10.10.2013

Zehn Dinge über Fußballer und Videospiele

»Von 100 Spielen verliere ich vielleicht eins!«

Unter der Woche verbot Leyton Orient's Trainer Russell Slade seinen Jungs das Spielen von FIFA14 im Mannschaftsbus. Was ihn dazu veranlasste, und weitere knallharte Fakten zu Fußballern und Videospielen in unserer Top Ten.

Text:
Ilja Behnisch
Bild:
imago

1. Leyton Orient's Trainer gegen FIFA14
Mit einem Traumstart ging Leyton Orient in die diesjährige Saison der englischen League One. Die ersten sieben Ligaspiele konnten allesamt gewonnen werden. Doch dann erschien FIFA14 auf dem Markt. Seither spielte das Team von Trainer Russell Slade zweimal lediglich unentschieden. Für den Übungsleiter lag der Zusammenhang klar auf der Hand. Die für ihn logische Konsequenz: FIFA14 ist von nun an, zumindest im Mannschaftsbus, tabu.

2. Hollands Nationalelf vertreibt sich die Zeit
Auch die »Elftal« vertrieb sich bei der WM 2010 die Zeit zwischen Trainingseinheiten und Spielen an der Konsole, wie das folgende Video beweist: Ein Einblick in das Innenleben einer Mannschaft. Leyton's Trainer Russell Slade sollte ganz genau hinschauen. Schließlich führte Hollands Weg bis ins WM-Finale.



3. Marco Reus und Mario Götze unvereinbar
Die beiden dicken Freunde Mario Götze und Marco Reus teilen in ihrer Freizeit nicht nur die Leidenschaft für die griffigen Evergreens des kanadischen Ausnahmekönners Justin Bieber. Nein, die beiden verbindet auch der innige Hang zum Videospiel. Das Problem dabei: »Ich würde auch gerne auf der Playstation mal gegen Mario Götze Fußball spielen. Doch ich bevorzuge FIFA und er besteht auf ›Pro Evolution Soccer‹. So kommen wir leider nicht zusammen.«

4. Mesut Özil gegen die Langeweile
Nichts hält ewig. So auch die Liaison zwischen Mesut Özil und Anna-Maria Lagerblom. Die lieferte dafür folgende Begründung: »Nach beinahe jedem Training kam er mit Freunden nach Hause, trank Fanta, nahm die Spielkonsole der Playstation und hockte sich vor den Flachbildschirm, stundenlang.« Mesut konterte stolz: »Von 100 Spielen verliere ich vielleicht eins!«

5. Messi rührt Beton an
Auch Lionel Messi spielt nach Trainingsschluß gern FIFA auf der Playstation. Am liebsten online gegen Spieler aus aller Welt, die natürlich keine Ahnung haben, wer Ihnen da auf dem digitalen Rasen gegenüber steht. Entgegen jeder Erwartung hat Barcelonas Superstar beim Zocken eine ausgeprägte Ader für die Defensive. So verriet der wohl beste Stürmer seiner Zeit: »Wenn das Spiel auf der Kippe steht, halte ich den Ball in der Defensive und spiele auf Zeit.« Dass er von seinen Online-Gegnern dafür regelmäßig mit Beschimpfungen überzogen wird, stört Messi nach eigener Aussage weniger.

6. Henrikh Mkhitaryan setzt auf Rochade
Die armenische Nummer Zehn des BVB hält es eher mit der Hochkultur, geht gern ins Theater, oder spielt wie jeder anständige Armenier Schach. Sein größter Traum? Eine Partie gegen seinen Landsmann, den Großmeister und Weltlkasse-Spieler Levon Aronian! In Sachen Playstation hält sich Mkhitaryan lieber zurück: »So eine Playstation in der Hand zu halten, macht mich nervös. Es regt mich zu sehr auf. Es ist besser, wenn ich etwas anderes mache.« Vielleicht würde es helfen, wenn er beim nächsten Versuch einfach nur den Controller zur Hand nimmt.

7. Ronaldinho der Pazifist
Ronaldinho war einst nicht nur die Covergestalt von FIFA07, sondern selbst von klein an ein begeisterter Zocker. Dass bei der mit ihm beworbenen Spielversion nicht mehr übermäßig hart gefoult werden konnte, kam dem Edeltechniker mehr als entgegen: »Ich bin es ja eher, der immer wieder angegangen wird. Und da ist es mir lieber, dass meine Figur nicht auch noch im Videospiel umgehauen werden kann.«

8. Vugar Huseynzade spielt sich (doch nicht) hoch
Das Erstaunen war groß, als Ende 2012 die Meldung die Runde machte, der 21-jährige schwedische Student Vugar Huseynzade hätte seinen neuen Posten als Sportdirektor beim aserbaidschanischen Erstligisten FC Baku dem Umstand zu verdanken, er wäre besonders erfolgreich in der Fußballmanager-Simulation »Football Manager«. Tatsächlich war die Meldung eine halbe Ente. Auch wenn Huseynzade sehr wohl auf einige Erfahrung mit dem »Football Manager« verweisen konnte, war diese für die Anstellung kein wesentliches Kriterium. Etwas verwirrend erscheint dann aber doch seine Aussage, was er ungeachtet dessen aus dem Computer-Spiel gelernt hat: »Ich weiß, wie man mit Spielern und Beratern umgehen muss.«

9. Der Nutella-Fluch 2.0
Genauso wie es eine Zeit lang schick war vom Nutella-Fluch zu sprechen, dem hoffnungsvolle Nationalspieler anheim zu fallen schienen, sobald sie für den Nußnougat-Riesen ihre Werbegesichter in die Welt stellten, munkelte ein ganz ähnlicher Mythos über das Computer-Spiel »Fußball-Manager« durch digitale Sphären. Die Rechnung ging dabei in ungefähr so: Wer immer auch auf dem Cover des jeweiligen Jahres abgebildet war, sollte bald darauf entlassen werden. Und tatsächlich: Lothar Matthäus' Engagement bei Partizan Belgrad endete 2003, Rainer Calmund trat 2004 bei Bayer Leverkusen von seinen Ämtern zurück. 2007 musste Thomas Doll seinen Stuhl beim HSV räumen, im Jahr darauf Hans Meyer seinen beim 1. FC Nürnberg. Dass Jogi-Löw 2010 keinen WM-Titel holen konnte dann schon kein Zufall mehr sein! 2011 traf es selbst den sonst von Mythen so gefürchteten Felix Magath, was zeigt, dass dieser Fluch vor wirklich gar nichts Angst hat. Nach dieser Machtdemonstration verschonte er die letztjährigen Posterboys Thomas Tuchel und Lucien Favre. Wer dieses Jahr auf das Cover gehoben wird, ist noch unklar. Wir können ihm nur die Daumen drücken!

10. Pele's Championship Soccer
Das erste Fußball-Videospiel überhaupt. Das von Atari entwickelte Spiel trug aus gutem Grund den Namen des brasilianischen Jahrhunderkickers. Denn man braucht mindestens soviel Kreativität wie einst Pele, um in diesen Haufen zappeliger Pixel ein Fußballspiel zu erkennen.

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