Zum Nationalmannschafts-Ende von Miroslav Klose

Miro de Janeiro

Miroslav Klose – ein Fußballer wie ein guter Wein. Wurde mit dem Alter immer besser und ist jetzt auch noch geschmackvoll im Abgang. Zum Abschied.

imago

Miro, mein Miro!

Jetzt hast Du Deine Karriere in der Nationalmannschaft also doch beendet. Natürlich war das zu erwarten, einen besseren Abgang hättest Du nicht hinlegen können. Weltmeister werden, Rekordtorschütze der Turniergeschichte mit 16 Toren. Mehr als Pelé, mehr als Gerd Müller, mehr als Ronaldo. Unfassbar ist das. Die Zeit war reif für Deinen Abschied. Aber, mein Gott, Du wirst uns fehlen. Nicht nur, weil Du mitgeholfen hast, Deutschland zum Weltmeister zu machen. Sondern weil Du wie ein guter Freund warst: Der Mut macht, Hoffnung gibt und auf den man sich immer verlassen konnte.

So 2001: Jancker stolpert, Klose trifft mit dem Kopf

Das war schon so bei Deinem Debüt am 24. März 2001. Mario Götze war gerade mal acht Jahre alt, als Du nach 73 Minuten für Oliver Neuville eingewechselt wurdest. Beim Stand von 1:1, gegen Albanien. Nach 88 Minuten flankte Marco Rehmer von rechts flach in die Mitte. Carsten Jancker warf sich in den Zweikampf, natürlich stolperte er dabei. Der Ball kam zu Dir, titschte vorher noch einmal auf. Du hättest den Fuß nehmen können. Das Knie, die Hüfte, die Hoden. Du nahmst den Kopf. Natürlich. Deutschland gewann mit 2:1.



Vier Tage später wurdest Du nach 67 Minuten eingewechselt. Wieder für Oliver Neuville. Beim Stand von 2:2. Gegen Griechenland. Nach 82. Minuten flankte Christian Ziege einen Freistoß in den Strafraum. Michael Ballack verpasste, der Ball kam zu Dir. Du nahmst den Kopf. Deutschland gewann mit 4:2. »Mirrrrrroslav Klose - isser heute schon wieder der Matchwinnerrrrrr?«, jubilierrrrrrte Gerd Rubenbauer.

 

Zwei knappe Siege, ohne die Deutschland niemals zur WM 2002 gefahren wäre. Der neue beste Freund des deutschen Fußball hatte uns erlöst.

Das wirklich Tolle an der Geschichte war ja: Dich kannte eigentlich kein Schwein. Ein paar Jahre zuvor, die Geschichte wurde tausendfach erzählt, spieltest Du noch für die SG Blaubach-Diedelkopf in der Bezirksliga Westpfalz. Jetzt fuhrst Du plötzlich zur Weltmeisterschaft.

Wir haben damals nichts von der Nationalmannschaft erwartet. Der Fußball war mies, die Mannschaft wie eine Band mit soliden Bassisten. Keiner am Schlagzeug, keiner an der E-Gitarre, schon gar kein faszinierender Bandleader. Und eben Du, der dünne Kerl mit der durchschnittlichen Frisur und den viel zu großen Trikots. Von Jungs wie Dir erwarten wir, dass sie uns bei »Paules Angeleck« anständige Gummistiefel verkaufen. Aber doch nicht, die Weltmeisterschaft zu rocken.

Alles mit dem Kopf

Im ersten Spiel gegen Saudi-Arabien hast Du drei Tore geschossen. Natürlich alle mit dem Kopf. Deutschland gewann mit 8:0. Achtzunull. Bei einer Weltmeisterschaft. Mit dem Gummistiefel-Typen im Sturm. Wir konnten das damals alles gar nicht fassen, so schön war das.

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