27.03.2012

Zehn Rettungspakete für den Bundesliga-Dino!

Was den HSV jetzt noch retten kann

Text:
Bild:
Imago

1. Ginseng!

Bei der WM 1966 soll der Turnier-Neuling Nordkorea, damals so etwas wie der HSV der WM-Teilnehmer, seine Spieler vor den Partien mit reichlich Ginseng gefüttert haben. Das Kraftwurz brachte die Asiaten zum Laufen und die Gegner, unter anderem Italien, zur Verzweiflung. Kraftwurz, hm. Hört sich schon gut und irgendwie norddeutsch an. Doch Obacht! Die Spielverderber von der FIFA verboten den Koreanern damals ihr Ginseng, von wegen Doping und so Kleinkram. Gegen den nächsten Gegner Portugal hielt die nordkoreanische Kondition dann nur 20 Minuten an, letztlich verlor man das Spiel. Immerhin: Bis dahin hatte Nordkorea schon drei Tore geschossen. So viele Buden hat der HSV in dieser Saison erst in einem Spiel geschossen: Bei der 3:4-Niederlage am 4. Spieltag gegen den 1. FC Köln...

2. Emil Ratelband als Co-Trainer verpflichten

Emil, wer? Genau, der »Tschaka«-Typ aus den neunziger Jahren! Den gibt es immer noch und inzwischen ist er vielleicht auch für den HSV bezahlbar geworden. Ratelbands »3x3 Prinzip« ist die Motivationsspritze, die man in Hamburg seit dem Abschied von Uli Stein vermisst: »Erinnere dich daran, dass du als Gewinner geboren wurdest. Von den Abermillionen Samenzellen hast du als einzige gegen eine übermächtige Konkurrenz gewonnen! Gewinnen ist dir also buchstäblich in die Wiege gelegt worden. Somit bringst du schon alles mit, was du für ein erfolgreiches Leben benötigst. Also: Wenn nicht jetzt, wann dann?« TSCHAKA, du schaffst es!

3. So spielen wie der FC Barcelona

Da hat Trainer Thorsten Fink schon recht, wenn er seine Mannschaft indirekt mit der momentan besten Vereinsmannschaft der Welt vergleicht (»Barca hat auch keine guten Laufwege«): Verstecken muss sich dieser HSV vor Barcelona nicht! Wir haben kurz nachgerechnet und siehe da: In Hamburg wie in Barcelona dürfen elf Spieler auf dem Platz stehen, darunter einer, der den Ball im abgezäunten Bereich mit der Hand aufnehmen darf. Selbst die Spielregeln sind in Spanien die gleichen wie in Deutschland. Wo also ist das Problem? Auf geht´s, HSV!

4. Den Gegner richtig stark reden

Schon am nächsten Spieltag bietet sich die große Gelegenheit. Dann nämlich gibt´s den »Mega-Kellerkick in Lautern« (Mopo). HSV-Trainer Thorsten Fink sollte die Woche gut nutzen, um den kommenden Gegner, immerhin Tabellenletzter, bei jeder sich bietenden Gelegenheit stark zu reden. Hat in der Vergangenheit schon häufiger geklappt. Und wenn nicht? War der Gegner eben viel zu stark, motiviert, gut eingestellt, heiß, hungrig, abgezockt, man hatte ja davor gewarnt. Das hilft dann vielleicht nicht in der Tabelle, hält jedoch die lästige Kritik ein wenig auf Distanz. Das wiederum könnte sich im Saisonendspurt auszahlen. Verlieren mit Weitsicht, wie der Experte sagt.

5. Mal wieder gewinnen

Klingt unmöglich, könnte aber auch in dieser Saison als letztes Mittel zum Zweck eingesetzt werden. Ist quasi die Privatinsolvenz im Profi-Fußball: Fällt verdammt schwer, kann aber man tatsächlich helfen. Und so geht es: Mehr Tore als der Gegner schießen (dafür das Spielgerät, den Ball, kräftig mit den Füßen treten und zwischen die beiden Stangen, die Pfosten, ins Netz schießen), dafür sorgen, dass dieser Zustand auch nach dem Schlusspfiff gegeben ist (dafür wahlweise die Gegenspieler rechtzeitig umnieten, das Spielgerät, den Ball, kräftig und regelmäßig mit den Füßen treten und über die Spielfeldmarkierungen, die Linien, schießen, oder einfach den Schiedsrichter bestechen) und anschließend mal wieder anständig feiern (siehe: jubeln) gehen. Macht Spaß, bringt drei Punkte (notwendig, um in der Tabelle anständig da zu stehen) und sorgt für ein befreiendes Gefühl, auch »Optimismus« genannt. Laut wikipedia der »Glauben an ein gutes Ende«.

6. Mal wieder unentschieden spielen

Nicht ganz so effektiv wie Punkt 5, auf Dauer allerdings auch nicht zu verachten. Für Risiken und Nebenwirkungen teilen sie die Erklärung von Punkt 5 ganz einfach durch zwei.

7. Einen saufen gehen

Hat im Fußball schon immer geholfen. So auch in der Saison 2010/11, da durfte Thomas Hitzlsperger, seinerzeit angestellt beim Premier-League-Verein West Ham United, erleben, wie Trainer Avram Grant mit seiner Truppe in höchster Abstiegsnot gleich dreimal von London nach Portugal jettete, um dort ein paar Tage voller Sonne, Strand und Sangria zu ge-, bzw. begießen. Super Sache. Grants Schützlinge vergaßen all ihre Sorgen, tankten neue Energie und gingen, vollgepumpt mit frischem Optimismus, in die letzten Spiele. Der klitzekleine Haken an der Sache: West Ham stieg am Ende der Saison ab.

8. Schokolade

Von Christian Gross, der ehemaligen Fleischmütze aus Stuttgart, gibt es eine prima Anekdote aus guten alten Champions-League-Quali-Zeiten mit den Grasshopper Zürich: Um seine Jungs auf den Punkt zu motivieren, ließ Gross ganz einfach Mini-Champions-League-Pokale aus Schokolade anfertigen. Aussage: So süß schmeckt die Champions League. Ein Traum. Der damals allerdings bald schon schmolz, Zürich flog schneller raus, als Gross »Schokolade« sagen konnte. Dennoch: Auch Fink könnte den Schoko-Trick benutzen. Bleibt nur noch die Frage, was er seinen Spielern basteln soll. Für den Klassenerhalt gibt es noch immer keinen Pokal. Bitter, bzw. halbbitter.

9. Mehr Geld

Gaaanz alter Trick aus den Tiefen der Bundesliga-Trainer-Schublade: Ordentlich Knete in einen Umschlag packen, vor den Spielen an die Kabinentür nageln und die geldgeilen Kicker so richtig scharf machen. Haben schon Christoph Daum und Udo Lattek angewandt und wenn man Trainern Glauben schenken darf, dann doch diesen beiden Spezialisten! Problem nur: Das war vor circa 100 Jahren. Heute bekommt jeder HSV-Spieler so viel Monatsgehalt, wie Uns Udo damals im Jahr. Fink braucht also dringend reißfeste Umschläge.

10. Günter Koch

Wenn die Punkte 1 bis 9 nicht fruchten wollen, gibt es eine allerletzte Lösung. Sie lautet: Günter Koch! Der Alleskönner hat 11FREUNDE verraten, wie er einer abstiegsbedrohten Mannschaft mal so richtig in den Hintern treten würde. Natürlich frei von irgendwelchen Stammtisch-Phrasen. Aber hört selbst:

 
 
 
 
 
12345678910
Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden