Zum 60. Geburtstag: 25 Dinge über Christoph Daum

Das deutsche Gewissen

Man muss die Feste feiern wie sie fallen. Und vor allem dann, wenn der Jubiliar Christoph Daum heißt und 60 Jahre alt wird! Wir freuen uns mit der Trainerlegende - wie könnte man das besser zum Ausdruck bringen als mit 25 Dingen!

1.
Laptop gesucht! Im Zuge der Übersiedlung nach Istanbul wurde Daum auf dem Düsseldorfer Flughafen sein Rechner gemopst. Schlimmer noch: Anschließend meldeten sich die vermeintlichen Diebe, hatten aber kein Täterwissen parat: »Es gab einen Anruf, und dabei wurde der Laptop angeboten«, gab Rechtsanwalt Stefan Seitz zu Protokoll. Trittbrettfahrer? »Kann man nicht ausschließen.«

2.
Als Uli Hoeneß Daum 2000 vorwarf, er habe ein Drogenproblem, reagierte Daum wie ein in Not geratenes Justizopfer. Er habe »ein absolut reines Gewissen«, verkündete er melodramatisch, er werde deshalb seine Haare auf Kokain untersuchen lassen. Die Probe fiel dummerweise positiv aus, und Daum verschwand mit unbekanntem Ziel, also nach Florida.

3.
Zu einem bizarren Event geriet Daums Pressekonferenz nach seiner Rückkehr. Vor hunderten Journalisten und Kameras (u.a. Nachrichtensender »Viva«) gab Daum den leutseligen Conférencier und musste grinsen, als er die Affäre rekonstruierte: »Und zur Haaranalyse muss ich im Nachhinein sagen, das war ein Fehler.«

4.
In Leverkusen trug Daum für ein Spiel einen knallblauen Anzug und wurde gleich esoterisch: »Diese Farbe strahlt positive Energie aus.« Harald Schmidt witzelte damals: »Zur Erklärung: der blaue Anzug ist Christoph Daum, und der Blaue im Anzug ist Gerhard Mayer-
Vorfelder.«

5.
Fernsehgeschichte schrieb Daum, als er sich als Trainer des 1. FC Köln mit Bayern-Coach Jupp Heynckes und Münchens Manager Uli Hoeneß zum Duell im Aktuellen Sportstudio traf. Daum hatte sich zuvor despektierlich über Heynckes geäußert. Am Ende sang das Publikum »Zieht den Bayern die Lederhosen aus«, Meister wurde trotzdem der FC Bayern.

6.
Merkwürdige Ansichten über das Wesen der Homosexualität offenbarte Daum in einer TV-Dokumentation: »Da wird es sehr deutlich, wie sehr wir dort aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die da gleichgeschlechtlich ausgeprägt ist, vorzugehen.« Und ganz wichtig: »Ich würde den Schutz der Kinder über jegliche Liberalisierung stellen.« Was das eine mit dem anderen zu tun hat, wusste Daum nicht zu erläutern.

7.
Nach wie vor geheimnisumwittert ist Daums Entlassung beim 1. FC Köln im WM-Jahr 1990. FC-Präsident Artzinger-Bolten fuhr extra nach Italien, um dort der konsternierten Presse die Trennung mitzuteilen – ohne weitere Begründung. Erst zehn Jahre später, im Zuge der Kokain-Affäre, trat Artziner-Bolten noch mal nach: »Ich fühle mich bestätigt, daraus können Sie Ihre Schlüsse ziehen.«

8.
Mit dem VfB Stuttgart kam Daum zu einem merkwürdigen Kick im Camp Nou in Barcelona. Weil Daum im Europapokalspiel gegen Leeds einen damals nicht erlaubten vierten Ausländer eingewechselt hatte, verordnete die UEFA ein Entscheidungsspiel. In Barcelona interessierte sich niemand für den Kick, der VfB schied aus.

9.
2007 witterte Daum die ganz große Verschwörung von CIA, BKA, AOK und Schiedsrichtergilde gegen den 1. FC Köln. Nach einer 0:1-Niederlage gegen 
Aachen belferte er: »Die Schiedsrichter greifen immer mehr spielentscheidend ein. Solange ich beim 1. FC Köln bin, fallen die meisten Entscheidungen gegen uns. Das werde ich nicht mehr hinnehmen.« Was er hinnehmen musste: zwei Spiele Sperre und 10 000 Euro Geldstrafe.

10.
In der Winterpause der Saison 1990/91 ersetzte Daum Willi Entenmann beim VfB Stuttgart. Und machte gleich den großen Otto. »Wir kommen noch in den Uefa-Cup! Dafür arbeite ich 25 Stunden am Tag«, versprach der zeitlose Trainer. Und siehe da: Von Platz 15 führte Daum die Schwaben auf Platz vier – 
einen Uefa-Cup-Platz. Und er hatte jede Menge Überstunden gesammelt.

11.
Zu seiner Zeit als Lehramtsstudent in den wilden Siebzigern war Daum bereits verheiratet und hatte einen Hund. Weil er den Köter, Filou genannt, hüten musste, packte er den Cockerspaniel in eine Sporttasche und nahm ihn mit in die Vorlesungen. »Schwierig war es bei den langen Klausuren. Alles musste mucksmäuschenstill sein, auch mein Filou. Da habe ich ihm einen Hundeknochen zugesteckt und eine Tasse Wasser nachgeschoben.«

12.
Filou ist inzwischen den Weg alles Irdischen gegangen. Schnüff bzw. Wuff. Sein Nachfolger: »Familienhund Löffelchen« (»Bild«).

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