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Drakonisches Stadionverbot in Wolfsburg

„Die ließen nicht mit sich reden“

Interview: Fabian Jonas  Bild: Imago

„Die ließen nicht mit sich reden“

Clemens, am 27. Februar spielte der HSV im Pokal-Halbfinale in Wolfsburg und kassierte in der Verlängerung eine bittere 1:2 Niederlage. Was ist danach geschehen?

Als ich den Gästeblock in Wolfsburg kurz nach Spielende verließ, wurde ich von zwei Ordnern angesprochen. Ich sei beim Anbringen von Aufklebern beobachtet worden und hätte damit Sachbeschädigung begangen. Dann musste ich mit zur Polizeiwache.

Anzeige



Was passierte dort?

Dort wurden meine Personalien aufgenommen und mir mitgeteilt, dass vom VfL Wolfsburg gegen mich Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet würde. Und dann bekam ich auch schon ein Formular, dass ich bis Ende Juni 2011 bundesweites Stadionverbot hätte.

Direkt an Ort und Stelle?

Ja. Die Formulare lagen schon maschinell unterschrieben bereit, da mussten nur noch der Name, Adresse, die Paragraphen und die Dauer eingefügt werden.

Bei dir dauert es bis Ende Juni 2011, also über drei Jahre. Wurde diese lange Dauer irgendwie gerechtfertigt?


Nein, mit keinem Wort. Mir wurde das einfach nur mitgeteilt.

Dir wurde auch nichts anderes zur Last gelegt, als Sticker angebracht zu haben? Es ging ausnahmslos um Aufkleber?

Ja, mir wird vorgeworfen unten an der Scheibe im Gästeblock vier Aufkleber angebracht zu haben. Die Anzeige lautet auf Sachbeschädigung.

Klebten dort denn irgendwelche Sticker?


Ach, Hunderte! Die ganze Scheibe dort war voller Aufkleber!

Warst du der einzige Betroffene?


Nein. Ich weiß von Dreien, denen das gleiche vorgeworfen wurde. Einer saß schon auf der Polizeiwache, als ich dort ankam, und ein Weiterer wurde von den Wolfsburger Ordnern erwähnt, die mich dorthin gebracht haben.

Wie ging es dann weiter?

Ich habe darum gebeten, dass der HSV-Fanbeauftragte angerufen wird, der dann auch schnell kam. Er hat versucht, die Situation zu schlichten, und argumentiert, dass so etwas doch nicht verhältnismäßig und total überzogen sei. Er hat auch darauf hingewiesen, dass es neue Richtlinien bei Stadionverboten gäbe, mit denen differenzierter auf die einzelnen Fälle eingegangen werden soll. Aber die Wolfsburger ließen nicht mit sich reden und sagten nur, sie hätten eben ihre Vorgaben.


weiterlesen [1] [2]



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News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Hamburger Sport Verein, VfL Wolfsburg



Kommentare

  • User
  • 07.03.2008 20:39:12 spreeathlet

    meine güte ! in herrman göring stadt nehmen die es aber sehr genau. klar nerven irgendwelche aufkleber aber mein gott wenn die polizei sich mal statt sowas um die wirklichen probleme kümmern würde.

  • User
  • 08.03.2008 10:38:59 Haensgen vom Deich

    Ach herrlich zu sehen, wiviel geistiger Dünnpfiff in vier Zeilen passen.

    Hermann schreibt man mit enem "r", dafür mit doppel "n"! Das nur nebenbei. Hermann-Göring-Stadt ist ungefähr so angebracht, als würden man das Olympiastadion Adolf-Hitler-Stadion nennen.
    Und diese Aussagen, die Polizei solle sich mal bitte um die richtigen Probleme kümmern... Lachhaft! Wenn der VfL Wolfsburg oder wer auch immer Stadionbetreiber ist eine Anzeige stellen will, dann muss die Polizei diese ja auch aufnehmen.
    Sollen sie sagen: "Nö, keine Zeit, wir müssen Vergewaltiger und Terroristen jagen!"

    Das Stadionverbot in diesem Fall ist jedenfalls genauso lächerlich, wie für diesen Vorfall die Polizei verantwortlich zu machen...

  • User
  • 08.03.2008 10:40:07 Haensgen vom Deich

    Mann ey, so dick auflabern und dann selber 'nen Fehler drin.

    <> natürlich... Herrje!

  • User
  • 08.03.2008 11:13:59 der lenny

    Und wieder mal ein total lächerlich unverhältnismäßiges Stadionverbot...kann man dem VfL Volkswagen nicht einfach drei Jahre Erstliga-Verbot erteilen? ;)

    Is schon bitter, das Leute für sowas vom Fußball ausgeschlossen werden...verschandeln das schöne VW-Stadion...ts, ts....

  • User
  • 09.03.2008 13:43:06 monssolis

    Wolfsburg = Stadt des KdF-Wagens
    Salzgitter = Stadt der Hermann-Göring-Werke

    Also, ehemals jetze.

    Die Polizei in WOB hat mich letztens aber auch angekotzt. Wollten keinen über die Hauptstraße vom Bahnhof in die Innenstadt lassen. Diskussionen über Grundrechte wie Freizügigkeit für europäische Bürger in Europa überforderten sie leicht. Das war dann schon wieder witzig. Jedenfalls kann man für leichte Aggressionen sorgen, wo vorher nur gute Laune war. Prima...

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