21.08.2012

Zehn Dinge über Gladbach im Europapokal

Schüsse, Flugverbote und David Hasselhoff

Seite 2/2: Watch your back
Text:
Benjamin Kuhlhoff
Bild:
Imago

Apropos Aua: Im Erstrundenmatch des Landesmeistercups 1976 gegen Austria Wien wunderte sich Angreifer Herbert Heidenreich nach Abpfiff noch, warum sein Rücken so weh tat. Als sich auch noch unangenehme Pusteln bildeten, ging er zum Arzt. Der diagnostizierte: Verätzungen zweiten Grades. Der Verdacht fiel sofort auf den ungelöschten Kalk, mit dem in diesen Tagen die Linien am Bökelberg gezogen wurden. Prompt stoppte die Stadt die weitere Verwendung des Teufelszeugs. Heidenreichs Rücken ging es schnell wieder besser, am Ende erreichte Gladbach sogar das Finale, wo sich der FC Liverpool allerdings als einige Nummern zu groß erwies.

Rumänische Nachtruhe
Den Ausflug ins rumäniche Craiova in der Uefa-Cup-Saison 1980 hatten sich die Spieler der Borussia sicher auch ruhiger vorgestellt. Doch daraus wurde nichts, denn in der Nacht vor dem Spiel drehten rumänische Fans die ganze Nacht ihre Runden um das Mannschaftshotel, um ihre Trommeln, Trompeten und Hupen auf volle Funktionsfähigkeit zu testen. Erst um neun Uhr morgens schritt die örtliche Polizei ein. Hätten sie sich auch sparen können, denn zu diesem Zeitpunkt saß die Mannschaft bereits längst am Frühstückstisch.

Vergesst David Hasselhoff
Aus dem Stasi-Bericht zum Uefa-Cup-Erstrundenhinspiel der Gladbacher beim 1. FC Magdeburg: »Wie durch Lothar Matthäus beim Länderspiel der BRD gegen die VR Polen jetzt bekannt wurde, beabsichtigt er in Magdeburg vor dem Uefa-Cupspiel zahlreiche Sportsouvenirs von BRD Profivereinen usw. an anwesende Fußballfans der DDR zu verteilen. Weitherhin beabsichtig er auch Eintrittskarten an diesen Personenkreis zu verschenken.« Wir haben es also schon immer gewusst: Nicht Kohl, nicht Hasselhoff, ganz allein Lothar Matthäus hat die Wende eingeleitet.

Sternstunde trifft Untergang
Das 5:1 der Borussia gegen Real Madrid aus dem November 1985 gilt nicht umsonst als eines der größten Fußballspiele aller Zeiten. Doch auf den Höhenflug der Fohlen folgte schon wenig später »Die schwarze Nacht von Madrid«. Nach der 0:4-Pleite im Bernabeu und dem überraschenden Ausscheiden soll Jupp Heynckes dermaßen enttäuscht gewesen sein, dass er sich monatelang ein Schweigegelübde auferlegte und nicht mehr mit seinen Kollegen gesprochen hat. Auch in der Bundesliga hallte die Nacht von Madrid noch lange nach. Regelmäßig begrüßten gegnerische Fans die Borussia mit lauten »Real Madrid«-Rufen.

Trikot mit Seltenheitswert
Beim vorerst letzten Europapokal-Spiel gegen den AS Monaco im Oktober 1996 präsentierten die Gladbacher ein Trikot-Unikat. Da im Fürstentum Monaco die Werbung für Alkohol verboten war, setzte man kurzerhand unter den Brust-Schriftzug des Altbier-Sponsors den Zusatz »Alkoholfrei«. »Diese Trikots gab es noch nie und wird es auch nie wieder geben«, sagte Manager Rolf Rüssmann im Vorfeld. Bis heute werden unter Fans für dieses Trikot mit Seltenheitswert Höchstpreise geboten.

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