15.01.2013

Zehn Dinge über Fußballer und Detektive

»Die Sex-Orgien hat es wirklich gegeben!«

Ex-Torjäger Jürgen Wegmann will Detektiv werden und, so die Hoffnung der »Kobra«, den rätselhaften Tod von Bruce Lee aufklären. Viel Erfolg. Zehn weitere Geschichten über Fußballer und Detektive.

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1.
Großer Auftritt von Pelé: In dem von ihm 1979 produzierten Streifen »Os Trombadinhas«, zu deutsch: Die Taschendiebe, spielt der Weltstar einen Privat-Detektiv, der klauenden Straßenkindern in einer Art Privat-Sozialdienst auf die Pfade der Tugend zurückführt. Wie? Natürlich mit Fußball.

2.
Don´t fuck with the Ex-Schiedsrichter! Rudolf Kreitlein, der Fußball-Geschichte als Miterfinder der gelben und roten Karte bekannt, wurde 1978 vom Amtsgericht Stuttgart zu 1200 DM Geldstrafe verurteilt, weil er nachweislich seinem Nachbar mit einem Schraubenzieher den Auto-Lack zerkratzt hatte. Um die Sachbeschädigung auch beweisen zu können, hatte besagter Nachbar einen Detektiv engagiert, der sich gewieft in einiger Entfernung mit einem Fernglas in seinem Wagen verschanzt und den Frevel bald darauf beobachtet hatte. Kreitlein, nicht dumm, konnte sich der Gegenüberstellung zunächst erfolgreich erwehren (»Ich muss erst meinen Pudel einfangen!«), wurde dann allerdings doch vor den Richter geladen. Dort half selbst der letzte Rettungsanker seines Anwalts (»Eigentlich ist mein Mandant ja ein Fall für die Psychatrie«) nichts mehr. Der Schiri musste zahlen.

3.
Ganz großes Mobbing beim FC St. Pauli. Um den ungeliebten Trainer Uli Maslo rauszuekeln, verpflichtete der Klub 1996 einen ausgebildeten Krankengymnasten als »eine Art Privat-Detektiv« (Morgenpost), der fortan die Trainingsübungen von Maslos Konditionstrainer Rainer Sonnenbrug beobachtete und protokollierte. Ziel der Aktion: die angeblich gesundheitsschädigenden Einheiten des ehemaligen Zehnkämpfers Sonnenbrug zu entlarven. Maslo hielt noch bis April 1997 durch und heuerte anschließend bei Fortuna Düsseldorf an.

4.
Den Spitznamen »Uli Controletti« hatte sich Bayern-Manager Uli Hoeneß Ende der Neunziger redlich verdient. Um den offenbar ziemlich unsteten Lebenswandel seines Angestellten Mario Basler überprüfen zu lassen, beauftragte Hoeneß 1998 eine Münchener Detektei. Basler schüttete alsbald der »Bild«-Zeitung sein Herz aus: »Ich habe gemerkt, dass ich auf einmal auf dem Weg nach Landshut verfolgt wurde. Daraufhin habe ich Uli Hoeneß zur Rede gestellt.« Grund für den Hoeneßeschen Kontrollwahn: Baslers angebliche Dauerbesuche in diversen bayrischen Zocker-Etablissements. Seine Lebensgefährtin geschockt zu »Bild«: »In Landshut ist unser Zahnarzt! Mario mag zwar mal ein Wilder gewesen sein, aber jetzt nicht mehr.«

5.
Hoeneß, alias Uli Controletti, bestätigte kurz darauf systematische Bespitzelungen seiner Fußballer, was wiederum die Spieler selbst zur Weißglut brachte. Bayern-Kapitän Thomas Helmer krakelte im »kicker«: »Ich vertrete hier die Meinung der gesamten Mannschaft und wiederhole: Das ist eine Riesenschweinerei!« Er selbst, so Helmer, sei zwar »nie Detektiv« gewesen, könne sich aber durchaus vorstellen, wie die von Hoeneß bezahlten Aufpasser aussähen: »Meistens sind es die Unauffälligen. Die, die man nicht sieht!«

 
 
 
 
 
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