»66/67«-Drehtagebuch
Ab nach Hannover! Du Schlampe!
Text: Conrad Mildner Bild: Frisbeefilms
Seit dem 1. Juli finden in Berlin und Braunschweig die Dreharbeiten zu dem Kinofilm 66 / 67 (AT) statt: Für sechs Jungs bildet ihr Fanclub des Fußballvereins Eintracht Braunschweig das Zentrum ihres Lebens und ihrer Freundschaft. Hier das Drehtagebuch.
1. Drehtag – 01.01.2008:
Das Auftaktspiel für das Drehteam von »66/67«. Drei Monate Vorproduktion liegen hinter uns. Nun gehen die Dreharbeiten endlich los. Unser Aufnahmeleiter Andreas Jupe, stolzer Fan des 1. FC Köln, hat auf die Disposition eine bekannte Fußballweisheit von Lukas Podolski geschrieben. »Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel.« Mit soviel Poesie fällt die Arbeit umso leichter. Wir drehen in einer Wohnung in Spandau, im »Ghetto«, wie die Anwohner hier sagen. Direkt am Set ist es eng und stickig. Das Team versucht auf den 35 m² seine Arbeit zu verrichten. Der erste Tag verläuft entspannter als erwartet und am Ende kann auch Regisseur Carsten Ludwig sagen: »Es war ein guter Tag.«
4. Drehtag – 04.01.2008:
Wir haben den Spielort gewechselt. Mitten in Berlin-Steglitz steht unser neues Motiv, ein Einfamilienhaus. Es ist regnerisch, was nicht stört, wir drehen nämlich drinnen. Maxim Mehmet, Bernhard Schütz und Gitta Schweighöfer haben heute ihren ersten Drehtag. Maxim Mehmet spielt Henning und dessen Zwillingsbruder Malte. Deshalb ist noch der Marco Wittorf mit dabei. Er doublet Maxim, mal als Henning, mal als Malte. »Doppelpass alleine? Vergiss es!« hat Lukas Podolski mal gesagt.
5. Drehtag – 07.07.2008:
Roy Präger: »Auffe Bank sitzen is scheiße, da tut dir der Arsch weh.« Deshalb sitzt auch so gut wie keiner am Set. Alle sind ständig in Bewegung. Heute bewegen wir uns an zwei verschiedenen Orten. Zuerst drehen wir in einer Kreuzberger Wohnung, danach ziehen wir um in eine verlassene Behörde. Dort drehen wir in einem Fahrstuhl, in dem Fußballfan Otto kurz davor ist, jemanden zu verprügeln. Dann ist Drehschluss. Vom ganzen Stehen tun dir die Füße weh!
6. Drehtag – 08.07.2008:
Heute ist ein schwieriger Spieltag. Wir sind in Berlin-Britz umgeben von Reihenhäusern. Wir haben die Straße gesperrt, um eine lange Szene mit einer Kamerafahrt zu drehen. Regen, Sperrendurchbrechende Autofahrer und genervte Anwohner erschweren den Dreh. Danach ziehen wir uns zurück in eines dieser schmalen Häuschen in einen noch kleineren Raum, der zum Eintracht-Braunschweig-Fanroom ausgeschmückt wurde. Ein Traum aus blau und gelb. 66/67-Mitglied Christian sucht seine Jacke in dieser Szene, die sich am Ende zu einem Streit mit seiner Freundin ausweitet.
7. Drehtag – 09.07.2008:
Ab heute drehen wir im Café Yildiz, was später im Film der Treffpunkt der 6 Fußballfreunde von 66/67 sein soll. Es steht eine wichtige Szene auf dem Programm, das letzte Treffen der Gang. Folglich sind auch alle 6 Hauptdarsteller da, eine Premiere. Das Szenebild hat aus einer Spelunke, namens Zenit, dass Yildiz gebastelt. Hier treffen deutsche und türkische Fußballkultur aufeinander und harmonieren in gelb und blau. Der Dreh selbst erweist sich als sehr intensiv. Trotz Nachteinbruch, bleibt es, mithilfe von Scheinwerfern, taghell im Café. Um 00:30 Uhr ist Schluss. Es hat sich gelohnt.
8. Drehtag – 11.07.2008:
Wir sind immer noch im Yildiz, haben heute unseren ersten Nachtdreh. Drehbeginn ist um 18:30 Uhr. Um das Team durch die Nacht zu bringen, hat sich die Führungsspitze was besonderes ausgedacht. Direkt zum Mittag gibt es frisch gepresste Fruchtsäfte für jeden. Das gibt Vitamine und Energie. Um 5 Uhr ist Schluss. Kurze Spielpause für zwei Tage.
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