Zum Download: Über die Vertreibung der Juden aus dem deutschen Fußball

»Verlorene Helden«

Der Nationalsozialismus hat auch im Fußball seine Opfer gefordert. Die Beilage »Verlorene Helden« aus der aktuellen 11FREUNDE-Ausgabe #148 widmet sich jüdischen Spielern, die nach 1933 aus Deutschland vertrieben wurden.

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148

Liebe Leserinnen und Leser,

als der 13 Jahre alte Leo Weinstein im Frühjahr 1934 zum Training der Nachwuchsmannschaft des SV Werder Bremen kam, erlebte er den Schock seines jungen Lebens. Der Trainer teilte dem schon seit fünf Jahren im Klub aktiven Jungen mit, dass er ab sofort nicht mehr mitspielen dürfe: weil er Jude sei.

Ausgrenzungen solcher Art erlebten in Deutschland ab dem Frühjahr 1933 tausende jüdische Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Funktionäre, Mäzene oder einfache Mitglieder. Dabei hatten viele von ihnen sich in ihren Klubs über viele Jahre engagiert, hatten mitgeholfen, Deutsche Meisterschaften zu gewinnen, waren Nationalspieler oder sogar Gründungsmitglieder großer Vereine wie dem FC Bayern München, Eintracht Frankfurt oder dem 1. FC Nürnberg gewesen.

Die Vertreibung der Juden aus dem Sport ist die Geschichte eines großen Verlustes, der jahrzehntelang fast vergessen gewesen ist. Das hat sich in den letzten 15 Jahren durch engagierte Forscher und Fan-Initiativen glücklicherweise allmählich geändert. Deshalb haben sich 11 FREUNDE und die Kulturstiftung des Deutschen Fußballbundes entschlossen, erstmals einen Überblick über die Lebensläufe von Juden im deutschen Fußball zu geben.

Hilfe aus der Wissenschaft

Die Sporthistoriker Professor Lorenz Peiffer und Henry Wahlig von der Universität Hannover haben auf Basis eigener Forschungen und dank der Vorarbeit und Unterstützung vieler anderer Forscher die Biografien von 192 jüdischen Fußballern zusammengetragen, die Opfer der NS-Verfolgung waren. Diese Übersicht jüdischer Protagonisten in den damals großen Vereinen kann und will nicht vollständig sein. Sie soll dazu anregen, weitere Nachforschungen anzustellen, mit Zeitzeugen zu sprechen und dazu beizutragen, die jüdische Geschichte des deutschen Fußball fortzuschreiben.

Ermöglicht wurde die vorliegende Publikation durch die DFB-Kulturstiftung, eine Anzeige des Verlags »Die Werkstatt« sowie ein Preisgeld der Stiftung »Gegen Vergessen. Für Demokratie«, von der 11 FREUNDE für »die vorbildliche redaktionelle Arbeit« in Bezug auf Vergangenheitsaufarbeitung und Engagement gegen rechte Tendenzen im Fußball ausgezeichnet worden ist.

Leo Weinstein übrigens konnte rechtzeitig vor dem Holocaust in die USA fliehen und wurde dort ein angesehener Literaturwissenschaftler. Ein Verlust also nicht nur für den deutschen Fußball.'

Ab sofort gibt es das komplette Heft »Verlorene Helden – Über die Vertreibung der Juden aus dem deutschen Fußball« hier als Download. (einfach Link anklicken und »Ziel speichern unter« auswählen)

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