27.03.2014

Wie sinnvoll ist die Nations League?

Eine starke Nachricht

Die Uefa hat im Alleingang die Durchführung der Nations League beschlossen. Das sorgt für viel Skepsis und deutliche Kritik. Wie sinnvoll ist dieses Projekt wirklich?

Text:
Bild:
imago

Man kann Uefa-Präsident Michel Platini sicherlich eine ganze Menge vorwerfen. Aber dass dem Mann die Ideen ausgehen, ganz sicher nicht. 2016 werden 24, statt der bislang üblichen 16 Teams an der Europameisterschaft teilnehmen. Vier Jahre später wird das kontinentale Turnier erstmals in verschiedenen Metropolen ausgetragen. Und jüngst hat der Verband eine Resolution gegen Spielmanipulation durchgesetzt. Jetzt hat Platini samt Gefolge ein weiteres Großprojekt durchgeboxt: die Nations League.

»Ohne Vorankündigung beschlossen«

2018 soll die Nationenliga erstmals ausgetragen werden. Es ist eine Mischung aus Qualifikation und Turnier. Die Mitgliedsländer der Uefa werden in die Divisionen A bis D aufgeteilt, in Division A spielen die Teams mit dem besten Länderkoeffizienten, in Division D die mit dem schlechtesten Ergebnis. Jede Division soll drei oder vier Untergruppen haben, in vier bis sechs Partien ermitteln die Mannschaften zwischen September und November 2018 ihre Gruppensieger. Der Nations-League-Sieger soll dann bei einem Final-Four-Turnier 2019 ermittelt werden. Dafür qualifiziert sind lediglich die vier Gruppensieger aus Division A. In den anderen Divisionen geht es um Ab- bzw. Aufstieg.

Der Clou: Der Sieger jeder Division qualifiziert sich direkt für die Europameisterschaft 2020. Die 20 übrigen Startplätze werden weiterhin durch die zusätzlich durchgeführte EM-Qualifikation ermittelt werden. Ist der jeweilige Divisionssieger bereits für die Euro qualifiziert, rückt der Zweitplatzierte nach und so weiter.

Ein relativ komplexes Konstrukt, das in Deutschland Vorrang Skepsis und Kritik erntet. Liga-Präsident Reinhard Rauball zeigte sich irritiert, ob des Alleingangs des Verbandes: »Wir sind sehr überrascht, dass dieses Thema ohne Vorankündigung auf die Tagesordnung gekommen ist und ein so weitreichender Beschluss gefasst wurde.« Im Klartext: Warum hat uns eigentlich keiner gefragt? Ein berechtigter Einwand, leiden unter zusätzlichen Abstellungen für die Nationalmannschaften vorrangig die Vereine. »Zusätzliche Belastungen seien Spielern und Vereinen nicht zumutbar«, betonte auch Rauball. Allerdings, so hat die Uefa bereits beschwichtigt, sollen im Gegenzug nahezu alle Freundschaftsländerspiele wegfallen, einer erhöhte Belastung sei daher nicht zu erwarten.

 
 
 
 
 
12
Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden