Zehn historische Anekdoten über WM-Eröffnungsspiele

»Lauft, meine kleinen schwarzen Freunde«

Schotten schocken Brasilianer, ein Medizinmann verhext Zidane, ein Hund sitzt auf der Ehrentribüne. Zehn kuriose Fakten zu WM-Eröffnungsspielen.

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151

1.
Ein Köter wird zum WM-Star
Beim Eröffnungsspiel 1966 ist Hund Pickles der Star unter den knapp 88 000 Zuschauern in Wembley. Der Promenadenmischling ist berühmt geworden, weil er zuvor beim Gassigehen den gestohlenen WM-Pokal ausgebuddelt hat. Dafür darf Pickles das 0:0 aus der Ehrenloge verfolgen, am Festbankett teilnehmen und dabei die Teller der Gäste ablecken. Wenige Monate später stirbt Pickles. Auf Katzenjagd erdrosselt er sich mit der eigenen Leine.

2.
Ausreden über Ausreden
Das langweilige 0:0 im Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 1978 in Buenos Aires gegen Polen schiebt die deutsche Mannschaft nachträglich auf ihr Hotel inmitten der 8,5-Millionen-Einwohner-Metropole. Trainer Schön meckert: »Viele taten kaum ein Auge zu, weil wir in der Nacht ein geheimnisvolles Ticken hörten. Ich alarmierte die Hotelleitung. Die gesamte Heizung wurde abgestellt. Aber es tickte und tickte.« Mittelfeldspieler Rainer Bonhof berichtet, er habe die ganze Nacht im Geiste den Verkehr geregelt, weil er vor Schlaflosigkeit aus dem 20. Stock stierte. Stürmer Klaus Fischer hat eine andere Ausrede parat: »Das Spielfeld war katastrophal.«

3.
Marcel Reif ist ein Kameruner
Eine historische Niederlage kassiert Argentinien 1990 in Mailand. Völlig überraschend verliert der Titelverteidiger gegen Kamerun 0:1. Für Aufregung sorgt TV-Kommentator Marcel Reif. Der gerät in seiner Livereportage aufgrund der couragierten Leistung der Kameruner ins Schwärmen: »Ich will nicht parteiisch sein. Aber lauft, meine kleinen schwarzen Freunde, lauft!« Reifs Aufforderung wirkt. Die Afrikaner stemmen sich selbst mit neun Mann wie die Löwen gegen ein Gegentor – Reifs kleine Freunde haben tatsächlich Erfolg.

4.
Aller Anfang ist torarm
1966 hat die FIFA das offizielle »Eröffnungsspiel« eingeführt. Leider haben beinahe alle Spiele seitdem eines gemein: Tore gibt es nur selten. Die vier Partien zwischen 1966 und 1978 enden jeweils 0:0. Wer danach auf Besserung hofft, wird enttäuscht: Von 1982 bis 2002 fallen insgesamt nur neun Tore. Beim Eröffnungsspiel vor vier Jahren trennen sich Mexiko und Südafrika 1:1. Ein wahres Schützenfest im Vergleich zu manch anderem Turnieranfang.

5.
Das Geisterkabinett des Berti Vogts
Eine legendäre Panne unterläuft den WM-Organisatoren 1994 in den USA. Wenige Minuten vor dem Eröffnungsspiel der Deutschen gegen Bolivien in Chicago verteilen sie die Aufstellungen an die Presse. Darauf finden sich so illustre Namen wie Andreas Thom, Christian Wörns, Uwe Bein, Heiko Scholz, Bruno Labbadia und Stefan Reuter. Diese Spieler sind von Trainer Berti Vogts aber gar nicht erst für den WM-Kader nominiert worden. Auch Alois Reinhardt soll angeblich auflaufen. Der Ex-Bayern-Spieler hat seine Karriere aber längst beendet.

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