16.04.2014

Wie Fans auf den Zusammenbruch eines Fahnenschwenkers reagierten

Schalker Stille

Dem während der Bundesligapartie zwischen Schalke und Frankfurt kollabierten Fahnenschwenker geht es wieder besser. Anteil daran haben auch die Zuschauer beider Lager.

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imago

So eine Fahne muss man erstmal in Bewegung bekommen. Viele Kilo schwer, viele Meter groß – der Job als Fahnenschwenker in der Arena Auf Schalke ist ein Knochenjob. Wer ihn machen will, muss zwei Voraussetzungen mitbringen: Schalke lieben und fit sein.

Andreas, einer von fünf Schwenkern auf Schalke, brachte diese Voraussetzungen stets mit. Der 47-jährige Vater eines Sohnes stimmt seit der Eröffnung der Arena 2001 den königsblauen Anhang auf die Heimspiele der Schalker ein. Selbstverständlich ist Andreas S04 verfallen. Und fit war der Nichtraucher eigentlich auch immer. Bis zum vergangenen Freitag.

Plötzlich: Zusammenbruch

Die Partie zwischen Schalke und Eintracht Frankfurt begann für Andreas und seine Mitstreiter wie immer: Vor dem Anpfiff schwenkte das Quintett seine Fahnen auf dem Rasen und nahm dann die fest zugeteilten Plätze hinter den Banden ein. Andreas schleppte seine Fahne vor die Südkurve, dort, wo auf Schalke die Gästefans untergebracht sind, und schwenkte weiter. Bis zur 17. Minute. Da brach der 47-Jährige plötzlich zusammen.

Die Fans von Eintracht Frankfurt reagierten als Erste. Die Gesänge verstummten, die Trommeln hörten auf zu schlagen, die Vorsänger ließen die Megaphone sinken. Hektisch riefen Anhänger aus Frankfurt und Gelsenkirchen nach den Sanitätern, die sofort Erste Hilfe leisteten.

Schalkes Mannschaftsarzt leistet Erste Hilfe

Im Innenraum bemerkte Schalkes Pressesprecher Thomas Spiegel, »dass da hinter der Bande vor der Südkurve etwas Schlimmes passiert sein musste. Sanitäter und Ordner liefen hektisch durcheinander. Unser Mannschaftsarzt Thorsten Rarreck wurde zur Hilfe gerufen, andere Helfer spannten ein Tuch als Sichtschutz auf.« Er habe, so Spiegel, zunächst einen bekannten Vereinsfotografen mit Herzproblemen als Opfer vermutet. Dass es sich um einen der Fahnschwenker handelte, erfuhr der Pressechef erst später.

Die Mediziner befürchteten zunächst einen Herzinfarkt und versuchten Andreas zu stabilisieren. Minutenlang kämpfte ein halbes Dutzend Menschen um das Leben des Fahnenmannes.

 
 
 
 
 
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