»Wir« gegen »Uns«: Deutschland gegen Deutschland anno 2010

Wo die Hämorrhoide blüht

Mit seinem neuen Buch »Zonenfußball« hat sich Autor Frank Willmann mal wieder um die Erinnerung an den Fußball der ehemaligen DDR verdient gemacht. Wir veröffentlichen einen Auszug und verlosen drei Exemplare! »Wir« gegen »Uns«: Deutschland gegen Deutschland anno 2010

Im November 2010 trafen sich in Leipzig an paar betagte und ehemals äußerst erfolgreiche Fußballer zu einem etwas verspäteten Länderspiel: Weil die Wiedervereinigung dem deutsch-deutschen Aufeinandertreffen 20 Jahre zuvor einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, traten Deutschland Ost und Deutschland West einfach noch einmal gegeneinander an. In seinem Buch »Zonenfußball« hat Herausgeber Frank Willmann seine Beobachtungen an diesem Tag mit leicht ironischen Unterton festgehalten.

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Der Kaiser war nicht da. Der Sammer spielte nicht. Bördefuchs Heynemann dufte nicht pfeifen. Ignoranten wie Neuberger und Tischs Harry weggestorben.  Aber der Thom lebt noch! Und der feiste Calmund, der einstweilen den Osten dolle lieb hat. Franky Mill ist derzeitig Friseur oder Altersmodell! Streich macht den Al Bundy. Fast  alle waren sie gekommen. FAST!

Berti machte wau. Dann machte er wauwau

Der ehemalige Bundesberti, der momentan auf einer aserbeidschanischen Resterampe ein Leben am Rande der fußballerischen Würde führt, durfte den Franz vertreten. Zwanzig Jahre nach 1990 machte Berti in Leipzig einmal halblaut wau, als er irgendetwas Belangloses gefragt wurde. Später macht er noch einmal wauwau.
Der Kaiser war in München unabkömmlich. Lokal unterwegs in Sachen Sekretärin oder Rasierapparat. Oder beides.

Auf der Bank der Zonis, der DDR in Anführungszeichen, saßen der stirnlose Schleifer Ede G. samt Vogels Eberhard. Ede, im früheren Leben  angeblich ehrenamtlicher Tschekkist, blies Unteruffzmäßig Luft durch die Backen, dass die Heldenstadt Leipzig ins Wanken geriet. Doch weil Bundesmerkel grad in Dublin den Iren das Fell über die Ohren zog, oder kleinen Waisenkindern in Belgrad die Hand schüttelte, blieben  Montagsdemos aus. Die tumben Ostler pfiffen, heimlich, still und leise »Das Lied vom kleinen Trompeter«, den alle sooo lieb hatten. Dann spuckten sie einen Schock Zähne aus und warfen die Krücken gen Westen.

»Wir« gegen »Uns«

Am Sonntag spielten in Leipzig die Teams von »Uns« gegen »Wir«. Zwanzig Jahre Fußballa Balla Einheit. Trabi gegen Mercedes Benz. Sparwasser. Trotz riesigem Freikartenkontingent blieb das Zentralstadion, das heute nach irgendeinem alpinen Schwedentrunk benannt ist, weitestgehend leer. Gähnend leer. Zum Gähnen das Spiel, deckungsgleich das Geschwafel der verdienten Protagonisten.

Für den E-N-D-L-I-C-H abdackelnden Nordost-Präsidenten Moldi Moldenhauer ist das Zusammenwachsen der Fußballzone mit dem Fußballwesten »eine Erfolgsgeschichte«. Auch wenn im Profibereich zwischen Sassnitz und Suhl eine bundesligafreie Zone besteht.

Er blieb am Popo der Fußballgeschichte

»Man kann den Fußball nicht darauf reduzieren, wo eine Mannschaft gerade spielt«, säuselte Moldenhauer ohne Sinn und Verstand. Er hat uns seinerzeit die 2 plus 6 Regel eingebrockt. Zwei Osttruppen in die 1. Bundesliga, sechs in die zweite Liga. Der Rest musste sehen wo er blieb. Er blieb am Popo der Fußballgeschichte. Dort ,wo neben der Klabusterbeere die Hämorride blüht.

Nur Kirsten bleibt Kirsten. Immer an der Grenze zum Beschiß, immer den persönlichen Vorteil im Tunnelblick. Er ließ sich im Strafraum theatralisch fallen, der fällige Elfer war das Siegtor für »Uns«. Ob »Wir« in zwanzig Jahren nochmal antreten, bleibt dahingestellt. Diver und Altesoteriker Klinsmann zog einen beeindruckenden Flunsch. Der Rest von Bertis Althasencombo tat gut daran, noch vor Mitternacht den Osten wieder zu verlassen. Man weiß ja nie.

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