Wie Thomas Müller Portugal mit einem Dreierpack zerlegte

A rechter Sauhund

Drei Tore gegen Portugal und ein cleveres Scharmützel mit Schlüsselspieler Pepe erbringen den Beweis, dass das deutsche Team sich weder Gedanken um einen Leitwolf noch um eine Sturmspitze machen muss. Die eierlegende Wollmilchsau heißt: Thomas Müller.

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In der 77. Minute hatte er eigentlich schon genug. Er schob den Ball von halblinks, allein vorm portugiesischen Keeper Rui Patricio stehend, nach innen. Dort wartete Philipp Lahm, und der sollte nun auch ein Tor machen. Doch der Ball ging dem Mann, der laut Hermann Gerland nie Fehler macht, irgendwie verlustig. Er war also wieder im Spiel.

Wie von einem Magneten angezogen, kam der Ball zurück zu ihm und er machte einen Treffer, der in der Fußballgeschichte bald in der Kategorie »Müller-Tor 2.0« wegsortiert werden wird. Fahrig wie ein Pennäler, der dringend aufs Klo muss, tänzelte er durch den Strafraum und stocherte schließlich in seiner unnachahmlichen Art die Plastikkugel ins Netz. Irgendwie unkontrolliert und fragend, doch in Wahrheit so instinktiv wie ein Huhn sein Ei legt.

Gerd Müller in Blickweite

Thomas Müller ist nach seinem Auftritt gegen Portugal auf bestem Weg in den Rang seines unvergesslichen Namensvetters Gerd aufzusteigen. Trifft er so weiter, kann er Geschichte schreiben als der Stürmer, der zwei Mal in Folge Torschützenkönig bei einer WM wurde.

Als Jogi Löw ihn kurz nach seinem dritten Treffer aus dem Spiel nahm, hatte es den Anschein, als würden die deutschen Fans einen Rekordinternationalen aus der aktiven Karriere verabschieden. Der Abgang des gerade 24-Jährigen wirkte feierlich, beinahe anrührend.

Alle Diskussionen um die lupenreine Sturmspitze, im Keim erstickt. Und die leidige Leitwolfdebatte gleich mit. Als die deutsche Elf in den ersten zehn Minuten seltsam lethargisch in der eigenen Hälfte eingekesselt stand, fluchte unser Jungsiegfried wie ein Kesselflicker. Unmittelbar vor dem Elfmeter, der zum 1:0 führte, bekam auch Mario Götze seine Abreibung.

Die Andi-Brehme-Imitation

Müller setzte Zeichen, machte seinen Kollegen Beine. Und schließlich tat ihm der serbische Schiedsrichter einen Gefallen. Als Milorad Mazic nach einem Foul gegen Götze Strafstoß gab, strotzte unmissverständlich der schlaksige Bajuware an den Punkt – und zitierte Andi Brehme 1990 mit einer fast identischen Nachahmung von dessen Weltmeister-Kick in die linke untere Ecke.

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