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Warum Eike Immel jetzt im Urwald wohnt

Er ist alt und braucht das Geld

Text: Alex Raack  Bild: Imago

Er ist alt und braucht das Geld

„Ich bin extrem belastbar und zäh. Als ehemaliger Torhüter bin ich ein Einzelkämpfer, als Mannschaftssportler aber auch teamfähig.“ Das sagt Eike Immel (47), 534 Bundesligaspiele hat der gute Mann auf dem Konto, war Nationaltorwart. Doch Immels Aussage ist kein fett gedruckter Ausschnitt aus seiner Bewerbungsmappe für neue Trainertätigkeiten, Immel sagt das, weil er ins „Dschungel-Camp“ von RTL („Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“) geht. Noch schlimmer: Er ist schon längst da und wühlt sich seit Tagen vor den Augen der geiernden TV-Öffentlichkeit durch Kakerlaken-Berge und klettert in miefige Abwasserschächte.

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Wie konnte das passieren? Die Antwort ist einfach: Der 19-fache Nationaltorsteher braucht Geld, er ist pleite, leidet unter starker Hüftarthrose und hatte zuletzt noch nicht einmal das Geld für eine notwendige Hüft-OP. „Das ist meine Motivation, da muss man auch keine anderen Gründe dazuerfinden“, erklärt Immel seine vertrackte Situation. Der reflexstarke Torhüter, einst D-Mark-Millionär, hatte schon immer ein spezielles Verhältnis zum lieben Geld. Als 17-jähriger gab er 1978 im Dress von Borussia Dortmund ausgerechnet gegen die großen Bayern aus München sein Profidebüt, der Beginn einer erfolgreichen und langen Karriere. Ein Jahr später hatte der Neureiche Jungspund bereits seinen ersten Porsche zersägt. Nach 247 Spielen für den BVB wechselte Immel 1986 zum VfB Stuttgart und feierte dort unter Christoph Daum mit der Deutschen Meisterschaft 1992 seinen größten Erfolg. Wäre er nicht nach der EM 1988 erbost zurückgetreten, weil Teamchef Franz Beckenbauer im ersten Spiel nach dem Turnier dem jungen Bodo Illgner den Vorzug gab, hätte Immel gute Chancen gehabt, 1990 in Italien als erster Mann zwischen den Pfosten zu stehen.

„Ich bin ein freigiebiger Mensch“

Am Hungertuch hat er allerdings trotzdem nicht nagen müssen, doch „ ich bin ein freigiebiger Mensch. Wenn jemand etwas gebraucht hat, habe ich es ihm gegeben. Darin kann man sich auch nicht ändern“, sagt der Ex-Profi. Toni Schumacher formulierte es in seinem Torwart-Epos „Anpfiff“ etwas drastischer: „Eike Immel pokert wie ein Süchtiger. Oft sah man, wie er sich völlig gerupft auf sein Bett warf. Nicht selten wurde um 20.000 bis 30.000 Mark gespielt.“

Solche Aussagen dementiert der im hessischen Stadtallendorf geborene Immel rigoros, wohl aber nennt er andere Gründe, die ihn letztlich ins „Dschungel-Camp“ und in die Fänge der unsäglichen Moderatoren Sonja Zietlow und Dirk Bach trieben: Wie nicht wenige Berufskollegen verspekulierte Immel sich mit verschiedenen Bauherrenmodellen, seine Ehe mit Stefanie ging in die Brüche, die Scheidung kostete den ehemaligen Millionär eine enorme Summe. Und noch gar nicht lange ist es her, da stieg Immel ins Nobelkarossen-Geschäft ein. Zwar nicht mit Maurizio Gaudino als Geschäftspartner, aber dennoch wurde der Hesse hintergangen und betrogen. „Ich wollte nur ein Auto mieten, war zu gutgläubig, bin eingestiegen und auf einen Betrüger reingefallen.“


weiterlesen [1] [2]



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