1.
Platini Vs. larios
Um sich dafür zu revanchieren, dass ihm Michel Platini Anfang der Achtziger beim AS St. Etienne die Rolle als Spielmacher wegnahm, spannte Schöngeist Jean-François Larios dem Konkurrenten dessen Frau Christelle aus. Als diese samt Kindern beim Mitspieler einzog, ging Platini in der Kabine Larios an die Gurgel. Der jedoch gab sich machtlos: »Ich kann es nicht ändern. Es ist Liebe!«
2.
Boateng vs. Balotelli
Als ziemlich beste Freunde galten Jerome Boateng und Mario Balotelli während der Saison 2010/11 bei Manchester City. Als Balotelli Boateng jedoch im Training umsenste, verpasste der Deutsche dem Italiener eine schallende Ohrfeige. Der nahm daraufhin Boateng kurzentschlossen in den Schwitzkasten. Die beiden Streithähne mussten von den Kollegen mühsam getrennt werden.
3.
Barton vs. Dabo
Joey Barton wurde, ebenfalls in Manchester, unsauberer Methoden geziehen. Der Schnurrbartfreund prügelte Mitspieler Ousame Dabo krankenhausreif. Während die Polizei Barton Kabelbinder anlegte, moserte Dabo: »Es ist schlimm genug, wie ich jetzt aussehe. Aber schlimmer ist, dass er mich wie ein Feigling von hinten angegriffen hat.« Axel Schulz hätte es nicht schöner formulieren können.
4.
Lizarazu vs. Matthäus
»Ihr tut so, als sei eine Atombombe gefallen«, kommentierte Uli Hoeneß 1999 das Bohei um ein Ohrfeigenduell zwischen Bixente Lizarazu und Lothar Matthäus. Letzterer konnte sich, trotz Bewegtbilder, nicht erinnern. »Da hat euer Informant vorher ein Bier zu viel getrunken«, konstatierte Matthäus, seines Zeichens unbestechlicher Augenzeuge: »Das war keine Ohrfeige, ich war ja dabei!«
5.
Alberto vs. Sanogo
Rufname des Brasilianers Carlos Alberto bei Werder Bremen: »Chaos«. Ehrlich verdient durch Partynächte, monatelange Krankmeldungen und unterirdische Leistungen. Höhe- und Tiefpunkt der Partykarriere waren Tritte und Fausthiebe. Adressat: Mitspieler Boubacar Sanogo. Der Ivorer mischte zunächst fleißig mit, gab anschließend aber geschockt zu Protokoll: »Dieser Mann ist verrückt.«
Kabinenschlägereien und Prügel mit einem Golfschläger
6.
Bellamy vs. Riise
Craig Bellamy, ein wahrer Meister des subtilen Humors. Nachdem er Mitspieler John Arne Riise alkoholbedingt mit einem Golfschläger attackiert hatte, bejubelte der walisische Hitzkopf sein Tor im ersten Spiel nach seiner Sperre wie? Mit einem simulierten Golf-Abschlag, der selbst Riise ein Grinsen abnötigte. Bellamys neuer Spitzname: »The Nutter with the Putter« (Der Irre mit dem Putter).
7.
Pourie + Vater vs. Hoffmann
Die Rangelei mit Torben Hoffmann hätte Wolfgang Wolf, Trainer bei 1860 München, dem Schützling Marwin Pourie noch verziehen, nicht allerdings, dass sich Pourie anschließend in die Kabine verkrümelte, auf Anraten seines Vaters. Der hatte den Sohn ultimativ zum Abmarsch aufgefordert: »Komm, Marwin, wir gehen«, und auch noch eine Botschaft an Hoffmann parat: »Dich krieg’ ich noch!«
8.
Töfting vs. Letschkow
Über die Kabinenschlägerei zwischen Stig Töfting und Jordan Letschkow nach dem 1:3 in Bielefeld schrieb die »Morgenpost«: »Beide donnerten gegen die Heizung, wälzten sich auf dem Boden. Erst jetzt gingen Mitspieler dazwischen.« Uli Stein mochte nichts Negatives an der wilden Wemserei finden: »Das war okay! Die Spieler haben bewiesen, dass sie die Niederlage bewegt hat.«
9.
Roos vs. Ehrmann
Übertrieben, Axel Roos und Gerry Ehrmann auch nur als Kollegen zu bezeichnen. Als der bullige Keeper Roos im Winter 2001 das Knie auf den Oberschenkel rammte, eskalierte die Situation. »Er hat mir mit der Faust ins Gesicht geschlagen«, sagte Roos, der mit Platzwunde vom Platz getragen wurde. Ehrmanns treuherzige Version: »Ich habe ihn nur mit einem Reflex an der Lippe getroffen!«
10.
Bowyer vs. Dyer
Für einen Boxkampf sollte man gute Gründe haben. So wie Lee Bowyer von Newcastle United, der während des laufenden Spiels gegen Aston Villa seinen Nebenmann Kieran Dyer zum Bareknuckle-Fight herausforderte. Die Gegenspieler mussten schlichten, das Publikum reagierte amüsiert bis entgeistert. Bowyer wusste den Infight aber gut zu begründen: »Er hat mich einfach nicht angespielt.«