ihm. Daher finde ich auch meinen Vorschlag "Darkthrone -Raised on Rock" im Stadion zu spielen wenig verwerflich, weil da 15 Jahre zwischen Darkthrone und Vikernes liegen. Es ist auch kein Black Metal mehr, sondern bestenfalls punkiger Balck'n'Roll.

    Unfair ist es aber, mich deswegen in die rechte Ecke zu stellen. Wenn es rückgratlos ist, sich die 2-3 guten Lieder auf dem Klassiker anzuhören - ok, kann ich mit leben. Mit den anderen Andeutungen und Vorwürfen nicht.

  • User
  • 20.04.2009 18:55:40 rites_of_spring

    leute. frage mich gerade, was diese ausschweifende metal-diskussion mit dem sportfreunde-stiller-interview zu tun hat? bzw. wieso muss der eine von denen über bands wie samsas traum oder lacrimosa referieren können, um über heavy-metal eine (augenzwinkernde) bemerkung zu machen. ich bin bestimmt kein sportfreunde-stiller-fan, der hier seine helden verteidigen will, aber mal ehrlich: hat überhaupt jemand das interview gelesen? da erzählt der eine, dass er mal mit seiner jugendmannschaft gegen ein team aus tätowierten heay-metal-typen gespielt hat und dementsprechend arg eingeschüchtert war. diese erfahrung transportiert er auf den profibereich und fragt sich, warum bundesligaprofis (oder während der wm die nationalspieler) seichte r-n-b-musik wie xavier naido hören, die einen zum einschlafen bringt. nicht mehr und nicht weniger. in keiner stelle maßt sich der mann an, großartig ahnung von heavy metal zu haben (und wenn auch? dass diese heavy-nerds, diese ganzen rock-hard-werbepostillen-leser stets so tun, als ob niemand das wort heavy metal, death metal oder was auch immer, in den mund nehmen darf, wenn er nicht die komplette diskographie von exodus runterbeten kann. dieses festklammern an irgendwelchen nerd-fakten, die nicht mal die bands selber interessieren. arm. ganz arm - und zumeist blicken diese bratzen dann nicht mal bis zur nächste musikecke.).

  • User
  • 21.04.2009 12:29:43 Atatenango

    @Teutonic: danke für die Aufklärung! Ist nicht meine Musik, aber trotzdem nicht uninteressant!

    @rites: ansonsten sehe ich das aber genauso wie Du, denn die Jungs von den Sportfreunden haben von Metal wahrscheinlich genauso viel Ahnung wie ich (ich hab von diesen ganzen Bands auf jeden Fall noch nie was gehört, ich kenn vielleicht grad mal noch sowas wie Slayer oder Iron Maiden und mehr werden die Jungs auch nicht kennen)

  • User
  • 21.04.2009 13:19:16 unionchemiker

    klaus schlappner iss krieg und black metaler sind blöde...

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