Zehn Maskottchen in Gefahr

Tumult und Hiebe

Man mag es kaum vermuten, aber selbst die fluffigen Vereins-Talismänner leben mancherorts gefährlich – oft selbstverschuldet, wie die aktuelle »Zehn« unserer 11FREUNDE-Ausgabe #143 beweist.

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Heft: #
143

1.
Ein legendäres Handgemenge präsentierten 1998 Wolfie, Maskottchen der Wolverhampton Wanderers, und drei kleine Schweinchen, die für eine Eisfabrik in Bristol warben. Erst verpasste eines der Schweinchen dem Wolf eine Ohrfeige, der retournierte einen saftigen Aufwärtshaken. Dann der Auftritt von Bristol-Maskottchen »City Cat«, anschließend abermals Tumult und Hiebe. Ordner schmissen alle fünf Maskottchen aus dem Stadion, eines der Schweinchen musste mit einer gespaltenen Oberlippe ärztlich versorgt werden.

2.
Nach dem Sieg der Dortmunder gegen den FC Bayern im April 2012 wurde BVB-Maskottchen Emma fotografiert, als es seine Notdurft am Mannschaftsbus des FC Bayern verrichtete. Die BVB-Pressestelle interpretierte das Bild selbstredend völlig anders. Emma hätte sich bei der Verrichtung sicher hingesetzt, die Biene habe »am wunderschönen Mannschaftsbus unseres Gastes den Reifendruck kontrolliert«. Coach Jürgen Klopp wiederum tadelte milde: »Eine übermütige Aktion und vielleicht auch unnötig.« Man beachte das »vielleicht«.

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3.
Um ein paar Pfund für die klammen Doncaster Rovers zu sammeln, entschloss sich Tracy Chandler, an Spieltagen die Dame im Kostüm von Donny the Dog, halbwegs erotische Fotos in Strapsen und mit Hundekopf im Arm in der Zeitung »Sunday Sport« zu veröffentlichen. »Schande!«, schäumte die Rovers-Chefetage und feuerte Chandler. »Ich dachte, das sei das Ende«, berichtete Tracy. »Ich brach zusammen!« Unerwartetes Happy End: Einen Tag später, offenbar nach Betrachten der Bilder, nahmen die Bosse die Kündigung zurück.

4.
Eine Eule, spanisch LechuZa, nistete unter dem Stadiondach des kolumbianischen Erstligaklubs Atletico Junior de Barranquilla und erwarb sich so den Status eines Maskottchens. Dann aber taumelte sie, bei einem Rundflug von einem Ball getroffen, darnieder auf den Rasen. Kicker Luis Moreno von Deportivo Pereira beförderte das arme Tier mit einem Tritt über die Außenlinie. Dann ging alles ganz schnell: Exitus der Eule, wütende Sprechchöre von den Rängen (»Mörder, Mörder!«), scharfes Verhör des Delinquenten im Mannschaftshotel. 

5.
Als 2001 die Maul- und Klauenseuche in Deutschland grassierte, kostete das Transportverbot für Klauentiere das Kölner Maskottchen Hennes VII. den Besuch des Heimspiels gegen den VfL Wolfsburg. Immerhin war der Bock, anders als Vorgänger Hennes I., nicht selbst schuld. Der war in anfänglicher Euphorie von den Spielern im Mannschaftsbus mit zu den Auswärtsspielen genommen worden. Nachdem er jedoch mehrfach sein Geschäft im Bus verrichtet hatte, scheiterte die Mitnahme am geharnischten Protest des Busfahrers. 

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