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Zu Besuch beim albanischen Hauptstadt-Derby

Fußball im Bunkerland

Unser Autor geht gerne dahin, wo es weh tut. Oder Spaß macht – wie beim Derby in der albanischen Hauptstadt Tirana. Geklaute Uhren, viele Bunker und Angela Merkel inklusive.

Johny Zefi / tirona-tv.net

Tirana hat sich in den vergangenen Jahren fein herausgeputzt. Der kontinuierliche Geldfluss aus dem Ausland lässt die Stadt knospen. Viele hunderttausend Albaner arbeiten im Ausland und schicken regelmäßig Devisen nach Hause. Zudem pumpen EU und albanische Mafia Geld ins Land. EU und albanische Mafia. Diese beiden traditionsreichen Institutionen werden von Albanern gern in einem Atemzug genannt. Seit 2014 ist Albanien EU-Beitrittskandidat. Für die Mafia ist Albanien seit dem Sturz der Steinzeitkommunisten Rückzugsort und Investitionsgoldgrube.

20.000 Bunker im ganzen Land

Jeder Albanienbesucher wird von einem merkwürdigen Bunkersystem aus der Zeit der kommunistischen Diktatur begrüßt. 20.000 Bunker ließ der einstige Diktator Enver Hoxha errichten, um sich vor einer Invasion aus dem Ausland zu schützen. Sie sind heute beliebte Fotomotive und bestimmen noch immer die Landschaft.
Der Fußball spielt seit der erstmaligen Qualifikation der albanischen Nationalmannschaft für eine WM oder EM eine enorme Rolle im Land.

(Bild: Xhoni Tiron / tirona-tv.net)

Die Albaner sind stolz auf ihr Team. Im Frühsommer werden die rotschwarzen Fahnen mit dem albanischen Doppeladler wehen, wenn Albanien in Frankreich gegen den Gastgeber, die Schweiz und Rumänien antritt. Dominiert werden Albaniens Werbeflächen aber fußballerisch von Bayern München. Es gibt kaum eine Bushaltestelle, von welcher dem geneigten Flaneur nicht einer der Bayernmolche entgegen grinst. Telekom, Allianz, Audi – Bayern sitzt mit vielen globalen Spielern im Bett.

Schmale Gehälter und ein Serienmeister

In der einheimischen Liga spielt bis auf den Ersatztorwart kein Nationalspieler. Die Gehälter der Erstligaclubs sind schmalbrüstig. Wer kann, verdingt sich im Ausland. Die Spiele werden selten von vierstelligen Zuschauermassen beglückt, seit fünf Jahren heißt der Meister KF Skënderbeu Korçë, ein gut geführter Provinzclub aus dem Süden.

Seit wenigen Jahren wächst und gedeiht die Fußballkultur. Unter den Farben der beiden Hauptstadtclubs KF Tirana (blauweiß) und Partizan Tirana (gelbrot) haben sich junge Fanszenen versammelt. Als es Anfang März 2016 zum Derby kam, strömten gigantische 8531 Zuschauer ins Stadiumi Kombëtar Qemal Stafa, der Heimstätte von Partizan Tirana.

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