Wie wichtig ist Mark van Bommel?

Gertrudas schlechter Ruf

Der FC Bayern München hat wieder ein Arschloch. Und ist verdammt froh darüber. Denn der angebliche Rüpel der Bundesliga, Mark van Bommel, scheint die Figur zu sein, mit der die Münchener Titel gewinnen können. Wie wichtig ist Mark van Bommel? Der Fußballspieler Mark van Bommel ist ein Arschloch. Jedenfalls wenn man den Menschen glauben möchte, die ihn nicht mögen. Und davon gibt es viele. Mark van Bommel, dessen Pass noch die hübschen Vornamen Peter, Gertruda und Andreas schmücken, hat Mitspieler mit Ellenbogen niedergestreckt, in die Genitalien gekniffen, Schiedsrichter beleidigt, und gegnerische Fans verhöhnt. Seinen Ruf als Arschloch hat sich Mark van Bommel schwer erarbeitet.

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Dabei ist der Mensch Mark van Bommel sicherlich ein ganz netter Kerl. Ein integrer Sportsmann mit Verantwortungsbewusstsein. Der sich für seine Mitspieler einsetzt, sich mit Trainer und Vereinsverantwortlichen auf Augenhöhe unterhalten kann, gegenüber Medien einen guten Job macht. Deshalb hat ihn Jürgen Klinsmann im August 2008 sicherlich zum Mannschaftskapitän gemacht und deshalb hat ihn Louis van Gaal nach der Amtsübernahme sicherlich auch gefragt, ob er diese Funktion gerne weiter ausüben wolle. Mark van Bommel hat das damals bejaht und inzwischen kann man sagen: Als Mannschaftskapitän macht sich van Bommel ähnlich gut, wie als Arschloch.

Ein toller Anführer, ein nettes Arschloch

Der Vergleich mit Stefan Effenberg drängt sich in diesen Tagen also gleich doppelt auf. Denn auch der »Tiger« war ja, vor allem in München, ein toller Anführer und Arschloch zugleich. Das hat ihn zwar beim Großteil der Bevölkerung nicht sonderlich beliebt gemacht, aber dem FC Bayern München Titel zugesichert. Europäische Titel. Ottmar Hitzfeld, in München ja so etwas wie der trainierende Heiland, hat schon im Frühjahr 2007 von Mark van Bommel behauptet: »Er ist ein Aggressiv-Leader. Ähnlich wie Stefan Effenberg.«

Das ist er wieder, der Begriff des »Aggressiv-Leaders«. Gut möglich, dass Mark van Bommel diese Bezeichnung im Einklang mit seinem Namen bald schon gerichtlich verbieten lässt. Die Öffentlichkeit macht es sich auch zu einfach. Ein aggressiver Anführer, der des Gegners Hauptfiguren niedertritt und wüst beschimpft, gleichzeitig aber seine Mannschaft durch einen 90-minütigen Sturm führt, ohne selbst zu wanken – das hört sich an, wie ein billiger Groschenroman aus dem 1. Weltkrieg. Aber nicht wie Fußball.

Sie nennen ihn hoffentlich alle Gertruda

Mark van Bommel (den seine Freunde hoffentlich alle Gertruda rufen) hat gegen Manchester United bewiesen, dass er mehr ist, als nur ein Effenbergscher Abklatsch. Van Bommel hat das Spiel als solches begriffen, er hat bei Eindhoven, Barcelona und jetzt Bayern München modernen Fußball gelernt und kommt doch aus einer anderen Zeit. Als er 1992 seine ersten Spiele für Fortuna Sittard machte, galt der Libero noch als hoch effektives Rüstzeug einer gut funktionierenden Fußball-Mannschaft und von einer Mittelfeld-Raute hat man selbst in Holland noch nie etwas gehört. Für van Gaal ist van Bommel längst zur zentralen Figur im hinter den explosiven Außenspielern Robben und Ribery geworden. Er soll ordnen, dirigieren, und wenn es nötig ist auch mal die Freiräume suchen, die sich selbst gegen einen Weltklasse-Verein wie Manchester United ergeben.

Wie torgefährlich van Bommel sein kann, hat er in seinen sechs Jahren beim PSV Eindhoven bewiesen – 46 Tore in 169 Spielen ist eine beeindruckende Quote für einen Mann aus dem Mittelfeld. Seine betont aggressive Art hat van Bommel auch in München nicht abgelegt, im Gegenteil, er scheint einer der wenigen Fußballer zu sein, die mit harten Zweikämpfen »ein Zeichen setzen wollen«. Auch so ein Relikt aus einer anderen Zeit, als die Duellanten und Roy Keane und Stefan Effenberg hießen.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass van Bommel das »Arschloch-Image« lange angeheftet bleiben wird. Den Bayern wird das herzlich egal sein, denn internationale Titel hat noch keine Mannschaft gewonnen, die aus lauter Fair-Play-Aktivisten und Musterschülern bestand.

Er ist auf dem Weg, sich seinen schlechten Ruf zu versauen

Allerdings ist Mark van Bommel, dieser Mann mit den lustigen Namen aus dem lustigen Land, dieser van Bommel ist auf dem besten Weg sich seinen schlechten Ruf zu versauen: Die »Vrijen Universiteit Amsterdam« hat dem Fußballer erst vor wenigen Tagen den holländischen Sprachenpreis 2010 für seine deutliche Aussprache in Fernsehinterviews überreicht. Rein sprachtechnisch gehören die Bayern damit schon jetzt zur europäischen Elite: van Bommels Trainer und Landsmann Louis van Gaal wurde erst vor zwei Wochen mit einem deutschen Sprachpreis ausgezeichnet.

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