Wie Sporting-Fans versuchten ihren Stürmer zu entführen

Hans Pollak lässt grüßen

Nach beachtenswerten Leistungen während der U20-WM ist Bruma, Stürmer von Sporting Lissabon, ins Visier des FC Chelsea geraten. Eine Fangruppierung wollte ihn in dieser Woche mit unkonventionellen Methoden an einem Wechsel hindern.

Wenn Stürmer zahlreiche Tore schießen und obendrauf als jung und entwicklungsfähig angesehen werden, klopfen ab und an die großen Vereine Europas an. So geschehen beim 18-jährigen Sturmjuwel Bruma, der zuletzt mit fünf Treffern bei der U20-WM auf sich aufmerksam machte. Kein geringerer als José Mourinho und der FC Chelsea wollten den Portugiesen, der in seiner Heimat als Nachfolger von Cristiano Ronaldo gilt, für sich gewinnen. Doch Lissabons Anhänger hatten etwas dagegen und erinnerten sich wohl an die Handlung eines deutschen Fußballfilms.

Hans Pollak ist Schalke-Fan bis ins königsblaue Blut. Gespielt von Uwe Ochsenknecht in der Komödie »Fußball ist unser Leben« entführt Hans den Schalke-Profi Pablo Dios, der seine verdiente Millionen eher in die Lusthäuser des Ruhrpotts verprasst als seinen Körper auf das anstehende Saisonfinale vorzubereiten. Zum Schutze des Schalker Fußballs entführt Hans Pollak den kokainsüchtigen Stürmer. Und auch wenn die Perücke Ochsenknechts nur mäßig sitzt, zeigt der Film, zu welchen Schandtaten der moderne Fußballfan bereit sein muss. Wenn es dem Verein nützt. 

Im Auftrag Sportings?

Zurück nach Portugal. Nachdem Bruma zu Wochenbeginn seinem Heimatverein mitteilte, dass er auf den britischen Lockruf hören würde und wechseln wollte, entwickelte sich auf der iberischen Halbinsel eine wahre Nacht-und-Nebel-Aktion. Ungezählte Sporting-Anhänger der berüchtigten Gruppierung »Juve Leo« drangen am Mittwoch ins Hotelzimmer Brumas ein, um ihn von einem Verbleib auf der iberischen Halbinsel zu überzeugen. Nach Angaben des Beraters Catio Baldé soll sein Schützling dabei nur knapp einer Entführung entkommen sein. Doch damit nicht genug, denn offenbar handelten die Fans im Auftrag von ganz oben.



»Letzte Nacht hat die Polizei eine Beschwerde aus dem Hotel registriert und wir wurden informiert, dass die versuchte Entführung auf Geheiß des Sporting-Managements begangen wurde«, berichtet Baldé in einem Radiointerview. Falls dies der Wahrheit entspricht, dürfte Bruma seinen Vertrag mit Sporting direkt auflösen und kostenlos zu einem Verein seiner Wahl wechseln. Ein entsprechender Antrag wurde bereits bei der Fifa eingereicht.

Übrigens: Im Film s »Fußball ist unser Leben« schießt der entführte Pablo Dios hollywoodreif in letzter Sekunde das entscheidende Tor und spielt sich so zurück in die Herzen der Fans. Ob dieses Happy-End auch den Sporting-Fans vergönnt sein wird, bleibt fraglich.

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