Zum 11mm-Festival: 25 Dinge über Fußballer und Film

Der sterbende Pate

Heute startet in Berlin das 11mm-Fußballfilmfestival. Grund genug, hier noch einmal die schönsten Geschichten über Fußballer auf der Leinwand zu erzählen.

Heft #92 07/2009
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92

1.
An der Kinokasse floppte der Deutsch-Western »Potato Fritz« (1976), was lange die gerechte Beurteilung der Rolle des Sergeant Stark verhinderte, dargestellt von Paul Breitner. Ein Filmkritiker: »Sein minimalistisches Spiel und der einstudierte Gesichtsausdruck, der uns sagen will ›Was soll ich denn hier?‹, kann eingeschworene Cineasten in Ekstase versetzen. Einziger Wermutstropfen für alle Breitner-Fans: Sein Pferd war noch besser.«

2.
Für Breitner war es der Beginn einer großen Filmkarriere. In »Der Zappler« (1983) mimte er einen Fußballer in einem Traum des Hauptdarstellers, später gab er im Thriller »Kunyonga – Mord in Afrika« (1986) im jahrzehnttypischen Leinensakko den Rechtsanwalt Bäsgen.

3.
In der englisch-indischen Komödie »Bend it like Beckham« scheint der namensgebende Held in der Schlussszene selbst am Flughafen aufzutauchen. Doch sowohl David als auch Victoria wurden gedoubelt, die richtigen Beckhams hätten zwar mitspielen wollen, sahen den Film allerdings erst nach Fertigstellung.

4.
Zu frühen Schauspielerehren kam Peter Neururer. Gegenüber der »Zeit« erinnerte sich Neururer stolz: »Ich habe schon als Schüler in einem Film mitge- spielt! Der hieß ›Die Hupe‹ und lief im WDR. Ich war Statist, mit einem Ball auf dem Arm, und musste ›Guten Morgen, Herr Direktor‹ sagen.«

5.
Dass Terence Hill sich 1983 an ein Sequel des legendären Fernandel-Klassikers »Don Camillo« wagte, galt in Cineastenkreisen zunächst als vermessen. Immerhin holte sich Hill für das Fußballspiel gegen den Erzkommunisten Peppone erfahrene Spieler. Unter anderem laufen Roberto Boninsegna und Carlo Ancelotti auf. Die Altstars können allerdings auch nicht verhindern, dass das Fußballspiel bisweilen in absurdes Theater abdriftet, etwa als Don Camillo ungestraft mit der Eckfahne auf seinen Gegenspieler einprügeln darf.

6.
Einer der berühmtesten Fußballfilme ist »Escape to Victory«, schon weil im Kick zwischen deutschen Besatzern und alliierten Gefangenen Größen wie Pelé, Bobby Moore und Osvaldo Ardiles auflaufen. Die prinzipiell sauber choreografierten Fußballszenen werden allerdings durch die grandiose Fehlbesetzung Sylvester Stallone ruiniert, der laut Filmkritik als Keeper der Gefangenentruppe dagestanden habe »wie ein vollbeladenes Yak im Treibsand«.

7.
Bei »Escape to Victory« kickten übrigens nicht nur, was oftmals vergessen wird, gestandene Größen wie Paul van Himst, Kazimierz Deyna und Co Prins (das Enfant terrible der ersten Bundesligajahre vom FCK, wir erinnern uns) mit, sondern auch zahlreiche Leistungsträger des damaligen UEFA-Cup-Siegers Ipswich Town. Und nicht zu vergessen, Mike Summerbee, George Bests alter Saufkumpan, war ebenfalls dabei.

8.
Auch Pierre Littbarski durfte mal vor die Kamera. Allerdings nur kurz, im hübschen No-Budget-Streifen »Etwas ist immer« beruhigt Littbarski im schicken Sakko den gänzlich durchgeknallten Köln-Anhänger Kilian, der nach einem unglücklich verlorenen Spiel gegen den FC Bayern grausame Rache am vermeintlich gedungenen Schiedsrichter üben möchte und dem Referee bis zum Wohnort Husum hinterherfährt. Dort legt er ihn, tragischen Verwicklungen sei Dank, am Ende um. Leider fährt Littbarski nicht mit.

9.
Franz Beckenbauer versuchte hinterher zu retten, was nicht mehr zu retten war: »Libero. Der große Film um König Fußball« sei nun mal kein Film über ihn, was dem Publikum allerdings nur schwer zu vermitteln war, schließlich spielt Franz Beckenbauer einen Spieler namens »Franz Beckenbauer« und auch des Kaisers damalige Frau Brigitte und Kumpel Harald stellen sich selbst dar. Dramaturgischer Höhepunkt: Franz will sich wie Kumpel Harald mit Whiskey besaufen, kapituliert aber schon nach einem Schlückchen: »Scheußlich!«

10.
Ebenfalls sich selbst spielt George Best in einer Nebenrolle in »This Boy´s Story«, eine Geschichte zweier Brüder aus kaputtem Elternhaus, die an die Anfield Road nach Liverpool fahren, um beim Gastspiel von Manchester United ihr großes Idol, eben George Best, zu sehen.

11.
Sepp Maier kann mit Scham, Wut und Selbstzweifeln auf seine Karriere beim Film zurückblicken. Der Ex-Keeper war Protagonist der unsäglichen Klamotte »Wenn Ludwig ins Manöver zieht«, einem bizarren Zwitter aus Heimatfilm und debiler Lausbubengeschichte mit dem unvermeidlichen Hansi Kraus als Ludwig Thoma. Immerhin bleibt die Lederhose an.

12.
Goldlöckchen Jean-Marie Pfaff hatte nicht nur seine eigene Dokusoap im belgischen Fernsehen, sondern spielte auch in der Kinderserie »Kabouter Plop«, in der Zwerge in einem Fliegenpilz hocken und allerlei Abenteuer erleben, einen Messerwerfer und Gewichtheber. Pfaff, nicht uneitel: »Die Rolle als stärkster Gnom im ganzen Wald hat mir gut gefallen.«

13.
Vinnie Jones ist als Schauspieler vor allem durch seine dauerhafte Präsenz in Guy Ritchies Uptempo-Komödien bekannt geworden. Seine bislang schwierigste Rolle allerdings war eine Synchronisation. Jones lieh in »Garfield II« dem autoritären Köter Rommel die Stimme.

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