12.11.2012

Wolfsburg-Leverkusen in der Spielanalyse

Ein Sieg mit links

Auto- schlägt Chemiekonzern – mit Wille, Köpfchen und Diego. Die 11FREUNDE-Spielanalyse zeigt, wie Wolfsburgs Trainer Köstner seine Mannschaft intelligent auf den Gegner Bayer Leverkusen einstellte.

Text:
Tobias Escher
Bild:
Imago

Im Duell der beiden Werksteams fiel die Favoritenrolle den Leverkusenern zu, die bisher eine solide Spielzeit absolvieren. Das Trainergespann Sascha Lewandowski und Samy Hyypiä stabilisierte den Club nach der unruhigen Dutt-Ära. In ihrem 4-3-3-System ist das Team dank aktivem Pressings und der klugen Aufgabenverteilung im Drei-Mann-Mittelfeld defensiv stark, in 16 Pflichtspielen fing Bayer lediglich 18 Gegentore. In der Offensive sorgen vor allem die vielen Rochaden der drei Angreifer Stefan Kießling, Andre Schürrle und Gonzalo Castro für Wirbel, gerade Außenstürmer Schürrle zieht es oft ins Zentrum. Die sehr offensiv denkenden Außenverteidiger sorgen dafür, dass die Flügel nicht unbesetzt bleiben.

Wolfsburg hingegen fiel in dieser Saison weder durch eine stabile Defensive noch durch atemberaubende Spielkultur auf – im Gegenteil: Unter Felix Magath fing die Mannschaft viele Tore, es gab kein koordiniertes Pressing und die Angriffe waren ausrechenbar und plump. Erst Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner brachte das Team mit einem 4-2-3-1-System in die Erfolgsspur zurück.

Der große Profiteur unter Köstner heißt Diego. Er genießt auf der Zehner-Position alle Freiheiten. Bei gegnerischem Ballbesitz muss er nicht pressen, bei eigenem darf er nach Belieben schalten und walten. So fällt er oft sogar auf die Sechser-Position zurück, um aus der Tiefe die Bälle zu verteilen. Diese Freiheiten beflügeln sein Spiel und geben dem Mittelfeldmotor viel Selbstvertrauen. Auch gegen Leverkusen war der Brasilianer der Motor des Wolfsburger Spiels. In Halbzeit Eins spielte er über 30 Pässe, nur Kjaer passte den Ball bis zur Pause häufiger. Bereits in der vierten Spielminute zirkelte er einen Freistoß in den Winkel und unterstrich seine großartige Technik.

Diegos freie Rolle funktioniert auch deshalb, weil die zentralen Mittelfeldspieler Josue und Jan Polak hinter ihm ständig absichern. Sie schalten sich kaum ins Spiel nach vorne ein, sondern befinden sich fast ständig in der eigenen Hälfte. So ließ Wolfsburg gegen Leverkusen trotz Diegos eher behäbiger Rückwärtsarbeit keine Lücken im Mittelfeld zu, die ungenauen Angriffe der Leverkusener endeten meist in defensiven Mittelfeld der Wölfe.

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