Wie neue Stadien deutsche Klubs ruinieren

»Das war nicht abzusehen«

Am Donnerstag erscheint das Bundesliga-Sonderheft von 11FREUNDE. In unserem Schmuckstück zum Saisonauftakt durchleuchten wir die Folgen der kostenspieligen Stadionbauten in deutschen Profi-Klubs. Und die schlimmen Folgen. Wie neue Stadien deutsche Klubs ruinieren Gespenstisch verlassen wirkt der neue Tivoli. Über den leeren Vorplatz des Stadions pfeift ein rauer Wind. Die gelb-schwarzen Ränge sind verwaist, die Stille ist erdrückend. Dort, wo sonst knapp 33 000 Zuschauer Schlacht- und Schmähgesänge anstimmen, kehren bloß ein paar Mitarbeiter den Dreck zusammen. Das eigentlich schmucke neue Stadion der Alemannia Aachen ist eine trostlose Geisterstadt.

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Es ist Sommerpause. Verein und Anhänger erholen sich gerade von der vergangenen Saison, in der die Mannschaft auf den 13. Platz in der zweiten Liga abstürzte. Doch es fehlte nicht viel, dass dieser Zustand zur Normalität geworden wäre. Denn beim Bau der neuen Arena hat sich der Verein verkalkuliert. Die Stadt musste mit einer Bürgschaft aushelfen, sonst hätte die stolze Alemannia wohl ihre Lizenz verloren. Ein Abstieg bis in die fünfte Liga wäre die Folge gewesen, der Verein dann möglicherweise endgültig finanziell am Ende. Dann wäre die Schulklasse, die plötzlich unter lautem Gejohle ins Stadion poltert, nur noch zum Geschichtsunterricht gekommen.
Der Mann, dem viele in Aachen die Misere ankreiden, heißt Frithjof Kraemer.

Der Geschäftsführer bemüht sich um eine Erklärung

Erschöpft sitzt er in einer seiner 28 neuen, holzvertäfelten Logen. Sein dunkles Haar ist trotz seiner jungen 37 Jahre schon mit grauen Strähnen durchzogen. »Es sind einige Dinge passiert, die vorher nicht absehbar waren«, sagt der Alemannia-Geschäftsführer. Es soll eine Erklärung sein. Es klingt wie eine Entschuldigung. Kraemer meint vor allem ein teures Missverständnis mit der Stadt: zwar hat der Verein die 50 Millionen Euro für den Bau des neuen Tivoli selbst aufgebracht. Das Grundstück aber gehört der Kommune, die Alemannia ist nur Pächterin. Und damit begannen die Probleme.

Denn auf dem Areal standen etliche Bäume, eine Gastronomie und ein Tennisklub. Die Alemannia rechnete zu Beginn des Stadionprojektes 2006 fest damit, dass die Stadt für ein baureifes Grundstück sorgen würde. Doch bei der Unterzeichnung des Pachtvertrages ein Jahr später war schnell klar: Das Roden der Bäume, den Abriss der Tennisplätze und die Entschädigung für den Gastwirt muss der Verein zahlen. Hinzu kam ein Finanzloch bei dem Partner, der das Parkhaus bauen sollte. Der Verein musste es stopfen. »Dass wir diese Kosten an der Backe haben, das hatten wir nicht gedacht«, sagt Kraemer. Zusammen mit Rechtsanwalts- und Beratergebühren summieren sich die Mehrausgaben auf drei Millionen Euro. »Das war in dieser Höhe nicht absehbar...«


Den vollständigen Text über die Folgen der Stadionbauten findet Ihr in unsererem Bundesliga-Sonderheft. Ab Donnerstag ist das Teil im Handel erhältlich!



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