Wie wird man Fifa-Präsident?

»Die Antarktis war einfach mal dran«

Unser Autor Dominik Bardow wollte eigentlich Fußballprofi werden. Da ihm dieser Weg verwährt blieb, sucht er sich also ein neues Betätigungsfeld und will nun für das Amt des Fifa-Präsidenten kandidieren.

imago

Als Kind wollte ich Fußballprofi werden. Das war natürlich naiv. Heute will ich Fußballfunktionär werden. Ich glaube, das wollen auch viele aktuelle Spieler und nehmen den Umweg Profikarriere in Kauf, um sich in Position zu bringen. Aber es gibt so viele Quereinsteiger in dem Gewerbe, da scheint es mir eher schädlich, zu viel Ahnung von Sport zu haben. Deshalb halte ich mich für bestens geeignet.

Die Fifa tagt derzeit über Korruptionsfälle, da wird bestimmt bald was frei, sogar bei Bayern München wurden plötzlich Posten neu besetzt. Solche Gelegenheiten gibt es selten, so einen Job gibt ja keiner freiwillig auf.

Eine Bewerbung

Deshalb werfe ich meinen Hut in den Ring: Ich will Fifa-Präsident werden! Oder zumindest eines Verbands. IOC wär auch ok.

Aber so formuliert man das ja nicht: Ich würde mich dieser Aufgabe stellen, wenn man sie an mich herantragen würde.

Zum Wohle des Fußballs! Der Sport liegt mir am Herzen, solange ich ihn nicht selbst ausüben muss. Ich weiß, ich bin noch 50 bis 70 Jahre zu jung für den Job, aber ich würde hineinwachsen in die Rolle, ich esse nämlich sehr gerne Schnittchen. Und nach zwei Schampus lache ich über jeden Witz, egal welcher Diktator ihn gemacht hat. Mit einem Knopf im Ohr spreche ich 154 Sprachen simultan. Ich kann auch sehr gut Baustellen besichtigen, ich habe seit Jahren eine direkt vor dem Balkon. Briefumschläge sind bei mir diskret aufgehoben, denn ich verlege meine Post meist. Ich würde allen die Hand reichen, mit der Innenseite nach oben.

Der Weltfußball wäre eine große Familie, jeder mit mir verwandt. Ich verspreche, nur das beste Angebot bekommt den Zuschlag für die WM. Die Antarktis war einfach mal dran.

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