Wo wäre die Nationalmannschaft ohne Klinsmann?

Jogis Werk und Jürgens Beitrag

Ohne seinen Vorgänger würde Bundestrainer Joachim Löw heute durch die Welt tingeln. Gut, dass es anders gekommen ist.

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Vor ein paar Wochen haben sich Joachim Löw und Jürgen Klinsmann auf einen Kaffee getroffen. In Stuttgart, ganz so, wie es das Klischee verlangt. Die beiden galten ja mal als Schwabenconnection des deutschen Fußballs, was schon mal deshalb ein ziemlicher Blödsinn ist, weil Löw aus dem badischen Schönau kommt. Die beiden sehen sich öfter mal privat und demnächst auch in offizieller Mission. Bei der WM-Auslosung am 6. Dezember in Costa do Sauípe hofft der US-amerikanische Trainer Klinsmann, dass er es im kommenden Sommer in Brasilien erst einmal nicht mit der Mannschaft von Bundestrainer Löw zu tun bekommt, denn »wir wollen die Gruppenphase überstehen und dann ein paar Große ärgern. Deshalb muss es nicht sein, dass wir Deutschland gleich in der Gruppe haben«.

»Den ganzen Laden auseinandernehmen«

Der Kontakt zwischen Klinsmann und Löw ist nie abgerissen, seitdem sie vor neun Jahren als Trainergespann die deutsche Nationalmannschaft übernahmen und fit machten für die WM 2006. Wahrscheinlich haben sie auch beide mitbekommen, was am Freitagabend in Paris passiert ist. Kurz nachdem Löw mit Deutschland beim 3:0 über Irland in Köln die WM-Qualifikation perfekt machte und ein paar Stunden vor dem 2:0 von Klinsmanns Amerikanern über Jamaika wurde der australische Nationaltrainer Holger Osieck entlassen. Gleich in der Kabine nach einem 0:6 gegen Frankreich. Das hat auf den ersten Blick nicht viel zu tun mit Klinsmann, Löw und der WM. Auf den zweiten aber sehr viel. Denn wenn Franz Beckenbauer vor bald zehn Jahren so gekonnt hätte, wie er damals wollte, dann wäre vieles anders gekommen. Auch und gerade für Joachim Löw.

Im Sommer 2004 hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach dem überhasteten Rücktritt von Teamchef Rudi Völler infolge der blamablen EM in Portugal lange Zeit nach einem neuen Bundestrainer gesucht und dann den Überraschungskandidaten Jürgen Klinsmann präsentiert. Der kündigte sich an mit dem Versprechen, er wolle »den ganzen Laden auseinandernehmen«. Das ging den Herren beim DFB dann doch ein bisschen weit. Also beschloss Beckenbauer als führender Kopf der Trainerfindungskommission (TFK), dem jungen Revolutionär einen Aufpasser an die Hand zu geben. Holger Osieck, beim WM-Sieg 1990 des Teamchefs Beckenbauer für die profanen Dinge zuständig, flog zu einem ersten Gespräch mit Klinsmann nach Frankfurt. Und gleich darauf sichtlich beleidigt nach Hause. Klinsmann wollte ihn nicht und soll das sehr deutlich zum Ausdruck gebracht haben.

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