Wie Mario Götze seine Kritiker verstummen ließ

Rahn, Müller, Brehme - Götze!

Mario Götze? Der denkt doch nur an sich! So lautete das gängige Vorurteil über den hochtalentierten Offensivspieler, ein großes Magazin nannte ihn »das lebende Selfie«. Nach dem WM-Finale ist dieses Urteil dringend zu revidieren - und das hat nur bedingt mit Götzes entscheidendem Treffer zu tun.

imago

Mario Götze stand ein bisschen abseits, ganz für sich und ganz mit sich. Er blickte in den Himmel und wirkte, ja, irgendwie ergriffen. Vielleicht war es auch ganz anders. Vielleicht hatte er gemerkt, dass sein Gesicht gerade auf den Videoleinwänden im Maracana zu sehen war, und vielleicht überprüfte Götze nun mit kritischem Blick, ob jede Haarsträhne auch wirklich am richtigen Platz lag. Das ungefähr ist ja das Bild, das sich die deutsche Öffentlichkeit während der Fußball-Weltmeisterschaft von Mario Götze gemacht hat.

»Das lebende Selfie« hat ihn »Die Zeit« während des Turniers genannt. Götze hat sich den Ruf erarbeitet, vor allem an sich selbst zu denken. Möglicherweise sind an diesem Bild nun einige entscheidende Korrekturen notwendig. Im zarten Alter von 22 Jahren ist Mario Götze am Sonntagabend in Rio gewissermaßen vergesellschaftet worden. Der junge Mann, der so gerne glänzt, hat mit seinem Tor zum 1:0 in der Verlängerung ein ganzes Land zum Strahlen gebracht. Mario Götze ist jetzt nationales Eigentum, nachdem er die Nationalmannschaft zum WM-Titel geschossen hat - so wie 1954 Helmut Rahn, 1974 Gerd Müller und 1990 Andreas Brehme.

»Ein Wunderkind«

Große Namen sind das, aber Mario Götze steht schon lange im Verdacht, selbst ein großer Name zu werden. »Das ist ja ein Wunderkind, das immense Fähigkeiten besitzt«, sagte Bundestrainer Joachim Löw. Aber diese immensen Fähigkeiten hat Götze in Brasilien lange für sich behalten. Er hat bei der WM fleißig Kringel gedreht und Haken geschlagen, aber er hat die Dinge nie entschlossen zu Ende gebracht. Und so fand sich das Wunderkind irgendwann auf der Ersatzbank wieder.

Gemessen an seinen technischen Fertigkeiten hat Götze viel zu wenig gespielt, nicht nur bei der WM in Brasilien, sondern auch bei den Bayern, zu denen er vor der Saison für die nationale Rekordablöse von 37 Millionen Euro aus Dortmund gewechselt war. »Es war kein einfaches Jahr für mich, kein einfaches Turnier«, sagte Götze. Auch im Finale schaffte er es nicht in die Startelf, erst drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit durfte er für den alten Recken Miroslav Klose aufs Feld.

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