10.02.2007

Wotan Wilke Möhring über sein größtes Spiel

„Die Jungs können kämpfen“

Für den Schauspieler Wotan Wilke Möhring war das 1:0 von Deutschland gegen Polen der intensivste Moment seiner Fanbiografie. Bis heute denkt er täglich daran.

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Imago
„Ich hatte für die vier Wochen WM alles an Arbeit abgesagt, damit ich auch bloß jedes Spiel sehen kann. Neben dem Finale und dem Viertelfinale gegen Argentinien war das Polen-Spiel das einzige, bei dem ich live dabei war. Das Spiel war ja in Dortmund, und ich bin dann aus Berlin angereist. Wir haben uns mit Christian Kahrmann und Christian Zübert, dem Regisseur von „Lammbock“, bei Peter Thorwarth, mit dem ich zusammen „Goldene Zeiten“ gedreht habe, in Unna getroffen. Wir sind dann ganz stilecht im total überfüllten Zug nach Dortmund gefahren, hatten auch ganz normale Karten hinter dem Tor der Polen.




Das Spiel war an Spannung überhaupt nicht zu überbieten. Die anderen beiden Gegner waren ja eher Pipifax – vor dem Spiel gegen Polen hatte man schon den größten Respekt. Ganz Dortmund war voller polnischer Fans, und auch im Stadion war viel rot-weiß zu sehen. Für mich als Dortmund-Fan war die Partie vielleicht noch ein bisschen aufregender, weil dieses Stadion einfach einzigartig ist und bei mir immer für Gänsehaut sorgt.


Das ganze Spiel war sehr intensiv, flog aber trotzdem einfach so vorbei, und als dann endlich das erlösende Tor fiel, brach eine Euphorie los, die ich selten zuvor in meinem Leben erlebt habe. Die Stimmung war einfach großartig. Ich will nicht sagen, dass man ab da wusste, dass die Nationalmannschaft etwas Großes erreichen kann, weil die Spieler sich ja später noch fußballerisch gesteigert haben. Aber ab dem Augenblick war einfach klar: Die Jungs können kämpfen, die brauchen kein Glück und können trotz der jungen Truppe so ein Ding noch in letzter Minute herumreißen. Als wir uns irgendwann relativ betrunken ins Telekom-Sponsorzelt reingeschmuggelt hatten, haben wir dort vor lauter Freude eine Menge Gläser zerschossen, weil wir uns mit ein paar Kollegen ziemlich wilde Fußball-Matches geliefert haben. Til Schweiger war unter anderem dabei.


Das Spiel begleitet mich seitdem jeden Tag. Peter Thorwarth hat im Stadion jede Menge Fotos gemacht und ich habe mir zwei davon auf 2 x 1 – Meter-Leinwand gedruckt und in meine Wohnung gehängt. Daran gehe ich jeden Tag vorbei und freue mich immer noch darüber.“ 

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