Zehn Alternativen, wie man einen Gästeblock ruhigstellt

Zum Reiterhof mit Fips

Immer öfter gibt es Probleme mit unliebsamen Gesängen auswärtiger Fans. Doch was soll man tun, um den pöbelnden Gästeblock ruhig zu stellen? 11FREUNDE hat zehn erfolgsversprechende Lösungen für hilflose Vereine gesammelt. Zehn Alternativen, wie man einen Gästeblock ruhigstellt

1. Wasserspiele
Der besondere Service im siedend heißen Sommer: Der gastgebende Klub kümmert sich kostenfrei um ausreichend nasse Abkühlung für Gästefans. Einfach bei der örtlichen Feuerwehr oder Polizei nachfragen, die stellen nur allzu gern druckvolles Wasserspielzeug zur Verfügung. Kleiner Tipp: Bei den offiziellen Stellen hordenweise Problemfans im Gästeblock ankündigen und dann bei jedem kritischen Gesang die Hähne voll aufdrehen. Und bei Außentemperaturen von über 30°C  wird sich nach anfänglicher Irritation selbst der hartgesottenste Vertreter der »Gegen den modernen Fußball«-Bewegung dem Badespaß ergeben. Auch lustig: Der Einsatz der Wasserfreuden im Winter. Denn wer schlittert nicht gerne über frisch gefrorenes Eis? Die Gästefans werden sie lieben. Garantiert.

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2. Pferdeshow
Spätestens seit den Studentenprotesten 1968 ein beliebtes Opium für das Volk: Beamte zu Pferd. Ein paar als Polizisten verkleidete pralle Damen hoch zu Ross setzen und munter durch die Massen traben lassen. Sie werden sehen, beim Anblick der massigen Vierbeiner wird selbst der schlimmste Feind zur Weichflöte und sucht schnell den nächsten Apfelhändler, um sich die Liebe des Gauls zu ergaunern. Ist das geschafft, greift postwendend das Ponyhof-Syndrom: Striegeln, Ausreiten, Abrubbeln, Stall ausmisten – das Hottehü wird zur neuen Obsession. Für hasserfüllte Fangesänge gegen den ansässigen Fußballverein ist dann sicher keine Zeit mehr. 

3. Betreten verboten
Der Klassiker: Einfach kurz vor dem Anpfiff ein Schild mit der Aufschrift »Betreten der Baustelle verboten – Eltern haften für ihre Kinder« vor dem Gästeblock aufstellen. Die Allesfahrer aus der Ferne werden ihnen den deutlichen Gefahrenhinweis nachsehen und sich stattdessen den Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt zuwenden. Problem gelöst.

4. Stars lesen vor
Ein Trend aus dem Buchladen nebenan: Altstars des gastgebenen Vereins lesen ab zwei Stunden vor dem Anpfiff aus ihrer herzergreifenden Biographie. Der Clou: Entweder die Geschichten sind so fesselnd, dass alle gespannt lauschen und schweigen. Oder noch besser: Die betagten Fußballrentner lassen es sich nicht nehmen, ihre ersten Lebensjahre in aller epischen Breite auszuführen. Das Motto: »Früher hatten wir ja nix, da sind wir barfuß zur Schule gegangen. Durch den Schnee.« Gähnfaktor 10! Spätestens zum Anpfiff sind alle Krawallmacher eingeschlafen.

5. Showorchester Ungelenk
Sie sind beliebt wie Otto Waalkes und Franz Beckenbauer zusammen: die Militär- und Polizeiorchester dieser Repubilk. Warum sonst werden sie zu jedem Länderspiel in die Stadien gekarrt, um die Nationalhymnen der entlegendsten Staaten (Aserbaidschan, Estland, England) zum Besten zu geben? Diese stets fehlerfreien Meilensteine der Unterhaltungsmusik lassen einen Schluss zu: Da liegt Talent brach. Sollten sich also unliebsame Gesänge aus dem Gästeblock ankündigen, spielt ab sofort das örtliche Polizeiorchester vor der Kurve zum Tusch auf.

6. Videobeweis
Fußballvereine sind längst moderne Unternehmen. Warum sollte man sich also weiter vor den neuesten Trends und Gepflogenheiten der begehrten Zielgruppe (zahlungskräftige Jugendliche) versperren? Ab sofort stellen sie im Gästeblock Laptops mit Riesenbildschirmen auf – W-Lan inklusive. Sie werden sehen, zwischen Facebook-Status-Updates und Youtube-Videowettbewerben (»Kennste den?«) bleibt überhaupt keine Zeit mehr für Schmähgesänge gegen den Gegner.

7. Fips für alle
Zu jedem Heimspiel organisieren sie Fips Asmussen als Anheizer im Gästeblock. Wohl kaum ein Unterhaltungskünstler hat wohl mehr Erfahrung darin, ganze Hallen in Bruchteilen von Sekunden leer zu spielen. Ein paar tausend angetrunkene Halbstarke sind da seine leichteste Übung. Alternativen: Gunter Gabriel oder Mario Barth.

8. Die Mischung stimmt
Nordkorea hat es bei zahlreichen Sportveranstaltungen vorgemacht: Der gezielte Einsatz von garantiert neutralen Zuschauern kann ganze Massen steuern. Mischen sie einfach ein paar Vereinskader in den aufmüpfigen Gästemob (Ideales Mischverhältnis 2:1), die mit glasklaren Argumenten (»Aber denkt doch mal nach: Der Verein schafft in dieser Region massig Arbeitsplätze« oder »Hier ist auch nicht alles schlecht«) die Kritiker besänftigt. In der Folge organisieren die freundlichen Stimmungsmacher bunte Choreographien mit Fähnchen und anspruchsvollem Gesang. Sicher findet sich ein Hauptsponsor, der diese tolle Aktion finanziert und gleichzeitig zu Werbezwecken nutzen kann.

9. Bier müssen draußen bleiben
Bis 500 Meter vor dem Eingangstor gibt es Freibier für alle Gästefans. Ins Stadion schafft es der Pöbel dann doch sowieso nicht mehr.

10. Fiepen
Nur für ganz Ausgebuffte: Platzieren sie unmittelbar unter der Gästekurve ein Gerät, dass unangenehme Gesänge mit noch unangenehmeren Geräuschen übertönt. Aber Vorsicht, könnte Ärger geben.

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