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04.11.2008

Wenn Fans die Städte zukleben

»Das ist kein Spaß mehr«

Text: Björn Goldmann  Bild: Der Westen

Schlachtenbummler zieren gern Verkehrsschilder mit Aufklebern. Allein in diesem Jahr mussten in Gelsenkirchen rund 100 Schilder ausgetauscht werden. Wir berichten über den schmalen Grat zwischen Fankultur und Vandalismus.

Wenn Fans die Städte zukleben - »Das ist kein Spaß mehr«


Jeder kennt sie. Die kleinen Aufkleber mit dem Konterfei eines Fußballspielers. Kevin Kuranyi, Jefferson Farfan und Marcelo Bordon grinsen dort um die Wette. Praktisch, dass es für diese Klebebildchen ein Sammelheft gibt, das nach dem Hersteller benannte Panini-Album.



Jeder sieht sie. Die Aufkleber mit dem Bezug zum Gelsenkirchener Profifußball. »Ultras«, »S04« oder ein nettes »Scheiß BVB« ist darauf zu lesen. Unpraktisch, dass es für diese Klebebildchen kein Sammelheft gibt. Und deshalb sind sie überall in der Stadt zu finden. Sie prangen auf Verkehrsschildern, auf Verteilerkästen für Ampeln und an Laternenmasten. »Die Reinigung kostet die Stadt locker tausende Euro im Jahr«, sagt Helmut Klein, Mitarbeiter der Abteilung Verkehrsplanung und Einrichtungen.

Es gleicht einem Kampf gegen Windmühlen. Nicht nur in der Umgebung der Arena verkleben die Sticker die Verkehrszeichen. »Egal ob man durch Schalke, Ückendorf, Erle oder Polsum fährt – man sieht die Aufkleber überall, in jedem Stadtteil«, sagt André Lagrave, ebenfalls Mitarbeiter der Abteilung Verkehrsplanung und Einrichtung. Und so haben er und seine Kollegen stets viel zu tun. »Wir sind eigentlich ständig im Einsatz. Als hätten wir mit verdreckten und vermoosten Schildern nicht schon genug zu tun. Und so einfach lassen sich mit Stickern beklebte Verkehrszeichen nicht reinigen«, sagt Lagrave. Einige Minuten Einweichzeit braucht es mit einem speziellen Reiniger schon, um die Aufkleber vom Schild zu lösen ohne dessen Folie zu beschädigen. Und nicht selten kommt es vor, dass das Schild komplett unbrauchbar ist. Lagrave: »80 bis 100 Schilder mussten wir in diesem Jahr schon auswechseln.« Und unter Umständen kann es gar gefährlich werden. »Wenn aus einer 30er-Zone durch geschicktes Kleben eine 80er-Zone wird, ist das kein Spaß mehr. Oder wenn das Ordnungsamt keine Strafzettel verteilen kann, weil das Schild vor Stickern nicht mehr erkennbar ist«, so Lagrave.

Der neueste Trend der Klebenden: Als Untergrund dienen den Stickern Paketetiketten der Post. Lagrave: »Die bekommt man nur sehr schwer ab, man muss Etikettenentferner benutzen. Dabei fragt man sich, was das Ganze überhaupt soll. Man verärgert doch nur die Bürger damit und es kostet die Stadt unnötig Geld.«



Der Westen@11Freunde




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Kommentare

  • User
  • 04.11.2008 16:35:11 Bash

    Genau. Weg mit den Aufklebern.

    Der Trend geht wieder zur einfachen Sprühdose.

    Manche Menschen von der Stadt haben einfach nen Ei am wandern. Die Vereine zahlen Millionen an Steuern (alleine Umsatzsteuer) und die machen sich wegen ein paar tausend Euro für die Reinigung von Zettelchen nass...

  • User
  • 04.11.2008 17:37:12 tvinnefossen

    Hm, was könnte man mit dem Geld wohl machen, wenn man es nicht für die Reinigung ausgeben müßte?

    Und wie steht es eigentlich mit der Achtung fremden Eigentums?

    Hm, Fragen über Fragen...

    .. auf die keine Antwort zu wissen heutzutage total nor mal ist...

  • User
  • 04.11.2008 18:34:14 haibi

    eine gigatragödie über die gar nicht genug berichtet werden kann, und gleich hundert schilder.
    da sollte die geneigte privatsenderfront sich des themas mal annehmen.
    toto & harry extrem auf der spur der schilderkiller
    oder so

  • User
  • 04.11.2008 18:58:26 betze_diaspora

    tja, da helfen nur überwachungskameras. am besten an jedem schild eine.

  • User
  • 04.11.2008 22:14:00 gelsenkirchen

    Der neueste Trend der Klebenden: Als Untergrund dienen den Stickern Paketetiketten der Post.

    sicher! der neueste.........

  • User
  • 04.11.2008 22:33:02 gygax

    Klar is das neu, früher waren die von UPS

  • User
  • 04.11.2008 23:11:30 Okolov

    auch ne möglichkeit, gegen den deutschen schilderwald zu demonstrieren


    weniger schilder, weniger aufklebfläche!!!

  • User
  • 05.11.2008 09:32:21 calimero

    hätten hier mal ein paar aufkleber geklebt

  • User
  • 05.11.2008 11:15:08 gelsenkirchen

    ich find so aufkleber super, ich gucke mir die auch immer an wenn ich an der ampel stehe. und wenn's einer gegen nazis ist finde ich das gut, wenn's ein nazi-aufkleber ist knibbel ich den ab!
    bvb-aufkleber knibbel ich nicht ab, das wäre in ungefähr so wie kämpfen gegen windmühlen!

  • User
  • 05.11.2008 11:22:03 calimero

    für die ganz peacigen fans empfehle ich adhäsionsfolie, dann klappts auch mit der stadtreinigung.
    eignet sich aber nich bei kälte, da sie sich dann zusammenzieht und nicht mehr haftet.

  • User
  • 05.11.2008 11:51:33 gelsenkirchen

    oder die richtigen verkehrsschilder abhängen und eigene aufhängen!

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