Wohin nur mit Cesc Fabregas?
11.02.2010

Wohin nur mit Cesc Fabregas?

Mehr als ein Spieler

Immer mehr verdichten sich die Gerüchte, dass Arsenal-Star Cesc Fabregas am Saisonende zu seinem Ausbildungsverein FC Barcelona zurückkehrt. Bleibt nur die Frage: Wo soll der Mittelfeldstratege dann bloß spielen?

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55.000.000 Euro. Diese gigantische Summe muss laut transfermarkt.de der Verein bezahlen, der Francesc Fàbregas Soler, den alle Welt nur Cesc ruft, in seinen Reihen Fußball spielen sehen will. Jetzt vermelden spanischen Medien, dass sich der FC Barcelona bereits einig sei mit dem 22-jährigen Nationalspieler. Es wäre die Rückkehr an die alte Ausbildungsstätte.



Fast die gesamte Zeit als Jugendspieler lernte der in Arenys de Mar geborene Fabregas sein Handwerk beim nahen Welt-Verein FC Barcelona, ehe er den Klub 2003 als schmächtiger Teenager verließ und in der Premier League beim FC Arsenal anheuerte. Da galt er bereits als einer begabtesten Mittelfeldspieler des Planeten – nur wenige Wochen später kürten sie ihn bei der U-17-WM in Finnland zum besten Spieler des Turniers. Sieben lange Jahre spielt Fabregas nun schon bei den »Gunners«, eine verdammt lange Zeit im Profi-Fußball.

Er ist 22 und schon seit 7 Jahren bei Arsenal

Der Spanier gilt als Wahrzeichen der hervorragenden Jugendarbeit von Arsenal-Trainer Arsene Wenger, der es immer wieder schafft blutjunge Talente in der rauen englischen Eliteliga einzubauen. Jedes Jahr, das Fabregas in London spielte, ist er besser geworden. In dieser Saison hat er in 21 Spielen 11 Treffer erzielt und unglaubliche 13 Torvorlagen gegeben. In fünf Champions-League-Partien reichte es zu drei Toren und zwei Assists. Einen besseren Spieler hat der FC Arsenal aktuell nicht im Kader.

Nach dieser Saison soll nun alles vorbei sein mit Liaison zwischen Cesc und Arsenal. Spanische Medien (die zwar nicht immer mit knallharten Fakten glänzen) berichten bereits über einen angeblich fixen Wechsel nach dem Saisonende. Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, verdient der FC Arsenal zwar sehr viel Geld, würde aber eine zentrale Figur verlieren, die auch der ewige Jungbrunnen Arsene Wenger nicht so schnell ersetzen könnte.

Pickepackevolles Mittelfeld in Barcelona

Ungeklärt ist hingegen die Frage, wo der gute Fabregas im pickepackevollen Mittelfeld von Klubweltmeister FC Barcelona spielen soll. Mit seinen Landsleuten Xavi und Iniesta stehen zwei Akteure im Barca-Kader, die auch in Spaniens Nationalelf erste Wahl sind – vor Cesc Fabregas. Zusätzlich kann Trainer Pep Guardiola mit den überdurchschnittlich talentierten Akteuren Seydou Keita, Sergio Busquets und Yaya Touré arbeiten. Eine bessere Auswahl im Mittelfeld besitzt derzeit kein anderes Team der Welt.

Wohin also mit den Künsten des möglichen Neuzugangs Fabregas? Behält man sich die Optionen frei, dass Iniesta auch als passabler Außenstürmer und Yaya Touré als offensive »Sechs« herhalten können, minimiert sich das Duell auf Altmeister Xavi und den acht Jahre jüngeren Herausforderer. Beide zeigen in ihren Spielanlagen verblüffende Ähnlichkeiten, sind Meister des raumbringenden Zweikampfes und durch die harte Barca-Schule quasi zu Kurzpass-Shaolin mutiert. Zwar besitzt Fabregas eine offenbar deutlich größere Torgefahr, doch im aktuellen Arsenal-System bieten sich dem Mittelfeldspieler wesentlich mehr Möglichkeiten zum Torabschluss, als dem Kollegen in Barcelona. Xavi (zwei Tore, sieben Vorlagen) agiert als Ballverteiler der alten Schule, seine Ideen beschleunigen oder verlangsamen das Barca-Spiel.

Die knallharte Barca-Schule hat Kurzpass-Shaolin aus ihnen gemacht

Möglich, dass bei über 50 Spielen in der Saison beide Spieler zum Einsatz kommen, ohne sich den eigenen Platz streitig zu machen. Xavi ist nicht mehr der Jüngste und Fabregas wird Zeit brauchen, sich von sieben Jahren Insel-Fußball zu entwöhnen – trotz seiner Zeit als jugendlicher Lehrling.




Die beiden Nationalspieler regelmäßig spielen zu lassen und gleichzeitig Unruhe im sensiblen Spielergeflecht zu vermeiden, das könnte die große Aufgabe von Trainer Guardiola sein – sofern er denn kommt, der 55.000.000-Euro-Mann aus London.  
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