01.05.2007

Wissenswertes über den 1. FC Nürnberg

Wos mou i denn dou sogn?

Rekordmeister, Skandalnudel, Fahrstuhlmannschaft – kaum ein Etikett, das dem 1. FC Nürnberg in seiner 107-jährigen Geschichte noch nicht verpasst worden ist. Wir haben die schönsten Anekdoten zusammengetragen.

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1
Beginnen wir mit Hans Meyer, dem aktuellen Club-Trainer. Der frohlockte kürzlich: »Wir stehen jetzt ganz oben und werden uns dort auch festkrallen. Sollen die anderen doch mal versuchen, diese Weltklasse-Mannschaft von dort wieder weg zu holen.«



2
Peter Handke verewigte die Mannschaftsaufstellung des 1. FC Nürnberg vom 27. Januar 1968 in einem Gedicht. Was wiederum den FAZ-Besserwisser Volker Weidermann bis heute nicht ruhen lässt: »Nicht Leupold, wie im Gedicht vermerkt, lief damals als linker Verteidiger auf, sondern Hilpert. Das ist der Unterschied. Das Gedicht ist wertlos.«

3
Die Zeiten ändern sich. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts elektrisierten die Nürnberger vor allem die Derbys gegen den direkten Nachbarn, die Spvgg Fürth. Das folgte damals dem Trend der Zeit, es galten für prominente Nürnberger auch Eheschließungen mit Damen aus Fürth als unschicklich. Heute reibt man sich eher an den Münchner Bayern und erinnert sich stets aufs Neue an den größten Sieg über den FCB in der Saison 1967/68. Beim 7:3 traf »Goldköpfchen« Franz Brungs allein fünf Mal.     

4
Willy Böß, ab 1913 für den FCN als Stürmer unterwegs, war eine der ersten Stimmungskanonen im rot-schwarzen Dress. Legendär insbesondere sein durchdringendes Organ. Aus den Erinnerungen von Club-Legende »Papa« Hofmann an eine Zugfahrt auf der legendären Vereinsreise nach Spanien: »Allmählich machte sich der Schlaf bei uns geltend und bald herrschte wohltuende Ruhe in einem der Abteile. In dem anderen, leider in dem meinigen, beherrschte die Stimme Böß’ mit unerbittlicher Ausdauer Raum und Zeit. Es war zum Davonlaufen und ich tat es auch. So schlief ich endlich ein und erwachte erst, als wir in die Nähe von Paris kamen. Der Tag hatte längst gegraut und bald wurde alles munter. Böß aber war noch munter.«

5
Kaum eine Entscheidung der Klubführung empörte die Anhänger so, wie die Umbenennung des Frankenstadions zugunsten einer Kreditvergabepraxis der Norisbank. Die weitaus hübschere Alternative der Anhänger: Max-Morlock-Stadion…



6
Apropos Max Morlock. Als der sich 1949 zum ersten Mal mit der späteren Gattin Inge verabredet hatte, flatterten dem späteren Weltmeister gehörig die Nerven. Also suchte Morlock zuvor ein Beratungsgespräch mit dem in solchen Dingen erfahreneren Herbolsheimer: »Wos mou i denn dou sogn?«

7
Woher die innige Freundschaft zwischen Nürnberger und Schalker Anhängern rührt, darüber kursieren zahlreiche Anekdoten. Fest steht wohl nur, dass Mitglieder der »Gelsen-Szene« und der »Red Devils« die Freundschaft in der Saison 1980/81 begründeten. Mal wurde der Bund in der Schalker Fankneipe »City-Eck« beschlossen, mal soll die Freundschaft beim gemeinsamen Jagen einiger Bayern-Hooligans entstanden sein, mal sollen in einem »Stern«-Bericht Schalker Kutten mit FCN-Aufnähern zu sehen gewesen sein. Das wiederum sollen die Nürnberger so sympathisch gefunden haben, dass sie…

8
Zwischen Bekanntheitsgrad und Erfolg besteht nur eine mäßige Relation. Sonst wären wohl die Handballdamen die Vorzeigemannschaft des FCN, die waren nämlich schon elfmal Deutscher Meister, einmal Pokalsieger und einmal Europapokalsieger.

9
Zu den glücklosen Präsidenten des 1. FC Nürnberg gehörte Gerhard Voack. Der verhökerte zunächst mitten in der Saison 1993/94 den allseits beliebten Dieter Eckstein an Schalke 04, um anschließend Trainer Willi Entenmann zu feuern, taktisch geschickt nach einem 2:0 gegen den FC Bayern. Am Ende stieg der Club ab.   

10
Anfang der 90er Jahre verfiel man beim FCN auf eine altbewährte Methode, die Siegchancen des Clubs zu verbessern. Die Schiedsrichter wurden mit allerlei Zuwendungen wie Heimtrainern, Sportartikeln und Kosmetika versorgt.

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Weitere Anekdoten findet Ihr im aktuellen 11FREUNDE-Heft.
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