Wie sich der DFB mit dem »Finaltag der Amateure« blamierte

Zwischen Chance und Schande

Stolz präsentierten die DFB-Vizepräsidenten Peter Frymuth und Rainer Koch einst ihre neueste Idee: den »Finaltag der Amateure«. Ihr Auftritt sorgte für einige Unmut. 

Screenshot ARD

Ihnen war der Stolz sichtlich auf die Hemdkragen gebügelt. Ja, DFB-Vizepräsident Peter Frymuth und der kommisarische Präsident Dr. Rainer Koch freuten sich gestern Abend sichtlich, dass sie vor einem Millionenpublikum ihren neueste Superidee präsentieren konnten. Endlich mal wieder positive Nachrichten aus der Otto-Fleck-Schneise. Toll! Soeben hatte der FC Bayern den VfL Bochum im Pokalviertelfinael niedergerungen, Handball-Europameister Andreas Wolff stand bereit für die Auslosung der Halbfinals. Mehr Aufmerksamkeit ging nicht. Also: Bühne frei für den DFB.

Delling als knallharter Nachfrager

Denkste, denn vorab mutierte Gerhard Delling noch zum investigativen Nachfrager und bohrte bei Rainer Koch noch einmal, was es denn nun mit den ominösen 6,7 Millionen Euro und der ganzen Schlammschlacht rund die WM-Vergabe auf sich habe. »Hoppla«, dachte sich der Zuschauer, »der Delling geht ran«, nur um eine Sekunde später gleich wieder enttäuscht zu werden, denn trotz seiner bescheidenen Rampenlichtpräsenz, wand sich Rainer Koch aus dem Kreuzverhör wie einst Alberto Tomba durch die Slalomstangen von Lillehammer: schnörkellos und erfolgreich. Denn schließlich war er gekommen, um das neueste Baby des DFB aus der Taufe zu heben: den »Finaltag der Amateure« am 28. Mai 2016.

Ein echter Coup

An diesem Tag werden alle Pokalfinals der jeweiligen Landesverbände ausgetragen und erstmals, Tätärätäää, in den dritten Programmen der ARD live übertragen. Ein Coup sondergleichen, bieten Sender und Verband den kleineren Klubs doch hier die einmalige Möglichkeit, vom großen Fernsehkuchen auch mal ein Stückchen abzubekommen. Zumindest denen, die es in die Finals der Landespokale schaffen.

Doch bevor man sich in den Vereinsheimen der Republik jubelnd in die Arme springen konnte, ergriff Peter Frymuth das Wort und verwendete einen Ausdruck, der das mühsam konstruierte Geschenk für den Amateurfußball gleich wieder ad absurdum führte. Er sagte, dass der DFB sich zusammen mit der ARD ein »tolles Produkt« ausgedacht habe. Keinen Blick auf das Fundament des Fußballs. Keine Belohnung für das Herzblut von tausenden Ehrenamtlichen, sondern ein Produkt. Vermarktungsware. Punkt.

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