Fußballfilm-Festival »11mm«
»Maradonas Ableben rückt näher«
Text: Thorsten Schaar Bild: Imago
Vom 4. bis zum 7. April findet im Kino Babylon in Berlin-Mitte das 5. Internationale Fußbalfilm-Festival »11mm« statt. Wir sprachen vorab mit Jan Tilman Schwab, einem der Macher, über die Höhepunkte des diesjährigen Programms.
Beim Fußballfilm-Festival laufen diesmal drei Schiedsrichter-Streifen. Ein neuer Trend?
Nein, der Unparteiische ist eine etablierte Figur im Fußballfilm. »Tod
dem Schiedsrichter«, ein furchtbarer Klassiker des Genres, stammt aus den frühen 80er Jahren. In der Schlussszene wird ein Schiedsrichter in einem Einkaufszentrum zu Tode gehetzt.
Welche Filme sollte man sich in diesem Jahr unbedingt ansehen?
»Football Under Cover« ist ein beeindruckender Dokumentarfilm über die
Probleme des iranischen Frauenfußballs. Gezeigt wird eine Berliner
Mädchenmannschaft, die für ein Freundschaftsspiel in den Iran gereist ist. Der Beitrag, der aber besonders herausragt, ist sicherlich der italienisch-spanische Maradona-Spielfilm »La Mano de Dios«.
Warum erscheinen gerade jetzt so viele Maradona-Movies?
Maradona war nicht nur ein herausragender Fußballer, sondern hatte auch ein rebellisches Image. Er ist ein tragischer Held, dessen Spielerkarriere ebenso wie das Privatleben immer wieder unterschiedliche Perioden durchlief. Dies ist von sich aus schon eine dramatische Geschichte, die das Kino liebt: Ein ständiger Aufstieg und Fall, ähnlich wie bei Garrincha oder George Best. Die Filmwelt rechnet vielleicht aber auch damit, dass sein Ableben immer näher rückt...
Emir Kusturica, der seinen Dokumentarfilm »Maradona« in Cannes vorstellt, will nicht weniger als das »wahre Gesicht Maradonas« zeigen.
Dann muss er eigentlich zwei zeigen. Im Gegensatz zu Beckenbauer, Cruyff oder Pelé hat Maradona zwei sehr unterschiedliche Gesichter: ein
engelsgleiches und eine hässliche Fratze. Im WM-Viertelfinale gegen England 1986 sah man beide, innerhalb einer Halbzeit. Im Film telefoniert er nach dem Spiel mit seiner großen Liebe, die er zuvor aufgrund von Drogen und Hurerei verloren hatte, und freut sich spitzbübisch, dass er es den Engländern gezeigt hat. Die Szene wird in England nicht sonderlich gut ankommen (lacht).
Was haben Sie im Spielfilm über Maradona gelernt, was Sie vorher noch nicht wussten?
Ich interessiere mich normalerweise nicht für das Privatleben von Stars.
Dass Maradona eine große Liebe namens Claudia hatte, mit der er immer mal wieder zusammen war, ist mir nicht klar gewesen. Grundsätzlich darf man von einem solchen Film nicht erwarten, dass das Denkmal dekonstruiert wird. Die zahlreichen Bordellbesuche und Drogenexzesse werden zwar erwähnt, Maradona wird aber auch stark glorifiziert. Das Drehbuch ist ansonsten durchaus kenntnisreich: Sogar das brutale Foul von Goicoechea wird prominent erwähnt.
Wie wurde das ewige Problem mit den Spielszenen gelöst?
Das Casting ist hervorragend. Sowohl der junge wie der heranwachsende wie auch der alte Diego sind gut ausgewählt. Für die wichtigsten Tore hat man aber auf Originalaufnahmen zurückgegriffen. Die Spielszenen wurden in den Film reingeschnitten. Eine gute Strategie. Wie sollte man das berühmte Tor von 1986 auch authentisch von Schauspielern nachstellen lassen?
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Wir verlosen 3x2 Karten für die 11mm-Eröffnungsparty am 4. April. Dazu musst Du nur folgende Frage beantworten:
Welchen Torwart düpierte Maradona bei der WM 1986 mit der Hand Gottes?
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