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26.09.2008

Fans gegen Homophobie

Fußball ist schwul

Text: Katja Reimann  Bild: Imago

Früher haben sie sich versteckt, heute bringen sie Transparente im Stadion an: Schwule Fanklubs gibt es inzwischen fast überall in der Bundesliga. Die Fanklubs wollen auch Vorbild sein – damit sich vielleicht bald ein Spieler outet.

Fans gegen Homophobie - Fußball ist schwul


An den Samstag vor zwei Jahren erinnert sich Werner genau. Es war der 21. Oktober 2006, ein Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, als er und zwei Freunde sich im Berliner Olympiastadion über eine Ballustrade beugten und ein zwölf Meter langes, schmales Banner entrollten. »Fußball ist alles – auch schwul« stand darauf in dicken schwarzen Lettern geschrieben. Dort, halb über das Geländer gelehnt, sah er aus den Augenwinkeln plötzlich hunderte Fotoblitze im gegenüberliegenden Fanblock aufleuchten. Werner schielte in Richtung Osttribüne, wo die Ultras sitzen. Auch von dort war das Banner gut zu lesen. »Ich war schon nervös«, gesteht er heute und grinst. Doch die Osttribüne verhielt sich ruhig, die Fotoblitze wurden weniger – seitdem hängt so ein Banner immer im Stadion, bei jedem Spiel von Hertha BSC.



Werner, groß und gebräunt, im blauen Poloshirt, ist 42 Jahre alt, Fußballfan – und der zweite Vorsitzende des schwul-lesbischen Hertha-Fanklubs, der Hertha-Junxx. Doch, großes Stadion-Banner hin oder her, seinen Nachnamen möchte er lieber nicht in der Zeitung lesen. Gegründet im Jahr 2001, waren die Berliner Junxx der erste schwul-lesbische Fanklub in Deutschland. Inzwischen gibt es davon ein gutes Dutzend, etwa in München und Dortmund, Stuttgart und Hamburg, Bielefeld oder Köln.

Beleidigungen kommen sogar von Offiziellen

Gegründet wurden sie alle, weil ihre Mitglieder genug hatten von homophoben Sprechchören und Witzen im Stadion, von Fans, die den Schiedsrichter als »schwule Sau«, das Spiel der gegnerischen Mannschaft als »schwuchtelig« und den feindlichen Torwart hämisch als »homosexuell« bezeichneten. Eine gute Abwehr bestehe aus Schwulen, »weil die von hinten richtig Druck machen«, lautet nur einer der vielen Witze, die unter Fußballfreunden kursieren. Mehr noch: die Beleidigungen schallen nicht nur über die Ränge im Stadion, sondern kommen sogar von Offiziellen. Erst Ende Mai 2008 sprach der Kölner Trainer Christoph Daum im Zusammenhang mit Homosexualität von notwendigem Jugendschutz. Inzwischen hat er sich beim schwulen Fanklub des 1. FC Köln, »Andersrum Rut-Wiess«, entschuldigt.

Für die homophobe Stimmung im Stadion haben die Hertha-Junxx eine einfache Erklärung. »Fußball ist die letzte Bastion der Männlichkeit«, meint Werners Freund Heinrich. Homosexualität werde als Angriff auf diese Männlichkeit gesehen. »Dabei«, sagt er und schüttelt verständnislos den Kopf, »hat die sexuelle Orientierung mit Fußball nichts zu tun«. So treffen sich auch die Hertha-Junxx vor allem wegen ihrer Begeisterung für Fußball – nicht wegen der Vorliebe fürs gleiche Geschlecht. Rund 40 Mitglieder im Alter von 18 bis Anfang 40 zählt der Klub zur Zeit, etwa 20 von ihnen engagieren sich aktiv und zehn gehen auch regelmäßig zusammen ins Stadion. Schwul sein ist für sie der gemeinsame Nenner, der das Zusammensein angenehmer macht. Nicht nur im Stadion, sondern auch beim Fußballspielen im Tiergarten, beim Grillen oder in der Kneipe.

Das Spiel mit Sieg oder Niederlage steht im Vordergrund


Ähnlich beschreibt es auch Dirk Brüllau, 45, vom FC-Bayern-Fanklub Queerpass. Dass sich Schwule oder Lesben in einem Fanklub zusammenfinden, sei absolut verständlich. »Kaffeetrinker und Südkurvensteher haben sich ja auch organisiert«, sagt er. Klar diskutierten die Männer von Queerpass (momentan gibt es nur drei weibliche Mitglieder) auch über attraktive Spieler, Lukas Podolski zum Beispiel oder Philipp Lahm. Auch die Berliner Junxx schwärmen – für Arne Friedrich. Und läuft Patrick Ebert ein, dann schallt es aus ihrer Ecke schon mal »Du hast die Haare schön«.


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Boah, der Pokal...

nervt
hat seine eigenen Gesetze
gehört uns
muss auch mal wieder poliert werden
ist schäbbig wie die Nacht
Entschuldigung, aber ich interessiere mich nicht für unterklassigen Fußball




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