Zum 30. Geburtstag von Bastian Schweinsteiger

Lieblings-Leader

Unglaublich, aber Bastian Schweinsteiger wird heute erst 30 Jahre alt. Ein Glückwunsch-Artikel.

imago

Lieber Bastian Schweinsteiger,

wir können uns noch gut daran erinnern, wie Du Deine ersten Spiele für die Bayern machtest. Du hattest ziemlich blondes, ziemlich strubbeliges Haar – und ziemlich schlimm Akne. Nicht nur ein paar Pickel, Deine Gesichtshaut sah aus, als hätten sich ganze Insektenplagen darauf ausgetobt. Deine Trikots wirkten irgendwie immer zu groß, vielleicht trugst Du sie auch nur immer eine Nummer größer, um lässiger zu wirken. Dann dieser Name: Schweinsteiger. Warum nicht gleich »Rinderkletterer« oder »Pferdehüpfer«? Nie im Leben hätten wir bei Deinen ersten Gehversuchen in der Bundesliga gedacht, dass Du mal die Nationalmannschaft zum nächsten WM-Titel führen würdest.

Schublade: »Verzogenes Talent«

Was man allerdings schon damals unübersehbar war: Du konntest richtig gut kicken. Erst ziemlich offensiv, eine Art frühere Arjen Robben-Variante, die auf der Außenbahn mit Übersteigern und Hackentricks beeindruckte. Und weil es Anfang/Mitte der Nuller-Jahre nicht so viele deutsche Spieler gab, die unfallfreie Übersteiger aufs Parkett zauberten, galtest Du bald als Fummelkutte, Techniker, Wirbelwind – die Schubladen waren schnell gefunden. Und weil die Deutschen ihre Schubladen so lieben, packten sie Dich nach der ulkigen Cousine-im-Whirlpool-Affäre gleich in die nächste: »Verzogenes Talent« stand da drauf. Viele Deiner Vorgänger sind da drin ihre ganze Karriere lang steckengeblieben.

Dann kam die WM 2006 und mit ihr Dein Durchbruch. Nicht nur, dass Du und Deine Kollegen plötzlich Fußball boten, der faszinierte und bewegte, mit dem man sich identifizieren wollte. Gemeinsam mit Lukas Podolski sorgtest Du auch für die zum 2006er-Sommerspektakel passende Gute-Laune-Atmosphäre. Zusammen seid ihr die Fortsetzung des gefeierten 1990er-Duos Litti und Icke gewesen. Mit dem Unterschied, dass die beiden damals lustig Randfiguren waren, während Poldi und Schweini das deutsche Fußball-Versprechen für die Zukunft waren. Ihr gabt uns die Hoffnung darauf, das deutscher Fußball nach den grausamen Auftritten zwischen 1998 und 2004 (das WM-Endspiel 2002 mal ausgenommen) endlich wieder Spaß machen könnte. Diesen Wunsch habt ihr erfüllt.

Zum Glück sympathischer als Matthäus

Was Dich betrifft: Die letzte Fußballer-Karriere, bei der die Deutschen die Entwicklung vom talentierten Milchgesicht hin zum imposanten Führungsspieler so detailliert miterleben durften, war vermutlich die von Lothar Matthäus. Mit den Unterschieden, dass die Laufbahn von Matthäus medial noch längst nicht so ausgeleuchtet war wie Deine – und dass Du gottlob eine sympathischere Persönlichkeit bist.

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