01.10.2013

Wie Robert Lewandowski seine Kritiker verstummen lässt

Der Alte

Seit Monaten beschäftigt der mögliche Wechsel von Dortmunds Robert Lewandowski zum FC Bayern die Szene. Doch was man dem Polen und seinen Beratern abseits des Rasens auch vorwerfen mag, auf dem Platz ist er weiterhin eine Klasse für sich. Das muss man erstmal schaffen.

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Als Marco Bode in jungen Jahren zum Probetraining bei Werder Bremen aufschlug und dort sportlich einen so guten Eindruck hinterließ, dass der damalige Trainer Otto Rehhagel gar nicht anders konnte, als ihm einen Profivertrag anzubieten, musste er noch eine letzte Hürde nehmen. In einer Art Bewerbungsgespräch nahm sein neuer Arbeitgeber den Angreifer mit der beeindruckenden Lockenmähne ins Kreuzverhör. Rehhagel fragte: »Marco, zwei Dinge müssen wir noch klären. Erstens: Sind Sie verheiratet? Und zweitens: Werden Sie sich die Haare schneiden?« Ja, er sei verheiratet, so Bode. Aber die Haare würden dran bleiben. Marco Bode bekam den Job.

Der Lewandowski-Transfer: Ein nicht enden wollenden Nervenspiel

Die Moral von der Geschichte: Rehhagel war der festen Überzeugung, dass ein verheirateter Spieler ein glücklicher Spieler sei, ein Fußballer mit einem stabilen Umfeld, dem richtigen Nährboden für gute Leistungen auf dem Rasen. Nun mag die Gleichung verheiratet/glücklich inzwischen überholt sein, an dem Wunsch der Trainer, Fußballer mit einem intakten und sorgenfreien Alltag in den eigenen Reihen zu wissen, hat sich nichts geändert. Nichts soll das Leistungsvermögen der Profis beeinträchtigen.

Im Umfeld von Robert Lewandowski geht es seit Monaten drunter und drüber. Daran ist der Stürmer von Borussia Dortmund nicht unschuldig, dafür hat sich der Pole zu offensiv am Wechseltheater um seine Person beteiligt. Die Bayern wollen Lewandowski, Lewandowski will zu den Bayern, Dortmund will Lewandowski nicht gehen lassen. So die Kurzversion eines nicht enden wollenden Nervenspiels voller hässlicher Anschuldigungen, geldgeiler Berater-Kommentare und unnötigen Interviews. Von verschiedenen Seiten wurde befürchtet, der zum Bleiben quasi gezwungene Lewandowski werde in dieser Saison nicht sein volles Leistungspotential abrufen. Denn: Wie soll sich einer aufs Tore schießen konzentrieren, wenn außerhalb des Rasens eine Schlammschlacht um seine Zukunft im Gange ist?

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