Zehn Trainer mit kurzer Amtszeit

Tage, Stunden, Minuten

Seit 26 Jahren ist Alex Ferguson Trainer von Manchester United. Nicht jedem Übungsleiter ist so eine lange Zeit vergönnt. Wir präsentieren euch zehn Trainer mit erschreckend kurzer Amtszeit

46 Tage Lothar Matthäus
Am Anfang war es Liebe. Im ersten Saisonspiel läuft das Team von Atlético Paranaense zu Ehren von Matthäus sogar in schwarz-rot-goldenen Trikots auf. Doch nur wenige Wochen später, im März 2006, wird Lothar einem Schiedsrichter gegenüber handgreiflich und verlässt Brasilien bei Nacht und Nebel. Zehn Tage lang sucht ihn der Verein, dann meldet er sich. Um zu kündigen.

44 Tage Brian Clough
Schon während seiner Antrittsrede bei Leeds United beleidigte der Trainer seine neuen Spieler – und das war noch der harmonische Teil der Beziehung. Clough hasste Leeds so sehr wie Leeds ihn (man stelle sich vor, Christoph Daum würde den FC Bayern übernehmen), und so entwickelte sich im Sommer 1974 ein Kleinkrieg, den der Bestseller »The Damned United« brillant dokumentiert.

20 Tage Alberto Malesani
Nur drei Spiele nach seiner Verpflichtung feuerte der FC Genua Malesani wieder, im Anschluss an ein 1:4 gegen Siena im April 2012, bei dem erboste Fans das Feld mit Leuchtraketen geradezu pflasterten. Das Rekordverdächtige an der Geschichte ist, dass der Klub Malesani schon zum zweiten Mal in jener Saison entließ – er war bereits zwischen Juni und Dezember Coach des Teams gewesen.

16 Tage Knut Hahn
Hahn war schon der dritte Offenbacher Trainer der Saison (nach Peter Neururer und Dragoslav Stepanovic), als er im Oktober 2010 ans Ruder kam. Er machte seine Sache gut und blieb in vier Spielen ungeschlagen – dann aber musste er wieder in die Schule. Hahn war nämlich Gymnasiallehrer und durfte die Elf nur während der Herbstferien trainieren. Kaum war er weg, verlor der Klub viermal in Folge.

9 Tage Dettmar Cramer
Der Mann, den sie »Napoleon« nannten, kam 1974 nach Berlin, sah und ging wieder. Noch vor Beginn des Trainingslagers. Vermutlich merkte er, dass Hertha kein Geld für Neuzugänge hatte. Nicht von der Hand zu weisen ist aber auch die Erklärung, die »Der Tagesspiegel« fand: »Zu groß erschien vielen die Kluft zwischen dem ›Intelligenz-Trainer‹ und dem geistigen Standard der meisten Spieler.«

8 Tage Reinhold Fanz
Als er Fanz 2004 in der Winterpause engagierte, übersah der KSC ein Detail: Sieben Jahre vorher hatte der Coach etwas über Utz Claassen gesagt, das wir nach einem Urteil des OLG Celle nicht wiedergeben dürfen. Dieser Claassen war nun Chef des Karlsruher Hauptsponsors, fühlte sich von der Trainerwahl »geradezu brüskiert« und drohte mit Taschengeldentzug. Der KSC kuschte, Fanz musste gehen.

5 Tage Uwe Klimaschefski
Am 31. März 1990, einem Samstag, tritt Darmstadts Coach zurück. Am Montag wird Klimaschefski geholt. Am Mittwoch verliert das Team mit 0:2 in Bayreuth. Am Freitag sagt Klimaschefski, dass er »mit dieser Mannschaft nicht an den Klassenerhalt glauben kann« und tritt zurück. Kommentar von Präsident Walter Kröger: »Die Ereignisse dieser Woche sind ganz normale Vorgänge im Profigeschäft.«

1 Tag Heinz Höher
Nach acht Jahren ohne Job kam Höhers große Chance am 17. Oktober 1996: Lübeck entließ Michael Lorkowski, und nur Stunden später leitete Höher schon das Training – bis er plötzlich zusammenbrach. Zunächst glaubte man an einen Herzanfall, aber bald gestand Höher, dass er nur zu viele Pillen (»acht Kapseln«) gegen sein »Alkoholbedürfnis« geschluckt hatte, »jeweils auf nüchternen Magen«.

15 Stunden Paul Breitner
Eines Abends im September 1998 ruft DFB-Präsident Egidius Braun den E-Jugend-Trainer des TSV Brunnthal an (»Papa, ein Herr Braun ist dran!«) und fragt ihn, ob er Teamchef der Nationalelf werden möchte. Der Trainer möchte. Um 22 Uhr ruft Braun noch mal an (»Herr Breitner, Sie ziehen doch nicht zurück?«). Am nächsten Vormittag kommt der dritte Anruf: »Vergessen Sie alles.«

10 Minuten Leroy Rosenior
Es wird schwierig sein, den aktuellen Rekordhalter für die kürzeste Amtszeit eines Trainers vom Thron zu stürzen, denn der damals 42-jährige Rosenior verlor am 17. Mai 2007 seinen Job, noch während er der Presse vorgestellt wurde. In jenen Minuten wechselte der englische Fünft­ligist Torquay den Besitzer, und die neuen Eigentümer hatten einen anderen Mann für den Posten im Auge.

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