11.10.2013

Wie steht es um die irische Elf?

Begnadigt, aber nicht begnadet

James Carew vom irischen Blog »Pogmogoal« über die Ära Trapattoni,  die »Green Army« und einen Dank an Tom Bartels.

Text:
James Carew
Bild:
imago

Nach Giovanni Trapattonis Abgang stellt Irlands Aufeinandertreffen mit Deutschland in Köln einen Neuanfang für die »Boys in Green« dar. Während die Heimmannschaft darauf aus ist, endgültig ihr WM-Ticket zu lösen, schauen die Iren in die Zukunft. Sie richten den Fokus bereits auf die Europameisterschafts-Qualifikation für das Turnier in Frankreich 2016. Und so dürfen die deutschen Fans vom WM-Titel träumen, während die irischen Anhänger ein weiteres Mal auf einen Neuaufbau hoffen müssen.

Trapattonis Zeit als Nationaltrainer war geprägt von einigen heftigen Streitigkeiten, die dazu führten, dass so mancher Spieler nicht mehr in die Nationalmannschaft berufen wurde.

Und so war eine der ersten Amtshandlungen des Interimstrainers Noel King die Nominierung von zuvor verschmähten Spielern wie Nottinghams Andy Reid, Evertons Darron Gibson, Celtics Anthony Stokes oder Wolverhamptons Kevin Doyle.

Trapattoni vs. Spieler: Alkohol und Gesang

Andy Reid zum Beispiel hatte vor fünf Jahren das letzte Mal das irische Trikot getragen, als er 2008 im WM-Qualifikationsspiel gegen Georgien in Mainz - das Spiel musste aufgrund der instabilen politischen Lage in Georgien auf neutralem Boden ausgetragen werden - zum Einsatz kam. Im Nachgang des Spiels kam es zwischen Trapattoni und Reid zu einem handfesten Streit über die vom Trainer verhängte Ausgangssperre. Auf der einen Seite stand der Disziplin liebende Italiener, auf der anderen Seite der Hang irischer Spieler zu Bier und Gesang. Der Mittelfeldspieler spielte in Trapattonis Plänen fortan keine Rolle mehr.

Sowohl die irischen Fans als auch die irischen Medien haben einen Hang dazu, Spieler, die nicht Teil der aktuellen Mannschaft sind, als Superstars zu verklären. Tatsächlich waren Andy Reids Leistungen in der Zeit nach seiner Verbannung vom Nationalteam auch nicht dazu angetan, ihn unbedingt wieder berufen zu müssen. Doch mit Beginn dieser Saison änderte sich das. Zur Zeit zeigt er sich bei Nottingham Forest in brillianter Form. Der kreative Spielmacher hat an Gewicht verloren, erzielt Tore, und ist momentan einer der besten Spieler in der English Championship. Jetzt ist er zurück im irischen Team.

Die Fans debattierten: War der jüngste Misserfolg Trapattonis veralteter Taktik geschuldet, oder fehlt es Irlands Spielern einfach nur an Qualität?

 
 
 
 
 
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