1.
Großer Auftritt von Pelé: In dem von ihm 1979 produzierten Streifen »Os Trombadinhas«, zu deutsch: Die Taschendiebe, spielt der Weltstar einen Privat-Detektiv, der klauenden Straßenkindern in einer Art Privat-Sozialdienst auf die Pfade der Tugend zurückführt. Wie? Natürlich mit Fußball.
2.
Don´t fuck with the Ex-Schiedsrichter! Rudolf Kreitlein, der Fußball-Geschichte als Miterfinder der gelben und roten Karte bekannt, wurde 1978 vom Amtsgericht Stuttgart zu 1200 DM Geldstrafe verurteilt, weil er nachweislich seinem Nachbar mit einem Schraubenzieher den Auto-Lack zerkratzt hatte. Um die Sachbeschädigung auch beweisen zu können, hatte besagter Nachbar einen Detektiv engagiert, der sich gewieft in einiger Entfernung mit einem Fernglas in seinem Wagen verschanzt und den Frevel bald darauf beobachtet hatte. Kreitlein, nicht dumm, konnte sich der Gegenüberstellung zunächst erfolgreich erwehren (»Ich muss erst meinen Pudel einfangen!«), wurde dann allerdings doch vor den Richter geladen. Dort half selbst der letzte Rettungsanker seines Anwalts (»Eigentlich ist mein Mandant ja ein Fall für die Psychatrie«) nichts mehr. Der Schiri musste zahlen.
3.
Ganz großes Mobbing beim FC St. Pauli. Um den ungeliebten Trainer Uli Maslo rauszuekeln, verpflichtete der Klub 1996 einen ausgebildeten Krankengymnasten als »eine Art Privat-Detektiv« (Morgenpost), der fortan die Trainingsübungen von Maslos Konditionstrainer Rainer Sonnenbrug beobachtete und protokollierte. Ziel der Aktion: die angeblich gesundheitsschädigenden Einheiten des ehemaligen Zehnkämpfers Sonnenbrug zu entlarven. Maslo hielt noch bis April 1997 durch und heuerte anschließend bei Fortuna Düsseldorf an.
4.
Den Spitznamen »Uli Controletti« hatte sich Bayern-Manager Uli Hoeneß Ende der Neunziger redlich verdient. Um den offenbar ziemlich unsteten Lebenswandel seines Angestellten Mario Basler überprüfen zu lassen, beauftragte Hoeneß 1998 eine Münchener Detektei. Basler schüttete alsbald der »Bild«-Zeitung sein Herz aus: »Ich habe gemerkt, dass ich auf einmal auf dem Weg nach Landshut verfolgt wurde. Daraufhin habe ich Uli Hoeneß zur Rede gestellt.« Grund für den Hoeneßeschen Kontrollwahn: Baslers angebliche Dauerbesuche in diversen bayrischen Zocker-Etablissements. Seine Lebensgefährtin geschockt zu »Bild«: »In Landshut ist unser Zahnarzt! Mario mag zwar mal ein Wilder gewesen sein, aber jetzt nicht mehr.«
5.
Hoeneß, alias Uli Controletti, bestätigte kurz darauf systematische Bespitzelungen seiner Fußballer, was wiederum die Spieler selbst zur Weißglut brachte. Bayern-Kapitän Thomas Helmer krakelte im »kicker«: »Ich vertrete hier die Meinung der gesamten Mannschaft und wiederhole: Das ist eine Riesenschweinerei!« Er selbst, so Helmer, sei zwar »nie Detektiv« gewesen, könne sich aber durchaus vorstellen, wie die von Hoeneß bezahlten Aufpasser aussähen: »Meistens sind es die Unauffälligen. Die, die man nicht sieht!«
Sex, Drugs & Christoph Daum
6.
1999 erfuhren enttäuschte Fans von Tennis Borussia Berlin, warum es ihre Mannschaft, trotz guter Leistungen, nicht in die Bundesliga geschafft hatte. Der Grund, wie so häufig: eine Frau. Sara, Besitzerin eines Nagelstudios in Berlin-Staaken und ehemals Lebensgefährtin von TeBe-Zaubermaus Francisco Copado, hatte ihrem Geliebten einen Detektiv auf den Hals geschickt, weil der sich – so gut unterrichtete andere Spielerfrauen – regelmäßig mit schönen Frauen zum Kurztrip in Sevilla traf. Der Detektiv erledigte seine Arbeit, legte eindeutige Beweise vor, die schöne Sara verließ den schönen »Paco« – und bändelte mit dessen Mitspieler Kreso Kovacec an. Woraufhin Mittelfeldmann Copado bei Trainer Winfried Schäfer vorstellig wurde: »Der Kreso bekommt keinen Ball mehr von mir!« Ein Jahr später war der Verein pleite.
7.
Ob Hertha-Präsident Wolfgang Holst ernüchtert war, als ihm der beauftragte Detektiv 1968 das Ergebnis seiner Untersuchungen übermittelte? Holst hatte den Mann gebeten, den Trinkgewohnheiten seiner Spieler auf den Grund zu gehen. Ergebnis: »Jeden Tag um 17.30 Uhr ist das Training zu Ende, um 17.54 Uhr sitzt Herr Wild als erster in der Gaststätte, um 17.56 Uhr folgt der zweite Spieler, solange, bis sieben Spieler komplett sind. Dann trinken sie alle abwechselnd sieben Schnäpse und sieben Bier.«
8.
Starker Tobak, den sich Inter Mailand im Herbst 2006 gefallen lassen musste: Die »Gazzetta dello Sport« berichtete, der Klub habe bereits 2002 einen Detektiv auf Schiedsrichter Massimo De Santis angesetzt, um dessen Telefongespräche abzuhören und Konten auszuspionieren. Ziel der Aktion: Illegale Absprachen zwischen De Santis und Juves berüchtigten Manager Luciano Moggi aufzudecken. Die Detektive blieben erfolglos.
9.
Längst eine lebende (und aktive) Trainerlegende beim FC Arsenal, hatte Arsene Wenger zu Beginn seiner Karriere in London einen äußerst schweren Stand. Nicht nur, dass sein befremdliches Äußeres die hartgesottenen Briten zunächst überraschte (Tony Adams: »Er trägt eine Brille, er sieht aus wie ein Schullehrer und kann nicht mal richtig Englisch sprechen!«), seine strikten Regelauslegung in Sachen Ernährung – kein Steak vor dem Spiel, keine traditionellen Besäufnisse – brachte dem Franzosen auch einen neuen Spitznamen ein: »Clouseau«, benannt nach dem Detektiv aus den »rosarote Panther«-Filmen.
10.
Um den Gerüchten, seine Kicker hätten gar allzu wilde Sex-Orgien in einem Istanbuler Nobelhotel gefeiert, auf den Grund zu gehen, betätigte sich Fenerbahce-Trainer Christoph Daum im Winter 2009 einfach selbst als Detektiv – und dröselte in minutiöser Schnüffelarbeit den Fall auf. Schockierendes Ergebnis nach tagelanger Recherche und Zeugenbefragung im besagten Hotel: »Es stimmt leider alles! Ich hätte es mir in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können, dass Fener-Profis so was tun. Aber die Sex-Orgien hat es wirklich gegeben.« Armer fantasieloser Daum...