27.01.2014

Wolfsburg gegen Hannover in der Spielanalyse

Falsch gepokert

Wie hat sich 20-Millionen-Mann Kevin de Bruyne geschlagen? Was hat Tayfun Korkut bei seinem Bundesligadebüt anders gemacht als Mirko Slomka? Unsere Spielanalyse zum Niedersachsenderby.

Text:
Philipp Pelka
Bild:
imago

Dieter Hecking schickte die Wölfe im gewohnten 4-2-3-1 in die Partie. Neuzugang Kevin de Bruyne spielte rechts in der offensiven Dreierreihe, Diego links. Hannover begann bei Tayfun Korkuts Debüt im 4-4-2. Szabolcs Huszti startete diesmal auf der rechten Seite. Der Linksfuß sollte von dort nach innen ziehen und den Spielaufbau unterstützen. Auf dem linken Flügel agierte Bittencourt sehr breit und auch höher als Huszti – ein Faktor, der sich auszahlen sollte.

Wolfsburger Linksfokus sorgt für Scheindominanz

Wolfsburg übernahm schnell das Kommando und drückte 96 weit in die eigene Hälfte. Dabei hatten die Wölfe einen klaren Linksfokus. Außenverteidiger Rodriguez zeigte sich sehr offensiv. Er hinterlief Diego permanent und befreite ihn so aus einer möglichen Dopplung. Die Konsequenz: Diego konnte oft nach innen ziehen und den Abschluss suchen. Versperrten die Hannoveraner ihm frühzeitig den Weg, schickte er Rodriguez steil. Interessant war auch das Zusammenspiel der drei potentiellen Zehner Diego, Arnold und de Bruyne. Während de Bruyne und Diego häufig den Weg in die Mitte suchten, glich Arnold diese Bewegungen mit geschickten Läufen auf die Flügel aus.

Hannover stellte sich jedoch gut auf die Wolfsburger Offensivbemühungen ein. Die beiden Viererketten standen tief und dabei sehr nah beieinander. Wollten die Wolfsburger Kreativkräfte kombinieren, mussten sie immer wieder auf die Flügel oder in die Halbräume ausweichen. Dort hatten sie dann stets viele Spieler vor sich. Klare Torchancen waren folgerichtig Mangelware, die zwei Drittel Ballbesitz zeugten eher von einer Scheindominanz. Bester Beleg dafür: Nur selten erspielten sich die Wölfe gute Chancen, insgesamt kamen 78 Prozent aller Schüsse von außerhalb des Strafraums.


Fehler laden Hannover zu Toren ein

Hannover verschob geduldig und wartete auf Fehler. Und die kamen. Nach einer knappen halben Stunde suchte Medojevic in der Vorwärtsbewegung überambitioniert das Dribbling durch das enge 96-Mittelfeld. Seinen Ballverlust nutzten die auswärtsschwachen Hannoveraner zu einem Konter, den Neuzugang Rudnevs abschloss. Lange hielt die Führung jedoch nicht, da Olic nur sieben Minuten später traf – Arnold war nach einer Ausweichbewegung von rechts in die Mitte gezogen und schoss, Olic verwertete den Abpraller von Zieler.

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