Wie wichtig ist eigentlich die Vorbereitung?

Was zählt, ist während der Saison

Eine gute Vorbereitung ist wichtig, die Ergebnisse nicht. Thomas Hitzlsperger verrät, worauf es wirklich ankommt in sechs Wochen Trainingslager.

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Als ich vor einigen Jahren beim VfB Stuttgart ins Trainingslager einstieg, war die Stimmung in der Mannschaft bereits angespannt. Die Vorsaison war mit einem unbefriedigendem neunten Platz zu Ende gegangen. Armin Veh, erst wenige Monate im Amt, wurde als einer der Topkandidaten für die erste Trainerentlassungen gehandelt. Wir trainierten härter, weil sich die Spieler beschwert hatten , dass im Vorjahr unter Giovanni Trappatoni nicht intensiv genug gearbeitet worden war. Der Verein engagierte einen Sprinttrainer, und plötzlich standen auf dem Trainingsplatz Fitnessgeräte, die eigentlich nur für den Kraftraum vorgesehen waren. Fünf Kniebeugen, raus aus der Maschine und sofort zehn Meter sprinten. Intervallläufe und verstärktes Zweikampftraining. Dazu Testspiele, in denen wir gleich von Beginn an Stärke demonstrieren wollten. Aber der Plan ging nicht auf: 0:0 gegen den damaligen Oberliga-Aufsteiger FC 08 Villingen. Die Anspannung blieb.

Wie stark sind die Bayern? Gibt es schon Krisen in Gelsenkirchen und Frankfurt?

Die  Bayern haben es da gerade besser. Nach dem mühelosen Sieg im  Telekom-Cup titelte die »Bild-Zeitung«: »Guardiola schon verliebt in Lewandowski«. Bei der Promo-Tour in den USA geht es munter weiter: 1:0 gegen den mexikanischen Rekordmeister Club Deportivo Guadalajara, und das ohne sechs Weltmeister. Es kann einem Angst und Bange werden.

Auch in Hoffenheim dürfte die Stimmung bestens sein. Die Mannschaft von Markus Gisdol, im Vorjahr mit erstaunlichen Mängeln in der Abwehr, ist in der Vorbereitung defensiv so stark, dass man darüber nachdenken muss, ob sie in 34 Spielen überhaupt ein Gegentor kassieren werden. Sieben Testspiele, sieben mal zu Null. Und Werder Bremen hat am Wochenende Chelsea mit 3:0 besiegt. Was hat Robin Dutt nur gemacht mit der Mannschaft, die vor ein paar Monaten fast abgestiegen wäre?

Fans lassen sich zu schnell verrückt machen

Den Schalkern, die am vergangenen Wochenende beim Schalke-Cup gleich beide Spiele im eigenen Stadion verloren, sowie den ebenso bislang unglücklichen Frankfurtern muss es ähnlich ergehen, wie uns damals beim VfB Stuttgart. Bei der Eintracht steht allerdings nicht Neu-Trainer, Thomas Schaaf in der Kritik, sondern Manager Bruno Hübner, weil er angeblich zu lange für den Kauf neuer Stürmer gebraucht hat. Zeitungen und Fans lassen sich leider viel zu früh verrückt machen von den Testspielergebnissen. Mein Kollege Alex Raack hat das ja in seinem Bericht eindrucksvoll bewiesen.

Ich wollte mich damals in Stuttgart von der mäßigen Stimmung nicht anstecken lassen. Ich war gut drauf und brachte den Schwung der Sommerpause mit zum VfB. Armin Veh war begeistert. Es war klar, dass ich im ersten Spiel spielen würde. Die Position war noch offen, aber mir war das auch egal. Hauptsache, ich durfte spielen. Es tat gut, nur zwei Wochen Vorbereitung bewältigen zu müssen, ehe die Saison begann. Ich konnte den Start kaum erwarten.

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