Zehn Trainer und ihre Strafen

»Ich reiß’ Euch den Arsch auf! Bis zur Naht.«

Auch in der lieblichen Gute-Laune-Welt Profifußball gibt es Autoritäten, die durchgreifen. Wir haben zehn Ordnungshüter gelistet, die Vergehen konsequent ahnden. Zum Wohle der Spieler. Oder auch nicht.

Heft: #
142

Timo Konietzka
Desillusioniert gab sich Uerdingens Coach auf der Suche nach charakterstarken Profis: »Fußballer sind kleine oder große Ganoven.« Also gab es bei Trainer Konietzka auch für kleine Verfehlungen drakonische Strafen. 20 Mark musste löhnen, wer seine Kleidung nicht ordentlich aufhing. 20 Mark auch, wer am Tisch Zeitung las. 1000 Mark gar waren fällig, wenn ein Spieler sich nicht um Punkt 22.30 Uhr im trauten Heim den Pyjama überstreifte. Konietzka dementierte, was keiner behauptet hatte: »Ich bin kein Samariter.«

Ernst Middendorp
Middendorp war als Biele­felder Trainer hart gegen andere und gegen sich selbst. Stürmer Reiner Rauffmann verdonnerte er zu Strafrunden »solange, bis ich dich reinrufe«. Das vergaß er, Rauffmann rannte, bis er sich übergeben musste. Als nach einer Pleite in Hamburg Stürmer Stefan Kuntz sich von jeder Schuld freisprach, ließ Middendorp den Bus anhalten. »Ich kann den Kerl nicht mehr sehen!« Middendorp fuhr ab Hannover-Garbsen per Taxi nach Bielefeld. Präsident Schwick nüchtern: »Die 220 DM muss er selbst bezahlen.«

Frau Mpenza
US-Anwalt Gordon Dean sprach einst: »In einer glücklichen Ehe ist die Frau ein bisschen blind und der Mann ein bisschen taub.« Eine perfekte Umschreibung für die Beziehung von HSV-Mann Emile Mpenza, der sich nach Toren gerne das Trikot auszog, was weder der Trainerstab noch die Gattin besonders gerne sahen. Die Ehefrau handelte via Interview mit einer Boulevard-Zeitung: »Damit ist jetzt Schluss«, verkündete sie ultimativ, »sein Körper ist nur noch für mich!« Schon im nächsten Spiel traf Mpenza – und zog sofort wieder blank.

Dieter Trzolek
Als die BSE-Krise 2000 die Deutschen an den Rand des Rinderwahnsinns trieb, reagierten auch viele Bundesligisten panisch und verboten ihren Spielern jeglichen Verzehr von Rindfleisch. Den Leverkusener Fastfood-Liebhabern Robson Ponte und Paulo Rink wurde sicherheitshalber auch noch der Besuch in der stadioneigenen McDonalds-Filiale untersagt. »Wir reden ihnen ins Gewissen. Und sie werden wohl auch zur Vernunft kommen«, hoffte Physiotherapeut Dieter Trzolek. Beide haben überlebt.

Dr. Wego Kregeher
»Das blutige Penis-Drama von Hannover!«, ejakulierte die »Bild«-Zeitung 2005, nachdem sich 96-Profi Chavdar Yankov bei einem Tritt von Frankfurts Benjamin Köhler an einer besonders empfindlichen Stelle verletzt hatte. Hannovers Mannschaftsarzt Dr. Wego Kregehr reagierte besonnen, nähte die Wunde mit sechs Stichen (»Damit sie ihm bei einer nächtlichen Erektion nicht aufreißt«), klärte die »Bild« mit einem Penis-Modell über die Verletzung auf und erteilte seinem Schützling anschließend »vier Tage absolutes Sex-Verbot«.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!