Zehn Dinge über den PSV Eindhoven

Das Phänomen

Der PSV Eindhoven feiert seinen 100. Geburtstag. In der neuen Ausgabe von 11FREUNDE würdigen wir den Klub in unserem »Kunstschuss«. Hier lest ihr 10 Dinge über den PSV - von brabantischem Stolz bis zum eigenen Rennstall.

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1.
Ein Moment der Inspiration überkam Jan Willem Hofkes bei der offiziellen Gründungsversammlung am 31. August 1913. Während der Normalsterbliche auf dem Tisch des ersten Vorsitzenden auch mit viel Anstrengung nur ein Glas Himbeersaft und einen weißes Notizbuch erkennen konnte, sah Hofkes die perfekte farbliche Symbiose und war hin und weg. So hin und weg, dass er spontan entschloss, rot und weiß zu den Vereinsfarben des Clubs zu machen.

2.
Manchmal ist ein bisschen weniger Patriotismus durchaus von Nutzen. Zu Anfangszeiten durften ausschließlich brabantische Spieler für den PSV auflaufen. Bra-was? Ja, und genau da lag das Problem. Der Pool an talentierten Kickern in dem flächenmäßig eher bescheidenen Gebiet im Süden der Niederlanden schien irgendwann ausgeschöpft und 1955 sahen das auch endlich die Verantwortlichen ein. Die Regel wurde außer Kraft gesetzt, fortan war es auch erlaubt Spieler aus dem Ausland zu verpflichten.
 
3.
Gut Ding will Weile haben. Während sich andere europäische Vereine mittlerweile von heute auf morgen einen hochmodernen Stadionklotz irgendwo in die Wildnis stellen, werkelte der PSV Eindhoven über neun Jahrzehnte hinweg fleißig an seinem Philips-Sportpark herum. Alle vier Tribünen wurden erst nach und nach errichtet und weil man gerade dabei war, entschied man sich zwischendurch eine Leichtathletikbahn einzubauen, nur um sie dann doch wieder abzureißen. Folge: Die Spielstätte des PSV fasst zwar heute 35.000 Personen, ist aber - wer hätte das gedacht - stark asymmetrisch.

4.
Kaum ein anderer Traditionsclub in Europa wird so eng mit einem Unternehmen verbunden wie die Philips Sport Vereniging Eindhoven. Die Heimspiele trägt man brav im «Philips Stadion» aus und während andere Vereine den Trikotsponsor häufiger wechseln als ihre Tornetze, ist der PSV auch in dieser Hinsicht eine treue Seele. Seit der holländische Verband 1982 die Trikotwerbung genehmigte, zierte bis heute ununterbrochen das Philips-Logo die Brust der Werkself. Wer sagt's denn - es gibt sie doch noch, die Loyalität im Fußballgeschäft.

5.
Das haben selbst die Mauer-Griechen bei der EM 2004 nicht hinbekommen: Mit nur drei Siegen in der K.o.-Runde und unter ganz besonderer Mithilfe der Auswärtstorregelung schaffte der PSV Eindhoven 1988 den Einzug ins Finale um den Europapokal der Landesmeister. Sowohl im Viertel-, als auch im Halbfinale gab es ein Remis in beiden Partien. Im Endspiel ging es für das Team vom damaligen Trainer Guus Hiddink gegen Benfica Lissabon. Nach 120 Minuten stand es - wie konnte es auch anders sein - 0:0. Das anschließende Elfmeterschießen gewann Eindhoven mit 6:5 und sicherte sich dadurch den bis heute größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

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