Wolfsburgs Edel-Joker Bas Dost

Ein Tor würde seinem Spiel gut tun

Er heißt fast wie ein PC-Betriebssystem, sieht aus wie ein Schluck Wasser in der Kurve – und gilt als einer der sichersten Vollstrecker der niederländischen Stürmerelite. Trotzdem ist Bas Dost beim VfL Wolfsburg nur Edelreservist. Das hat seine Gründe.

Man hat das schon mehr als einmal gehört. Da soll es einen jungen niederländischen Stürmer geben, der in seiner Heimat eine ungeheure Torquote hat, der mehr Treffer erzielt, als die heimische Liga Spieltage hat, der Tore mit dem Kopf, mit dem linken und mit dem rechten Fuß und zur Not mit dem Hintern erzielt. Kurz: eine echte Granate.

Die niederländische »Granate« der Saison 2011/12 hieß Bas Dost. Ein Name, so schön, kurz und bündig wie ein PC-Betriebssystem. Ein 1,92 Meter langer Schlacks mit leicht gebeugter Haltung, die speziell Großmütter gerne mit dem berühmten Schluck Wasser in der Kurve vergleichen. Ein Fußballer. Der seine Tor mit rechts und links und mit dem Kopf und zur Not mit jedem anderen erlaubten Körperteil erzielte. 34 waren es am Ende der Saison für den SC Heerenveen. In 32 Spielen. Was für eine Quote.

Als Makaay und van Nistelrooy gingen, jubelten die Verteidiger

Die Vorgänger von Bas Dost hießen unter anderem Roy Makaay und Ruud van Nistelrooy. Sie wurden für viel Geld aus ihrer Heimat weggekauft und die niederländischen Verteidiger schickten dankbare Stoßgebete gen Himmel. Makaay und van Nistelrooy machten im Ausland einfach da weiter, wo sie in den Niederlanden aufgehört hatten: Sie schossen Tore. So viele, dass sie bald mehr Millionen Euro wert waren, als es Spieltage in ihrer Liga gab.

Laut transfermarkt.de ist Bas Dost momentan neun Millionen Euro wert. Zwei Millionen mehr, als der VfL Wolfsburg im Sommer 2012 für ihn ausgab. Wenn ein Fußballer seinen Marktwert erhöht, ist das ein gutes Zeichen. 26 Bundesliga-Spiele hat Dost in dieser Spielzeit für den VfL bestritten und dabei acht Tore erzielt. Mehr als Diego und Ivica Olic (je sieben), mehr als jeder andere Wolfsburger. Bas Dost hat bislang eine gute Bilanz beim VfL Wolfsburg vorzuweisen. Aber wirklich zueinander gefunden haben Stürmer und Verein noch nicht. Im Halbfinale gegen den FC Bayern München wird Bas Dost vermutlich nur auf der Bank sitzen. Warum ist das so?

Eine Erklärung ist sein Stammplatz-Konkurrent Ivica Olic. Der wird zwar auch fürs Toreschießen bezahlt, ist aber gleichzeitig eine Art erster Verteidiger, vorgezogener Sechser und Aushilfs-Spielmacher. Olic mag nicht so treffsicher wie Dost sein, aber er ist zur Not überall auf dem Platz zu finden. Er ackert für zwei, er wirft sich in die Zweikämpfe, er definiert seine Rolle als Sturmspitze ganz anders als Bas Dost. Wenn man so will, ist der zehn Jahre ältere Olic ein wesentlich modernerer Angreifer als der 23-jährige Niederländer Dost.

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