Zehn Dinge über Bayern-BVB

Kung-Fu und Heulsusen

Am Wochenende steigt ein Topspiel, das den Namen noch verdient hat: Bayern gegen Dortmund. Wir erinnern an legendäre Duelle der beiden Erzrivalen. Mit Jan Koller als Torwart, Lothar Matthäus gegen Andreas Möller und Oliver Kahn gegen den Rest der Welt.

Kartenfestival
7. April 2001, BVB - Bayern 1:1

»In diesem Spiel gibt es nichts, was es nicht gibt«, sensationierte Marcel Reif Mitte der zweiten Halbzeit über die Partie Dortmund-Bayern am 28. Spieltag der Saison 2000/01. Und in der Tat: mit einem herkömmlichen Fußballspiel hatte das nichts mehr zu tun. Es hagelte 13 Gelbe Karten, Lizarazu, Evanilson und Effenberg flogen vom Platz. Letzterer tat sich beim Abgang besonders hervor. Nach einer glatten roten Karte wegen eines Ellenbogenchecks gegen Dede verabschiedete er sich mit Luftküssen vom aufgebrachten Dortmunder Publikum. Fußball gespielt wurde zwischenzeitlich auch. Die Partie endete 1:1.

Rollentausch
9. November 2002, Bayern - BVB 2:1

In die andere Richtung ging es zwei Spielzeiten später. Neben dem ehemaligen Münchener Thorsten Frings wurde auch BVB-Torwart Jens Lehmann am 12. Spieltag der Saison 2002/03 früher zum Duschen geschickt. Da Dortmunds Wechselkontingent bereits erschöpft war, musste Stürmer Jan Koller, der in der siebten Minute noch die Führung für die Gäste erzielt hatte, in den Kasten. Der Tscheche machte seine Sache ausgezeichnet und kassierte in den gut 25 verbleibenden Minuten Spielzeit keinen Gegentreffer. Am Ende wurde Koller vom »kicker« in die Elf des Spieltags gewählt. Als Torhüter.

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Das erste Mal
18. März 1998, BVB - Bayern 1:0 n.V. (Champions League, Viertelfinale)

Dortmund und Bayern waren die ersten Klubs aus dem gleichen Land, die in der Champions League aufeinander trafen. Nach einem müden 0:0 im Hinspiel verlief auch die zweite Partie des Viertelfinals 1997/98 dermaßen dröge, dass es nach 90 torlosen Minuten in die Verlängerung ging. In der 109. Minute erzielte Stephane Chapuisat den Führungstreffer für den Titelverteidiger, Carsten Jancker vergoß nach der verpassten Riesenchance zum Ausgleich bittere Tränen.

Matthäus vs. Möller
19. April 1997, BVB - Bayern 1:1

Apropos Heulen: Andi Möller hatte spätestens nach seiner Schwalbe gegen den KSC und dem ständigen Lamentieren auf dem Platz den Ruf als Heulsuse der Bundesliga weg. Ob ihn Lothar Matthäus aber dermaßen gemein provozieren musste? Nachdem sich Möller einmal mehr wegen einem nicht gegebenen Freistoß beim Schiedsrichter beschwert hatte, knöpfte sich Matthäus den Dortmunder vor:  »Heul' dich mal richtig aus, vielleicht kriegt dein Gegner dann die Rote Karte.«

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»Da lach ich mir doch den Arsch ab«
19. April 2008, BVB - Bayern 1:2 n.V. (DFB-Pokal, Finale)

Es war nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale 2008 gegen die Bayern, als Thomas Doll auf einer Pressekonferenz die Fassung verlor. Dem Dortmunder Trainer hatte genug von der ewigen Medienschelte gegen sich und seine Spieler: »Das ist eine absolute Frechheit, was hier passiert. Da lach ich mir doch den Arsch ab.« Allzu viel genützt hat Dolls Anfall von Leidenschaft nicht: Weniger als einen Monat später war er seinen Job bei der Borussia los.



Felsbrocken im Glashaus
Dezember 2001, Angebot für Sebastian Kehl

Auch Sebastian Kehl galt einmal als das größte Talent im deutschen Fußball und hatte Ende 2001 sowohl bajuwarische, als auch Dortmunder Begehrlichkeiten geweckt. Beim Tauziehen um den Nationalspieler warf Bayerns Manager Uli Hoeneß Dortmunds Präsident Gerd Niebaum einen unmoralischen Aktionismus vor, da Kehl mit viel Geld nach Dortmund gelockt werden sollte. Niebaums Kommentar: »Herr Hoeneß sitzt im Glashaus und schmeißt mit Felsbrocken um sich.«

Die Mutter aller vergebenen Großchancen
9. August 1986, Bayern - BVB 2:2

Frank Mill machte bei der Partie der beiden Vereine in der Saison 1986/1987 alles richtig. Gekonnt umkurvte er Bayerns Schlussmann Jean-Marie Pfaff und lief in seinem ersten Bundesligaspiel für den BVB aufs leere Tor zu. Was folgte, ist vermutlich der größte Fehlschüsse der Bundesligageschichte: Mill gelang es aus drei Metern, den Ball an den Pfosten zu setzen. Nach seiner Karriere erinnerte er sich: »Die Wochen danach wurden richtig böse für mich. An jeder Ecke musste ich mich verarschen lassen.« Doch Kopf hoch, Frank Mill, das ist auch schon Stürmern aus der 11FREUNDE-Betriebsmannschaft passiert.



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Die Kobra

Jürgen Wehmann spielte für Dortmund und Bayern

Jürgen Wegmann war einer der Akteure, die sowohl für den BVB als auch für den FC Bayern aufgelaufen sind. Die »Kobra« gehörte zu den erfolgreichsten Bundesliga-Torschützen der achtziger Jahre und erlebte nach seiner Karriere einen tiefen Absturz. Eine Zeit lang lebte er sogar von Hartz IV, bis sich ein Samariter aus Münchener Zeit Wegmanns Schicksal annahm: Uli Hoeneß besorgte dem Stürmer eine Stelle im Fanshop der Bayern, nachdem Wegmanns letzter Arbeitsvertrag nicht verlängert worden war. Im Dortmunder Fanshop gab es nach dem Weggang von Manager Meier keinen Platz mehr für die »Kobra«.

Oliver Kahn, die Erste
3. April 1999, BVB - Bayern 2:2

Es ist einer der Klassiker von Oliver Kahns Ausrastern: Beim Spiel in Dortmund in der Saison 1998/1999 segelte eine eher harmlose Flanke in Kahns Fünfmeterraum. Dortmunds Stürmer Heiko Herrlich besaß in diesem Moment die Dreistigkeit, ebenfalls zum Ball zu gehen, was Kahn zu einer beispiellosen Aktion hinriss: Er packte sich Herrlich und biss ihn, irgendwo zwischen hoffnungsloser Übermotivation und brennender Leidenschaft, ins Ohr. Dortmunds Stürmer war sichtlich irritiert und wischte sich perplex Kahns Speichel aus dem Gesicht.



Oliver Kahn, die Zweite
3. April 1999, BVB - Bayern 2:2


Selbes Szenario, selber Protagonist. Nach seinem Versuch, Heiko Herrlich zu vernaschen, übertrieb Oliver Kahn es in bester Kung-Fu-Manier gegen Stephane Chapuisat, als er mit gestrecktem Bein trotz Spielunterbrechung in den Dortmunder Stürmer sprang. Immerhin erfolgreich. Nicht zuletzt wegen Kahns Auftritt gelang es den Bayern noch, einen 0:2 Rückstand auszugleichen.

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